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Mirtazapin Absetzversuch

Verfasst: 10.12.2004 10:29
von Dita
Hallo Ihr da draussen!

Ich wollte mal kurz meine Erfahrungen mit Mirtazapin erzählen. Vielleicht könnte mir jemand helfen oder mir ein paar Tipps zum Absetzen geben.
Ich nehme das Medi seit 3,5 Monaten. Ich habe es bekommen, jetzt werdet ihr wahrscheinlich alle staunen, weil ich eine Cortison-Psychose hatte. D.h. ich habe zwei Cortison Spritzen geben Muskelverspannungen am Rücken bekommen und habe mich seitdem psychisch stark verändert. Ich habe richtige Depressionen bekommen mit allem Drum und Dran. Schlafstörungen, Angstzustände, Lustlosigkeit,Antriebslosigkeit. Leider hat dies keiner so richtig erkannt, so dass ich 3,5 Monate in einer Psychiatrischen Klinik war. Die mir da aber nicht helfen konnten, weil die immer meinten,dass das Cortison schon längst aus dem Körper war(mein jetziger Psychiater sagt, dass das Zeug bis zu einem halben Jahr im Körper bleiben kann) Irgendwann wurde ich entlassen, obwohl ich mich grottenschlecht gefühlt habe. Dann habe ich zum Glück meinen jetzigen Psychiater gefunden, der mir dann Mirtazapin verschriebn hat. (in der Klinik habe ich allerhand Medis ausprobiert, nix hat geholfen bzw. ich habe es nicht vertragen) Nach vier Tabletten (nur 15mg abends) hatte ich keine Depressionen mehr, konnte wieder schlafen und essen. Ich war superglücklich und das zum ersten Mal nach 4 Monaten des Leidens.
So und nun hatte ich die Schnauze voll vom Tabletten schlucken und wollte die Tabletten wieder absetzen. Mein Psychiater war damit einverstanden und sagte ich mir, ich solle zuerst jeden zweiten Tag eine 15mg nehmen (5Stück insgesamt) und dann jeden dritten Tag eine. (auch 5Stück).
Alles lief klasse bis ich die letzte Tablette nahm (also die 10.). Dann konnte ich plötzlich nicht mehr schlafen und zwar keine Sekunde in einer Nacht. Ich hatte Herzrasen, Angstzustände usw.(aber keine Depressionen!) Zweite Nacht war auch nicht besser. Da bin ich wieder zu meinem Psychiater gegangen und der hat mir dann wieder die Tabletten für jeden Tag verschrieben, weil ich diesen Zustand nicht mehr aushalten kann. Zwei Nächte ohne eine Sekunde Schlaf ist wirklich sehr heftig.
Ja und als ich die Tabletten wieder nahm, gingen alle Symptome wieder weg, ich konnte schlafen und alles war wieder in Ordnung.
Ich habe dann auch ein wenig im Internet gesurft und bin auf diese Seite gestossen. Ich war wirklich sehr überrascht, dass so viele Leute Probleme haben, Antidepressiva wieder abzusetzen.
So, vor Weihnachten nöchte ich jetzt keine Experimente mehr machen mit dem Absetzen, aber im neuen Jahr will ich einen neuen Versuch starten.
Hat jemand eine Idee wie ich möglichst langsam absetzen soll, so dass ich keine Entzugserscheinungen bekomme?Meinem Psychiater kann ich in der Hinsicht glaube ich nicht so wirklich vertrauen.
Vielleicht ist jeden zweiten Tag eine nehmen zu heftig für den Körper, vielleicht sollte man sie immer wieder halbieren und jeden Tag was nehmen. Ich wäre euch wirklich dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet.
Danke und viele Grüsse an alle Mitleidenden,Dita.

Verfasst: 10.12.2004 12:38
von Linda
Hallo Dita,

hast Du schon unser Infopaket (link oben) gelesen?

Linda

Verfasst: 10.12.2004 16:30
von Hannes Wien
Hi Dita!

Willkommen in den Klub der geschädigten Mirtazapine Usern!

Du hast viel zu schnell reduziert, bei manchen Menschen geht das schnelle Reduzieren bei vielen nicht!

Ich bin mir ganz sicher das es kein „Rückfall“ ist sonderten Entzugserscheinungen.

Wenn nächstes Jahr das Ganze nochmals angehst bitte langsamer mit flüssigen Mirtazapine.

Ich hab Mirtazapine in voller Dosis zum Schlafen bis Ende August genommen schau mal in meiner Signatur, wie langsam ich runtergegangen bin, nicht ohne Grund Herzrasen schwitzen Übelkeit bis zum Umfallen und auch psychischen Probleme haben eine Rolle gespielt die aber um so weniger Mirtazapine ich nehme besser werden!

Liebe Grüße
Hannes

Antwot zu Linda

Verfasst: 11.12.2004 14:29
von Dita
Hallo Linda, danke für den Tipp, ich werde mir mal das Infopaket genauer anschauen.
ich habe übrigens auch ein interessantes Buch zu dem Thema gefunden. Es heisst "Psychopharmaka absetzen" von Peter Lehmann.
Viele Grüsse,Dita.

Antwort zu Hannes

Verfasst: 11.12.2004 14:43
von Dita
Hallo Hannes, danke für deine Nachricht!Es tut echt gut von anderen geschädigten zu hören. Von dem flüssigen Mirtazapin habe ich schon hier gelesen. Das problem ist nur, wie komme ich da dran???Mein Psychiater ist der Meinung, dass ich die Tabletten zu früh abgesetzt habe, wenn ich jetzt wieder ankomme und ihm sage, dass ich absetzen will, dann fasst er sich bestimmt an den Kopf!Es ist auch so, dass ich meinem Psychiater schon sehr vertraue, weil er der erste nach 2 Chefärzten und 1 Oberarzt ist(aus der Klink), der mir geholfen hat und das innerhalb kürzester Zeit.Ich habe ihm beim letzten Besuch schon gesagt, dass ich mich fühle wie beim Éntzug, aber er hat nicht darauf reagiert. Er sagte nur, ich hätte die Tabletten zu früh absetzen wollen und er hätte sich von mir belabbern lassen.
Und das Blöde ist, dass er mir 30mg tabletten verschrieben hat, die ich durchbrechen soll. Toll und die nochmal durchzuberechen ist ein wenig schwierig.
Ich finde es zwar echt schlimm, dass ich nun abhängig von diesem Zeug bin, aber ich kann diese tabletten auch nicht verteufeln, weil sie mir wirklich sehr geholfen haben. Ich hatte kein Leben mehr bevor ich sie nahm.
Noch eine Frage: Bei dieser langsamen Absetzung der Tabletten, die du ja machst, hast du keine Entzugserscheinungen?Als schlimmste Entzugserscheinung ist für mich die absolute Schlaflosigkeit, den rest könnte ich noch ertragen.
Viele Grüsse Dita.

Verfasst: 13.12.2004 12:44
von Hannes Wien
Hallo Dita! :)
Mein Psychiater ist der Meinung, dass ich die Tabletten zu früh abgesetzt habe,
Das sagen die Ärzte immer weil sie keine Ahnung haben deswegen gibt es ja das Forum! :frust:
Von dem flüssigen Mirtazapin habe ich schon hier gelesen. Das problem ist nur, wie komme ich da dran??
Ich würde trotzdem versuchen mit dem Arzt zu reden aber nichts sagen Entzug usw. weil sonnst klappt er die Ohren gleich zu, oder sprich mit deinem Hausarzt verschreiben kann es ja jeder!
Für den Anfang solltest du mit einem Tablettenschneider aus der Apotheke gut zurecht kommen.
Bei dieser langsamen Absetzung der Tabletten, die du ja machst, hast du keine Entzugserscheinungen?
Leider doch nur war es bis die letzten 1,5 mg alles noch im Rahmen, ich hab am Fr. abgesetzt und mir geht es gar nicht gut :( dauert übel das ich schreien könnte, Sa, So nur gekotz ist aber heute um eine Spur besser, von gestern auf heute 3,5 Stunden schlaf pff das haut rein wenn man arbeiten muss und Benommenheit vom Feinstem!

Liebe Grüße

Hannes

Verfasst: 13.12.2004 12:55
von CloneX
Hi Hannes,

nach dem Absetzen war mir ca. eine Woche lang übel. Kotzen musste ich allerdings nicht. Vielleicht ist zumindest die Übelkeit ja bald vorbei.

Verfasst: 13.12.2004 17:07
von Dita
Hallo hannes!
Das ist ja echt der hammer dass du von dem langsamen absetzen solche probleme hast! da kriege ich ja echt panik, dass ich von den dingern nie wieder runter komme! und wenn die ärzte einem dann auch nicht glauben!!prost mahlzeit. dann steht man ja ganz alleine da mit den pillen!
Sag mal hast du eine idee, was ich meinem psychiater sagen könnte, dass ich das flüssige zeug brauche ohne im zu sagen, dass ich absetzen will???Das ist so schlecht schlucken kann?? das wird er mir wohl kaum abnehmen. ich habe eigentlich einen sehr netten psychiater, ich hoffe er wird mich beim absetzen unterstützen!
Ich will ehrlich mit ihm reden das nächste mal und hoffen, dass er mir glaubt!
Gute besserung wünsche ich dir und schöne Grüsse,Dita.

Verfasst: 13.12.2004 19:06
von Hannes Wien
Hi Dita!

Was viele Ärzte sogar meine :whistle: , was eine Sensation ersten Ranges ist, wissen das man Tinnitus bekommen kann, wenn man AD´s absetzt.
Ich würde einfach sagen das ich einen unaushaltsamen Tinnitus bekomme, wenn ich so schnell reduziere, das ist nix wirklich psychisches und damit klarmachen das du es flüssig haben möchtest.

Einen Versuch ist es wert.
Liebe Grüße :wink:
Hannes

Mirtazapin

Verfasst: 01.02.2005 10:16
von Dita
Hallo Hannes!

Ich habe letztens mit meinem Psychiater 45 Minuten übers Absetzen gesprochen.Er glaubt absolut nicht,dass man Entzugserscheinungen bekommt!Ich soll mich nicht mit dem Internet verrückt machen usw.Super,ne?Also hat er mich jetzt dazu verdonnert, die Tabletten noch bis zum Frühjahr zu nehmen.Und dann will er von 15mg auf 7,5mg runter! Der ist doch absolut wahnsinnig,oder?Ich werde dadran kaputt gehen.und das flüssige Zeug will er mir nicht verschreiben, weil er meint, das wäre Schwachsinn so langsam abzusetzen.
Woher hast du denn das flüssige zeug bekommen?Und kannst du mir bitte die genaue Bezeichnung des flüssigen Mirtazapins geben?
Danke!
Und wie geht es dir jetzt ohne Mirtazapin?Alles ok?
Viele Grüsse,Dita.

Verfasst: 01.02.2005 13:18
von Oliver
Hallo Dita.

In Deutschland herrscht das Recht auf freie Arztwahl, wenn Dir der Psychiater kein flüssiges Mirtazapin verschreiben will, geh halt zu einem anderen. Ich war gestern in einer großen Unibuchhandlung und in den neuen Ausgaben der Standardwerke (z.B. im Pharmakotherapiehandbuch) steht mittlerweile drin, dass zumindest die SSRI auch schwere Absetzprobleme verursachen können (SNRI sind auch nicht groß anders) und auf jeden Fall langsam ausgeschlichen werden müssen. Vielleicht erzählst Du Deinem Psychiater mal, dass er sich mal ein bisschen über die neueren Erkenntnisse auf diesem Gebiet informieren sollte anstatt so arrogant an seinem veraltetem Studiumswissen festzuhalten und damit eventuell viel unnötigen Schaden anzurichten.

Alles Gute
Oliver