Liebe "Mitfühler",
heute ist der 4.8. und ich bin seit einigen Wochen sozusagen "clean".
Doch anstatt, dass ich mich wirklich darüber freue, ist ein Gefühl der schweren Abhängigkeit in den Vordergrund getreten... ich leide sehr unter den Absetzungsyptomen von Mirtazapin.
Kein Tag ist gleich, kein Tag kann gesundheitlich irgendwie vorausgesagt werden und ich bin gereizt, verwirrt, vieles ist so unreal.
War gestern beim Sport und habe den Ball gedribbelt (in der Halle) und alles war so weit weg, so unwirklich. Ich habe mir gesagt, dass ich mich davon nicht unterkriegen lassen soll, doch ich war nicht ich war jemand, der mir total fremd ist!
Mann oh Mann, die letzten Tage sind so schlimm, dass ich auf natürliche Mittel (Johanniskraut, homöopatische Mittel) zurückgegriffen habe... doch irgendwie scheint da nichts zu wirken. Im Gegenteil, es scheint so, als würden diese Mittel mich noch mehr vergiften.
Das kann doch nicht wahr sein - so ein Teufelszeug, dieses Mirtazapin. Was hat das bewirkt in mir? Ich komme mir vor, als ob alles dereguliert ist in mir - meine Beine kribbeln, zucken unkontrolliert, wenn ich etwas lese, schreibe, dann kann ich mich nach kurzer Zeit einfach nicht mehr an die Details erinnern - komme mir vor, als wäre ich an Alzheimer erkrankt. Es sind noch so viele andere Probleme, die ich so nicht kenne, die ich hier alle garnicht aufschreiben könnte.
Ist das normal? Geht das auch wieder weg?
Ich hab ja so viel über die Absetzungssymtome gelesen und studiert, doch wohin soll das führen und wie lange soll das noch dauern?
Nicht, dass ihr denkt, ich würde Mirtazapin wieder einnehmen wollen, nein, ds gewiss nicht - ich will nur einfach wieder normaler leben, mich auf den nächsten Tag freuen, ausgehen, mich normal in die Eisdiele mit Bekannten setzen... so ist es doch aber ein grosser Mist!
Herzliche Grüsse...
Tep
Absetzen von Remergil - Planung

Symptome/Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung, Depression
Medikation: ab 1999: (Nacheinander Novaprotect, Doxepin, Carbamazepin, Trevilor, Remergil) und als Benzos dazu (1 1/2 Jahre Lorazepam & fast 4 Jahre Diazepam) sowie (Betadorm, Dalmadorn=Schlafmittel)
Bisherige Absetzversuche: (2001: Lorazepam: 2 Wochen versucht, konnte aber die Absetzungssymtome nicht ertragen, dann halbes Jahr später auf Diazepam umgepolt. 2 Absetzungsversuche Juni/2003 und erfolgreich in Mai/2004)
Absetzverlauf: (Mai/2004, 6 Wochen hatte ich starke Absetzungssymtome, dann ging es immer besser - von 30-50 tropfen Diazepam täglich auf 0 tropfen radikal(!) und ohne ärztliche Unterstützung, wozu ich nicht rate!!!)
seit 2002 Mirtazapin 30mg täglich
Absetzungsversuch:
25.06.05 -02.07.05=15mg (geht!), 03.07.05-07.07.05=7,5mg (geht!)
seit 14.07. 2005 = !!! 0,0mg !!! (ich versuche es jedenfalls)
12.09.05 = geht mir zusehends besser!
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10.11.2005 = bin seit 12 Wochen befreit.. es geht... es geht...
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27.05.2019:
Seit 2005 hat sich einiges geändert. Ich bin aufgrund meiner Krankheit wieder auf Diazepam.
Mal mehr mal weniger. Aber jeden Tag 2-3 Tropfen um die Unruhe und Instabilität zu bewältigen - aber die Tropfen wurden immer mehr. Um die Situation zu bewältigen habe ich heimlich genommen - immer bei Bedarf.
Ich habe gestern angefangen mich zu kontrollieren.
Heute morgen 2 Tropfen. Heute mittag 2 und heute Abend 2-4 Tropfen.
Und dann nach Ashton Manual.
24.5.19 - 31.05.19: 2 Tropfen morgens und Abends
Zustand: die ersten Tage waren gut und gut Durchhaltbar. Letzten zwei Tage holt es mich ein. Zurück auf 2-2-2 Tropfen/Tag
01.06.19 - 07.05.19: ca 2 Tropfen morgens und ab und an mittags/nachmittags 1-2 tropfen, Abends 2 Tropfen
... 04.07.2049: die gleiche Dosis wie in den letzten Wochen. Ich habe meine emotionale Stabilität nicht (wie denn auch) - aber ich versuche durchzuhalten