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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Bin neu hier und suche dringend Hilfe!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Bin neu hier und suche dringend Hilfe!

Beitrag von Marie »

Ich kann nicht mehr, mein Mann hatte vom Hausarzt über 8 Jahre lang Fluoxetin bekommen. Mit den schlimmsten Nebenwirkung, welche nach seiner Aussage, sogar ihn soweit brachten, dass er soweit war um über Leichen zu gehen, was ihm große Angst machte. Er hatte immer wieder versucht es alleine abzusetzen, was ihm natürlich nicht gelungen war. Seit September hat er es mit Hilfe eines Sozialarbeiters schrittweise abgesetzt und durch Johanniskraut ersetzt. Von alle dem wusste ich nichts, ich hatte nur gemerkt, wie er sich seit letzten Sommer - da hatte er versucht es abzusetzen, musste es wieder nehmen, hatte aber nicht mehr gewirkt - sich total verändert hat. Er ist richtig böse und agressive mir gegenüber, spricht nicht mit mehr und ich erkenne ihn gar nicht mehr wieder. Wenn ich ihn beobachte, oder er ab und zu mal was sagt, stelle ich fest, dass er fast sämtlich Absetzsymptome welche hier genannt werden hat. Ich bin ziemlich am Ende und habe schon selbst für mich einen Therapeuten in Anspruch nehmen müssen. Ich weiß nicht mehr weiter. Er nimmt jetzt schon 4 Monate kein Fluoxetin mehr. Kann mir jemand helfen, ich wäre so dankbar für jeden Rat, ich möchte so gern meinem Mann helfen. Ich habe solche Angst ihn zu verlieren.

Marie
Linda
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Beitrag von Linda »

Liebe Marie,

vielleicht kannst Du Deinen Mann dazu bewegen, sich die Seiten hier selbst anzuschauen. Als Angehörige/r ist es sehr schwierig, ohne das Vertrauen des Betroffenen etwas zu bewegen.

Macht er selbst eine Therapie?

Linda
Dana
Beiträge: 139
Registriert: 12.12.2004 08:51

Beitrag von Dana »

liebe marie,

ich selber habe über 10 jahe fluctin genommen und kann sehr gut verstehen, was dein mann bzw. du durchmachen musst!!

wie kann ich dir helfen?? ich nehme seit pfingsten 2004 kein fluctin mehr und bin mittlerweile einigermassen "überm berg".........

für mich war das grösste problem, dass ich vergessen / verlernt hatte, was meine eigentliche persönlichkeit über all die jahre der unterdrückung ist.

ich könnte dir sehr viel schreiben, was ich in der zeit des absetzens erlebt habe - am aller schlimmsten war für mich, dass mein damaliger partner mich wie einen menschen zweiter klasse behandelt hat.

johanniskraut hat mir nicht geholfen - ich habe sehr oft einen psychokineoslogen aufgesucht und eine spezielle homöopathische behandlung angefangen. das fluctin bringt den körper so grundlegen über die jahre durcheinander, dass es anderer methoden bedarf - ist meine persönliche erfahrung..........

in der rückschau kann ich sagen, dass der weg sich bis heute gelohnt hat und eine ganz neue persönlichkeit gerade dabei ist, sich zu formen.

lg
dana
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Hallo Marie,

8 Jahre sind eine lange Zeit. Da wäre ein Ausschleichen über ein Jahr wahrscheinlich das Minimum.

Diese Medikamente können eine Verhaltensänderung hervorrufen - bei der Einnahme oder beim Absetzen. Aggressionen/Gereiztheit ist ein Beispiel dafür. Letztendlich ist es aber nicht seine "Schuld".

Ich würde auch vorschlagen, dass er sich über die Problematik informiert - z.B. auf dieser Seite.

Die Heilung ist leider ein langer Prozess - diese Medikamente können leider ziemliche Schäden anrichten, die mit der Zeit heilen müssen.

Fühlt er sich mit dem Johanneskraut denn besser ? Es kann nämlich auch den gegenteiligen Effekt haben, besonders wenn man unter Absetzsymptomen leidet.
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Hallo, Ich danke euch allen sehr für die Anteilenahme und den lieben Rat. Gestern hatte mein Mann mal einen "besseren" Tag und war etwas zugänglicher. Von dieser Seite, habe ich ihm schon letzte Woche erzählt. Einen Tag später hat er mir gesagt, dass sein Therapeut diese Seite kennt. Habe ihm auch gestern von den Beiträgen über Rosenwurz erzählt, vielleicht würde es ihm besser helfen als Johanniskraut.
Genau beschrieben, hört sich vielleicht blöd an, benimmt er sich wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde, dann ist er richtig gemein gegen mich und redet wirres Zeug, z.B. als wäre ich sein Feind und würde ihm etwas Böses tun wollen. Es ist manchmal wirklich nicht auszuhalten und ich bemühe mich ruhig zu bleiben, denn ich weiß ja, dass es nicht seine Schuld ist und für sein Verhalten nichts kann. Nach einigen Tagen einer sehr schlechten Phase mit ihm, breche ich dann manchmal zusammen und kann nicht mehr. Ich weiß, das es diese Absetzerscheinungen sind und er nicht dafür kann, es ist aber sehr schwierig für mich, weil er mich irgendwie total ausgrenzt.

Liebe Grüße
Marie
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Liebe Dana,
mein Mann hat mir vor einigen Wochen, als er gerade einen Tag hatte, wo es ihm scheinbar besser ging, gesagt, dass er seit letzten Sommer die Hölle durchgemacht hat. Ich habe damals gemerkt, dass irgendetwas los ist mit ihm und wusste nicht was. Zur Zeit scheint er diese Grippe ähnlichen Symptome zu haben, wie Muskelschmerzen, vor allen Dingen in den Beinen. Ich habe ihm Magnesium besorgt und das nimmt er jetzt auch. Er hat auch Phasen, da friert er Nachts, hat eiskalte Beine und z. Z. schwitzt und zuckt er Nachts.
Seit dem Absetzen hat er auch ein Zwangsverhalten. Ich hoffe, dass mit der Zeit sich alles wieder normalisiert.

Lg
Marie
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Liebe Linda,
er macht eine Therapie mit einem Suchtherapeuten welcher diese Absetzproblematik kennt. Mein Mann hat schon zu mir gesagt, dass dieser Mann ihm sehr helfen würde und dass er ohne ihn dass nicht geschafft hätte.

Lg Marie
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
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Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Hallo Marie,

vielleicht hilft es deinem Mann trotzdem wenn er hier mal vorbeischaut - einfach um zu sehen, dass es anderen auch schlecht geht und er nicht alleine ist.

Falls Johanneskraut nicht wirklich was bringt, würde ich es evtl. absetzen - sein Körper ist jetzt sehr sensibel auf andere Stoffe, besonders die, die das Nervensystem stimulieren.

Magnesium kannst du versuchen - am besten Magnesiumcitrat wie z.B. Diasporal - das kann der Körper besser absorbieren.

Habt ihr Fischölkapseln ausprobiert ? Vielleicht möchtest du dazu die Suchfunktion vom Forum verwenden "Fischöl".

Auch wenn es ihm sehr schlecht geht ist eine gute Kommunikation von Vorteil - ihr redet nicht so viel darüber oder ? Vielleicht könnt ihr es ja auch so einrichten, dass er sich freiwillig zurückzieht wenn er merkt, dass er wieder aggresiv/gereizt ist. Und auch wenn die Aggressionen durch das Medikament ausgelöst wurden - eine Freikarte um an dir die Wut auszulassen sollte es nicht sein. Vielleicht sollter er lieber von seinen Problemen bzw. Symptomem erzählen. Oder hat er Angst irgendwie als Schwach oder so darzustehen ?

Die Heilung verläuft langsam und in "Schüben" - es gibt bessere Tage und schlechtere. Irgendwann werden die besseren Tage immer mehr.

Ich wünsch euch viel Erfolg.
Dana
Beiträge: 139
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Beitrag von Dana »

liebe marie,

ich bin mir nicht sicher, ob ein sozialarbeiter deinem mann alleine hilft............

ich würde mal zu einem guten arzt mit zusatz naturheilverfahren gehen - hat mir sehr viel geholfen!! du kannst davon ausgehen, dass bei deinem mann körperlich einiges durcheinander geht und er dringend unterstützung diesbezüglich gebrauchen kann......... magnesium und so ist nach meiner erfahrung einfach zu wenig - die verdauung ist bestimmt ziemlich durcheinander ..........

ganz viele liebe grüsse von
dana
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Hallo CloneX,

danke für den Rat. Fischölkapseln hat er bis jetzt noch nicht probiert.
Er nimmt nur Johanniskraut-Rotölkapseln.
Ich komme einfach nicht an ihn ran :frust: ausgerechnet vor mir verschließt er sich am meisten! Manchmal denke ich, dass seine Zwangsgedanken sich gegen mich richten, weil er nämlich schon in
"verwirrtem" Zustand gemeint hatte, ich würde ihm Böses wollen?
Ist es möglich, dass er Abstand hält, weil er die Befürchtung hat, dass er mir was antun könnte? :(

Lg Marie
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Liebe Dana,

Du wirst es nicht glauben, aber genau solch ein Arzt hat ihm Fluctin gegeben! :evil: Er hat ihm immer gesagt, wenn er versucht hat abzusetzen und diese schlimmen Absetzerscheinung auftraten, es wäre ein Zeichen, dass er sie bräuchte und ein ganzes Leben lang nehmen müsste. :cry: Ich weiß nur das Eine, es ist schlimm wie leichtfertig Ärzte mit dem Leben von "Schutzbefohlenen" umgehen.

Lg Marie
Dana
Beiträge: 139
Registriert: 12.12.2004 08:51

Beitrag von Dana »

liebe marie

ohjjjjjeeeeeeeeee :evil:

ich kann dir versichern, dass ich ohne fluctin mittlerweile weniger depressiv als mit fluctin bin!! glaub bitte nicht den quatsch, dass dein mann das ein leben lang einnehmen muss!

ich würde dennoch einen guten arzt suchen, der deinem mann hilft - auch wenn ihr auf ein super schwarzes schaf reingefallen seit.

wenn du magst, schreibe ich dir privat -ich kann dir dort adressen etc.
geben.

dass dein mann abständ hält ist meiner meinung nach, weil es ihm ziemlich "peinlich" ist, wie er sich fühlt, denkt etc............. es muss ihn unendlich belasten vermute ich......... wenn man sowas nicht erlebt hat, kann man sich das sehr schwer vorstellen..........

ich drück dich, dass du die kraft hast, durch zu halten :hug:

lg
dana
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Liebe Dana,

danke, für Deine lieben Worte! Vielleicht ist es ihm wirklich peinlich, zumal er sexuelle Probleme dadurch hat. Kein Interesse am Sex, wenn, dann keine Ejakulation, Anorgasmie. Obwohl er noch nie sehr gesprächig war. Er denkt wohl immer, er kann alles alleine regeln :cry:
Ich kann nur hoffen, dass alles besser wird. Meine größte Angst ist wohl, dass er er z. B. diese Distanzhaltung mir gegenüber beibehalten könnte!

lg Marie
Dana
Beiträge: 139
Registriert: 12.12.2004 08:51

Beitrag von Dana »

liebe marie,

hat dein mann diese sexuelle unlust erst seit dem entzug oder schon vorher? würde mich interessieren, da ich ziemlich gleichgültig dem thema sex gegenüber seit einem jahr geworden bin - ich schiebe es darauf, dass meine letzte beziehung so unglücklich geendet ist :cry:

zurück zu dir:
männer versuchen leider oft alles mit sich selber auszumachen - ob das der beste weg ist, sei dahin gestellt.

wie lange ist denn dein mann schon auf 0? hat er ausgeschlichen oder ist er einfach auf 0 gegangen???

warum hat er eigentlich vor 8 jahren damit angefangen??

was deine angst betrifft, dass es sich immer von dir abwendet kann ich nur sagen, dass alle entzugssymptome mit der zeit schwächer werden / bzw. nachlassen - und wenn er früher nicht so war kann ich mir gut vorstellen, dass er wieder auf dich zugeht.

lg
dana
Marie
Beiträge: 45
Registriert: 19.03.2005 11:16

Beitrag von Marie »

Liebe Dana, diese speziellen Probleme gab es nach dem Absetzen. Die AD wurde nach zweimonatigem Absetzen durch Johanniskraut ersetzt
(seit 4 Monaten). Meiner Meinung nach wurde zu schnell abgesetzt?
Ich hoffe nur, dass dieses schizophrene Verhalten bald weggeht :frust:
ist bald nicht mehr zu ertragen :cry: lange halte ich es nicht mehr durch. Wenn einem ein geliebter Menschen dermaßen "kalt" und abweisend gegenübersteht, ist es kaum auszuhalten. Wenn man Tag für Tag über Monate kein gutes Wort bekommt ist man am Verzweifeln.
:frust:

lg Marie
Gesperrt