Cymbalta neu verordnet, wer hat Erfahrung damit ?
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christine10000
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Cymbalta neu verordnet, wer hat Erfahrung damit ?
Hallo zusammen,
wie schon mehrfach gepostet habe ich erst Zoloft und dann Solvex (nacheinander, nicht zusammen eingenommen) ausprobiert.
Aufrgund massiver Nebenwirkungen bei beiden Medikamenten bekam ich nun Cymbalta (Wirkstoff Duoxetin) verordnet.
Hat jemand Erfahrungen damit?
Eines ist mir unklar:
Zoloft erhöht Serotonin
Solvex erhöht Noradrenalin
Cymbalta wirkt auf beides steigernd.
Wenn ich die Medikamente die einzeln auf Serotonin und Noradrenalin wirken nicht vertragen habe,
wieso sollte ich dann Cymbalta das auf beides erhöhend wirkt vertragen?
Wer kann Infos geben?
Dank Euch
es grüßt
Chris
wie schon mehrfach gepostet habe ich erst Zoloft und dann Solvex (nacheinander, nicht zusammen eingenommen) ausprobiert.
Aufrgund massiver Nebenwirkungen bei beiden Medikamenten bekam ich nun Cymbalta (Wirkstoff Duoxetin) verordnet.
Hat jemand Erfahrungen damit?
Eines ist mir unklar:
Zoloft erhöht Serotonin
Solvex erhöht Noradrenalin
Cymbalta wirkt auf beides steigernd.
Wenn ich die Medikamente die einzeln auf Serotonin und Noradrenalin wirken nicht vertragen habe,
wieso sollte ich dann Cymbalta das auf beides erhöhend wirkt vertragen?
Wer kann Infos geben?
Dank Euch
es grüßt
Chris
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PhilRS
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Re: Cymbalta neu verordnet, wer hat Erfahrung damit ?
Hi Chris,
auf den Punkt:
Allgemeines + Spezielles dazu HIER (PDF).
Ein Medikament, das schon vor der Zulassung mindestens ein unschuldiges Leben auf dem Gewissen hat. Keine gute Empfehlung.
Generell bei allen neuen Sachen: Finger weg. Keiner weiß, ob es vertretbar wirkt und verträglich ist - leider, trotz aller Bürokratie. Und es macht wohl auch abhängig.
Das muss ich hier mal so klar und deutlich sagen.
Irgendwelche "es-müsste-doch-so-und-so-wirken"-Überlegungen sind hier fehl am Platze.
Alles Gute
-PhilRS.
auf den Punkt:
Dann ist die Verordnung dieses neuen und somit praktisch unerprobten Medikaments das Letzte, was man empfehlen könnte.christine10000 hat geschrieben:Aufrgund massiver Nebenwirkungen bei beiden Medikamenten bekam ich nun Cymbalta (Wirkstoff Duoxetin) verordnet.
Schwerlich, weil es erst seit ein paar Wochen erhältlich ist.Hat jemand Erfahrungen damit?
Allgemeines + Spezielles dazu HIER (PDF).
Ein Medikament, das schon vor der Zulassung mindestens ein unschuldiges Leben auf dem Gewissen hat. Keine gute Empfehlung.
Generell bei allen neuen Sachen: Finger weg. Keiner weiß, ob es vertretbar wirkt und verträglich ist - leider, trotz aller Bürokratie. Und es macht wohl auch abhängig.
Das muss ich hier mal so klar und deutlich sagen.
Irgendwelche "es-müsste-doch-so-und-so-wirken"-Überlegungen sind hier fehl am Platze.
Alles Gute
-PhilRS.
Potenzieller Interessenkonflikt: Beamter, Forensische Psychiatrie (Finnland) seit 1/08.
Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
Quellen: Medizin allgemein BMJ | JAMA | Lancet | NEJM || Psychiatrie/Neurologie Acta Psychiatr Scand | Am J Psychiatry | Arch Gen Psychiatry | Br J Psychiatry | JAACAP | JCPP | J Clin Psychiatry | J Clin Psychopharmacol | Neurology || Open Access | Ann Gen Psychiatry | BMC Psychiatry | Can J Psychiatry | CMAJ | CNS Spectrums | Depress Anxiety | PLoS Med
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christine10000
- Beiträge: 2
- Registriert: 31.05.2005 17:04
Hallo zusammen,
ich nehme seit drei Wochen Cymbalta und war jetzt auf der Suche im Netz nach Infos über das Medikament.
Cymbalta ist mein erstes Antidepressivum, (Außer 1/4 Trimipramin zum Schlafen), und ich mache sowohl von der Wirkung als auch von den (nicht vorhandenen) Nebenwirkungen sehr gute Erfahrungen - na ja, erst drei Wochen lang. (Außerdem nehme ich noch 2 Parkinsonmittel und 5 mg Cortison - ein wilder Mix aus Medikamenten, die alle auf den Gehirnstoffwechsel wirken...)
Was ich nicht so recht verstehen kann: Warum sind einige von Euch neuen Medikamenten gegenüber so misstrauisch eingestellt? Jedes Medikament durchläuft umfangreiche, standardisierte Tests! Dass die nicht fehlerfrei sind, belegen die regelmässigen Arzneimittelskandale. Aber haben wir eine andere Wahl? Ich meine, schwere Erkrankungen erfordern eine entsprechende Therapie - einem Schnupfen komme ich mit guten Hausmitteln bei, bei einer Lungenentzündung wirken sie höchstens noch erleichternd, da muss dann schon eine andere Therapie her.
Mir ist schon klar, daß es bei Cymbalta keine Langzeiterfahrungen gibt, aber dafür geht es mir jetzt gut, und schließlich lebe ich heute und nicht in 20 Jahren. Was nicht heißt, dass ich weiter an mir arbeiten werde, um irgendwann mit leichteren Medikamenten oder vielleicht wieder ganz ohne auszukommen...
Ich bin gespannt auf Eure Antworten!
Liebe Grüße,
ulmette
ich nehme seit drei Wochen Cymbalta und war jetzt auf der Suche im Netz nach Infos über das Medikament.
Cymbalta ist mein erstes Antidepressivum, (Außer 1/4 Trimipramin zum Schlafen), und ich mache sowohl von der Wirkung als auch von den (nicht vorhandenen) Nebenwirkungen sehr gute Erfahrungen - na ja, erst drei Wochen lang. (Außerdem nehme ich noch 2 Parkinsonmittel und 5 mg Cortison - ein wilder Mix aus Medikamenten, die alle auf den Gehirnstoffwechsel wirken...)
Was ich nicht so recht verstehen kann: Warum sind einige von Euch neuen Medikamenten gegenüber so misstrauisch eingestellt? Jedes Medikament durchläuft umfangreiche, standardisierte Tests! Dass die nicht fehlerfrei sind, belegen die regelmässigen Arzneimittelskandale. Aber haben wir eine andere Wahl? Ich meine, schwere Erkrankungen erfordern eine entsprechende Therapie - einem Schnupfen komme ich mit guten Hausmitteln bei, bei einer Lungenentzündung wirken sie höchstens noch erleichternd, da muss dann schon eine andere Therapie her.
Mir ist schon klar, daß es bei Cymbalta keine Langzeiterfahrungen gibt, aber dafür geht es mir jetzt gut, und schließlich lebe ich heute und nicht in 20 Jahren. Was nicht heißt, dass ich weiter an mir arbeiten werde, um irgendwann mit leichteren Medikamenten oder vielleicht wieder ganz ohne auszukommen...
Ich bin gespannt auf Eure Antworten!
Liebe Grüße,
ulmette
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Oliver
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Hallo Ulmette.
Es gibt keine Beweise dafür, dass SSRI und Co. bei Depressionen wirklich die bestmögliche Behandlung sind. Aus den Daten geht eigentlich sogar hervor, dass Trizyklika besser wirken (vor allem bei schweren Depressionen). Meiner Meinung nach ist das Nutzen/Risiko Verhältnis bei leichten bis mittleren Depressionen bei so ziemlich allen anderen Behandlungen besser als das von SSRI und Co. und bei schweren Depressionen konnte für SSRI und Co. bisher überhaupt keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Es gibt "alte" Medikamente, Therapien und ander Ansätze die da besser wirken.
Du scheinst zu denken, dass Medikamente nur auf den Markt kommen, wenn sie wirklich eine Besserung der Wirksamkeit oder des Nebenwirksamkeitsprofils für bestimmte Anwendungen bedeuten - das habe ich früher auch geglaubt, aber das stimmt leider nicht ... vor allem nicht bei Psychopharmaka. Falls Du mehr darüber wissen willst, lies doch z.B. mal "Medicines Out Of Control?" von Charles Medawar.
Der eigentliche Test der Medikamente geht erst los, wenn sie auf den Markt kommen und dann werden selbst schwere Nebenwirkungen die häufig vorkommen über Jahre hinweg nicht "entdeckt" bzw. offiziell anerkannt. Nur ein paar Beispiele:
Alles Gute
Oliver
Das ist leider sehr naiv, was Du da sagst. Schön wär's ja, wenn man dem System vertrauen könnte, aber die "Fehler" die Du erwähnst, haben mittlerweile Programm - gerade bei Psychopharmaka. Lies mal ein wenig mehr in unseren Info- und Diskussionskategorien. Die standardisierten Tests sind z.B. nicht nur nicht fehlerfrei sondern werden massiv von den Herstellern manipuliert.Was ich nicht so recht verstehen kann: Warum sind einige von Euch neuen Medikamenten gegenüber so misstrauisch eingestellt? Jedes Medikament durchläuft umfangreiche, standardisierte Tests! Dass die nicht fehlerfrei sind, belegen die regelmässigen Arzneimittelskandale. Aber haben wir eine andere Wahl?
Es gibt keine Beweise dafür, dass SSRI und Co. bei Depressionen wirklich die bestmögliche Behandlung sind. Aus den Daten geht eigentlich sogar hervor, dass Trizyklika besser wirken (vor allem bei schweren Depressionen). Meiner Meinung nach ist das Nutzen/Risiko Verhältnis bei leichten bis mittleren Depressionen bei so ziemlich allen anderen Behandlungen besser als das von SSRI und Co. und bei schweren Depressionen konnte für SSRI und Co. bisher überhaupt keine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Es gibt "alte" Medikamente, Therapien und ander Ansätze die da besser wirken.
Du scheinst zu denken, dass Medikamente nur auf den Markt kommen, wenn sie wirklich eine Besserung der Wirksamkeit oder des Nebenwirksamkeitsprofils für bestimmte Anwendungen bedeuten - das habe ich früher auch geglaubt, aber das stimmt leider nicht ... vor allem nicht bei Psychopharmaka. Falls Du mehr darüber wissen willst, lies doch z.B. mal "Medicines Out Of Control?" von Charles Medawar.
Der eigentliche Test der Medikamente geht erst los, wenn sie auf den Markt kommen und dann werden selbst schwere Nebenwirkungen die häufig vorkommen über Jahre hinweg nicht "entdeckt" bzw. offiziell anerkannt. Nur ein paar Beispiele:
- Benzodiazepine können abhängig machen - es gibt heute noch Ärzte die das nicht wissen oder ihre Patienten nicht davor warnen. Es hat weit mehr als 10 Jahre gedauert, bis die Fachwelt es anerkannt hat.
- Das Abhängigkeitspotential von SSRI und Co. wird bis heute nicht anerkannt, obwohl Du allein hier im Forum schon etliche Fälle davon begutachten kannst - das wird wohl noch dauern
- Einige SSRI-Hersteller behaupten bis heute, dass sexuelle Nebenwirkungen "nur" bei ca. 5% der behandelten Patienten auftreten - mittlerweile ist aber (inoffiziell) bekannt, dass es eher 80% sind.
Gerade bei Psychopharmaka ist das extrem ausgeprägt, da viele Nebenwirkungen auch als Symptome der Krankheit abgetan werden können - dies tun die Pharmahersteller auch systematisch (siehe:"Let them eat Prozac" von David Helay).
Alles Gute
Oliver
@Oliver und Clonex,
danke für Eure Antworten.
Es gibt mir überhaupt nicht zu denken, daß ein Wirkstoff unter verschiedenen Namen für unterschiedliche Indikationen auf den Markt kommt. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Acetylsalicylsäure (Aspirin):
Sie wird als Kopfwehtablette verkauft und - in einer anderen Dosierung - als gerinnungshemmendes Mittel zur Vorbeugung gegen Verschlusskrankheiten. Die gerinnungshemmende Wirkung ist in einem Fall eine unerwünschte Nebenwirkung, bei der es auch schon Todesfälle gab, im anderen Fall ist es die therapeutische Wirkung.
Bei Autoimmun-Medikamenten kenne ich noch weitere solcher Fälle.
Ich werde Euren Rat beherzigen und mich in eurem Forum zu dem Thema umschauen.
Viele Grüße,
Ulmette
danke für Eure Antworten.
Es gibt mir überhaupt nicht zu denken, daß ein Wirkstoff unter verschiedenen Namen für unterschiedliche Indikationen auf den Markt kommt. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Acetylsalicylsäure (Aspirin):
Sie wird als Kopfwehtablette verkauft und - in einer anderen Dosierung - als gerinnungshemmendes Mittel zur Vorbeugung gegen Verschlusskrankheiten. Die gerinnungshemmende Wirkung ist in einem Fall eine unerwünschte Nebenwirkung, bei der es auch schon Todesfälle gab, im anderen Fall ist es die therapeutische Wirkung.
Bei Autoimmun-Medikamenten kenne ich noch weitere solcher Fälle.
Ich werde Euren Rat beherzigen und mich in eurem Forum zu dem Thema umschauen.
Viele Grüße,
Ulmette