Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Mirtazapin absetzen

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Hannes Wien
Gründer
Beiträge: 903
Registriert: 27.10.2003 14:16
Wohnort: Wien
Danksagung erhalten: 6 Mal

....nicht so schnell...!!!

Beitrag von Hannes Wien »

Hallo Dunja,
Mir gings überraschend sehr gut - 4 Wochen lang. Dann kams von heute auf Morgen war sämtliche "alten" Symptome wieder da. Naja, bis auf die Ängste, die hab ich so real nicht verspürt, waren aber da, weil ich mich in die ganze Problematik wieder so reingesteigert habe.
Die Absatzsymptome sind bei mir auch erst nach ein paar Wochen extra
stark gewoden!

Ich hatte das Gefühl eine sehr schwere Darm-Bauchgrippe zu haben.
Also ständig Magenschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, und meine Gedanken kreisten nur noch um das - und die Sorge, dass jetzt alles wieder so schlimm werden könnte, wie vorher schon einmal.
Also genau diese Symptome hatte ich 1 Woche nach dem Absetzen, für gute 5 Wochen, danach sind sie langsam verschwunden!

Nach meinen heutigen Wissensstand waren das bei dir zu 99% Entzugerscheinungen.
David Healy Es gibt drei Indikatoren, um zwischen Absetzerscheinungen und dem Wiederauf-tauchen der ursprünglichen Symptomatik zu unterscheiden:

1. Wenn das Problem kurze Zeit nach einer Dosisreduktion oder dem Absetzen auftritt (das können je nach Patient Stunden, Tage oder sogar einige Wochen sein) ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um ein Absetzsymptom handelt. Das erfolgreich behandelte ursprüngliche Problem sollte eigentlich nach dem Absetzen über Monate oder sogar Jahre nicht mehr auftauchen
Naja, und nach 2 Wochen habe ich dann (auf Anraten der Ärzte) wieder die minimalste Dosis
Das ist das traurige die Ärzte im deuschsprachigen Raum haben 0 Ahnung über Absatzsymptome.

Wie schnell sind den die Symptome wieder verschwunden nachedem du Remergil wieder genommen hast ??
Ein paar Tage eine Woche ??
David Healy:
2. Wenn die Symptome (siehe Absetzsymptome) nach erneuter Einnahme oder Erhöhung der Dosis wieder verschwinden, deutet dies ebenfalls auf ein Absetzsymptom hin und nicht auf ein Wiederauftauchen der ursprünglichen Symptomatik. Wenn es echte Krankheitssymptome wären, würde es länger dauern, bis Sie wieder auf die Behandlung ansprechen. Die kurzfristige Reaktion der Symptomatik auf die Behandlung weist auf ein Absetzproblem hin.
Also 1. Woche = 0,5 ml (= 7,5 mg); 2. Woche = 0,4 ml (=6 mg); 3. Woche 0,3 ml (= 4,5 mg); 4. Woche = 0,2 ml (= 3 mg); 5. Woche = 0,1 ml täglich (= 1,5 mg) - das 2 Wochen lang und dann aufhören.
Langsam ist das nicht, ich mein nicht die Reduzierungsschritte, sondern die Zeit dazwischen.

Hör auf deinen Körper!
Ich würde mindestens 2-3 Wochen zwischen jeden Schritt vergehen lassen, weil die richtig heftigen Entzugserscheinungen öfters erst nach Wochen herauskommen, siehe bei deinen vorigen Abstzversuch 4 Wochen.
Ich hoffe, dass die Reduzierungsschritte nicht zu groß sind - da ich seit Mittwochabend nicht mehr gut schlafen kann.
Also ich weiß nicht, ob ich überhaupt schlafe, schau nur immer mal wieder auf die Uhr und es kommt mir vor, als ob ich gar nicht geschlafen hätte.
Das kenn ich auch gut, beim Absetzen schlecht schlafen, so wie du es beschrieben hast, 2 Wochen nach 0 bis zum heutigen Tag schlafe ich leider ~10 Stunden!

Ich würde das auf jedem Fall viel langsamer machen als deine Ärztin meint!

Liebe Grüße mit der Hoffnug das du ohne Entzugserscheinugen davonkommst!

Hannes
Dunja40
Beiträge: 37
Registriert: 07.04.2004 13:53
Wohnort: Nürnberg

Hallo HannesWien!

Beitrag von Dunja40 »

Vielen Dank erstmal, dass Du mir geantwortet hast.

Du fragst mich, wann es nach der Einnahme vom REMERGIL mir wieder besser ging? Bereits am 2. Tag war alles wieder in Ordnung - ich habe mir im Nachhinein schon gedacht, dass es sich um Absetzsymptome gehandelt haben könnte. Aber im Moment war ich einfach froh, dass alles wieder o.k. war. Ich hatte doch während dieser Tage soviel Angst davor, wieder das "alte" Krankheitsbild" zu haben. Als ich mit dem REMERGIL anfing, hatte ich nur noch 45 kg bei 1,72 und mir war nur noch übel, ich hatte ständig Durchfall, Ängste, Schlafstörungen und ich konnte zum Schluss nichts mehr essen. Hatte Angst, dass ich sterben muss. Und soweit wollte ich es natürlich nicht mehr kommen lassen und war froh, dass mir das REMERGIL so schnell da wieder rausgeholfen hat. Naja, jetzt bin ich ja gewappnet. Ich habe mir auch schon gedacht, dass es evtl. besser wäre, in 2-Wochen-Schritten zu reduzieren; naja, hab in 2 Wochen wieder Termin bei der Neurologin - denke, die wird das akzeptieren, wenn sie es auch nicht verstehen wird. Die Ärzte, die ich kenne, sind alle der Meinung, wenn man erst mal nur noch 1 Remergil 15er am Tag nimmt, könne man ohne weiteres ganz damit aufhören.............
Wenn ich meiner Ärztin aber sage, ich wolle noch vorsichtiger ausschleichen, wird sie bestimmt nix dagegen haben - und mir, da ich ja ein so sensibler ängstlicher Mensch bin, die langsame Reduktion schon zugestehen.
Gestern habe ich wieder etwas besser geschlafen, bin schon froh - und versteif mich da jetzt nicht mehr so drauf, was ist, wenn es NIE MEHR besser wird mit dem Schlafen. Hab ja jetzt gesehen, dass es wieder besser werden kann.
Ich hoffe, noch mehr von Dir und Dita zu hören - und verbleibe mit den besten Wünschen fürs kommende Wochenende!

DUNJA40 :wink:
Angst- u. Somatisierungsstörung!

seit August 2003 REMERGIL 30 mg,
seit 1.1.04 R. 15 mg,seit 6.2.04 R 15 alle 2 Tage
seit 23.3.04 R 15 -alle 3 Tage, seit 4.4.04 ohne!
ansonsten EUTHYROX 75!
SEIT 11.5.04 wieder 15 REMERGIL - leider!
ab 24.6.04 alle 2 Tage 15 mg R. - über 1/2 Jahr lang also nur jeden 2. Tag ne 15er Tab
ab 17.02.05 REMERGIL flüssig; 0,5 ml (= 7,5 mg) R. tägl.;
ab 23.02.05 R. flüssig 0,4 ml (= 6 mg) tägl.;
ab 10.03.05 R. flüssig 0,3 ml (= 4,5 mg) tägl.;
ab 24.03.05 R. flüssig 0,2 ml (=3 mg) tägl.;
ab 08.04.05 R. flüssig 0,1 ml (= 1,5 mg) tägl.;
seit 22.04.05 OHNE !!!

erneute Einnahme 15 mg Remergil seit Juni 07 (8 Monate) - schleichend abgesetzt! letzter Brösel: 17.03.08 !!! OHNE

vorübergehend ab 19.07.2008: wieder 1/2 Remergil = 0,75 mg (3 Monate), Ausschleichen - Abgesetzt am 8.10.2008
Dita
Beiträge: 15
Registriert: 09.12.2004 16:28

Hallo Dunja!

Beitrag von Dita »

Ja, ich habe hier schon lange nicht mehr reingeguckt und habe erst jetzt deinen Beitrag gelesen. Ich bin auch noch fleissig beim absetzen und bis jetzt läuft alles nach Plan. Bin jetzt bei 10,5mg pro Tag angelangt und bis jetzt noch nix vom Absetzen gemerkt. Ich gehe aber übrigens alle zwei Wochen immer 1,5mg (bzw. 0,1ml Lösung) runter.Dauert dann zwar sehr lange die ganze Absetzerei,aber besser langsam, also sich wieder rumzuquälen. Ich hatte auch ganz schlimme Schlaflosigkeit,Herzrasen und so Grippeartige Symptome.

Und übrigens hat mein Psychiater mir auch erst nicht geglubt,dass ich Absetzsymptome habe.Aber als ich das letzte mal da war, war er plötzlich wie ausgewechselt.Anscheinend hat er sich in das Thema eingelesen. Er hat mir widerspruchslos das flüssige Remergil verschrieben und hat mir auch keinen Absetzplan gegeben. Er hat schon gemerkt, dass ich mich selber weitergebildet habe und genug Ahnung davon habe.
So, ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg beim Absetzen und ich werde wieder berichten wie es bei mir klappt.
Viele Grüsse,Dita.
Diagnose:Cortison-Psychose mit Depressionen
Medikament: 15mg Mirtazapin zum Schlafen seit dem 23.August 2004
1.Absetzversuch fehlgeschlagen: Mitte November 2004:5 Tabletten 15mg jeden 2.Tag und danach 5 Tabletten 15mg jeden 3.Tag, Anfang Dezember wieder volle Dosis von 15mg pro Tag, da Herzrasen, absolute Schlaflosigkeit, Hitzeattacken, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit
2.Absetzversuch:15mg an einem Tag und 7,5mg am anderen Tag:Schon nach drei Tagen absolute Schlaflosigkeit, wieder auf 15mg hochdosiert.
3.Absetzversuch:
6.2.05 13,5mg
20.2.05 12mg
6.3.05 10,5mg
Gesperrt