Neu hier :o)
Neu hier :o)
Hallo,
zunächst einmal- halleluja! Dass ich dieses Forum gefunden habe, ist schon einen Jubel wert. Ich grüße euch alle erst mal! Kurz zu meiner Bio:
F/35, verh., 2 Kids bin seit April (nachdem ich von einer Affaire meines Mannes erfahren hatte und sprichwörtlich zusammengeklappt bin) auf anraten meines Psychologen auf 20 mg Paroxetin. Das lief zunächst auch prima, mir gings erheblich besser mit dem Zeug und ich hatte mich gut ein dutzend mal versichert, dass dieses Medikament wirklich nicht abhängig macht (meine Oma starb in Folge Medikamentenabhängigkeit- also ein sensilbles Thema für mich)
Nachdem mir der liebreizende Psychologe richtig auf die Nerven ging (drängte darauf, ich solle selbst eine Affaire haben, damit es mir besser ginge), bin ich kurzerhand nicht mehr hingegangen und habe fröhlich weiter an meinen Paroxetin genagt. Vor ca. 2 Wochen dachte ich, es sei jetzt an der Zeit, das Zeug abzusetzen. Langsam natürlich, von ausschleichen hatte ich schon gelesen. Also mal eben die Dosis halbiert- und whommmmm, da hats mich echt gerissen. Ich hatte nach 2 Tagen so grauenhafte Absetzsymptome, es war unvorstellbar. Ich bin von Haus aus ein sehr ruhiger Mensch, schreie selten und neige überhaupt nicht zu Gewalt. Doch an diesem einen Tag (es war der 2. "halbe Dosis" Tag) bin ich dermaßen ausgeflippt, dass ich die halbe Einrichtung zerlegt habe.
Daraufhin habe ich mich auf die Suche nach Infos gemacht und bin HIER gelandet. Ich will so dringend weg von dieser Teufelspille! Es hat mich so schockiert, mich selbst als absolut durchgeknallt zu erleben, dass ich lieber bis zum Ende meiner Tage an Depressionen leide, als von diesem Zeug abhängig zu sein. Nur leider sollte ich einen gewissen Lebensmodus aufrecht erhaten können, denn wie Eingangs erwähnt, stehen die Dinge zuhause nicht zum Besten und ich habe Angst, dass ich im Scheidungsfall die Kinder weggenommen bekomme, weil ich entweder depressiv oder tablettenabhängig bin.
Ich bin für jeden Tipp/Erfahrungsbericht dankbar (wahrscheinlich steht schon vieles in den Postings, aber ich war zu ungeduldig, alles zu lesen)
Ich habe auch schon versucht, einen neuen Arzt zu finden, aber anscheinend ist das aussichtslos so auf die schnelle.
Es grüßt ganz lieb-
Pumpkin
-
Oliver
- Gründer
- Beiträge: 11072
- Registriert: 10.10.2003 23:58
- Hat sich bedankt: 713 Mal
- Danksagung erhalten: 420 Mal
Hallo Pumpkin.
Willkommen im Forum
Freut mich, daß Du her gefunden hast. Deine Ungeduld und Aufregung kann ich sehr gut verstehen - aber setzt Dich doch erstmal, nimm Dir 'nen Keks und atme tief durch.
Also: Du warst etwa 6 Monate auf 20mg Paroxetin, hast vor zwei Wochen die Dosis halbiert und bist in Teufels Küche geraten, stimmt das soweit?
Hast Du die Dosis wieder auf 20mg erhöht, oder gehr es Dir jetzt mit 10mg besser?
Gehe ich recht in der Annahme, das Du keinen Arzt kennst, der sich dieser Problematik bewusst ist?
Das erste was ich Dir jetzt mal als Lesefutter anbiete, ist unser Infopaket. Das ist eine Zusammenstellung zum Thema SSRIs Absetzen - besonders interessant dürften die darin enthaltenen Absetzpläne sein. Schau Dir das mal in Ruhe an. Nix überstürzen
Das Infopaket ist im Word Format. Du findest es hier:
http://www.antidepressiva-forum.de/user ... %201.3.doc
Ich hoffe das hilft Dir erstmal weiter ... schau dich in Ruhe um und lass von Dir hören.
Bis bald.
Oliver
Willkommen im Forum
Freut mich, daß Du her gefunden hast. Deine Ungeduld und Aufregung kann ich sehr gut verstehen - aber setzt Dich doch erstmal, nimm Dir 'nen Keks und atme tief durch.
Also: Du warst etwa 6 Monate auf 20mg Paroxetin, hast vor zwei Wochen die Dosis halbiert und bist in Teufels Küche geraten, stimmt das soweit?
Hast Du die Dosis wieder auf 20mg erhöht, oder gehr es Dir jetzt mit 10mg besser?
Gehe ich recht in der Annahme, das Du keinen Arzt kennst, der sich dieser Problematik bewusst ist?
Das erste was ich Dir jetzt mal als Lesefutter anbiete, ist unser Infopaket. Das ist eine Zusammenstellung zum Thema SSRIs Absetzen - besonders interessant dürften die darin enthaltenen Absetzpläne sein. Schau Dir das mal in Ruhe an. Nix überstürzen
Das Infopaket ist im Word Format. Du findest es hier:
http://www.antidepressiva-forum.de/user ... %201.3.doc
Ich hoffe das hilft Dir erstmal weiter ... schau dich in Ruhe um und lass von Dir hören.
Bis bald.
Oliver
Hallo Oliver,
danke fürs willkommen
Ja, ich bin wieder auf 20 mg. Trotzdem gehts mir nicht super gut.
Ich finde schon grundsätzlich keinen arzt (warteliste), geschweige denn einen, der ausreichend informiert ist. Kurzfristig bekam ich einen Termin bei einer Neurologin/ Psychotherapeutin, die mir Suizidgefahr bescheinigte....nicht gerade mein Krankheitsbild, ich werde meine Kinder nie im Stich lassen.
Momentan bin ich auf dem "hilf dir selbst- trip", den geposteten link habe ich schon gelesen.......macht nicht gerade Mut
Danke auf jeden Fall schon mal für die nette Aufnahme!
Adrienne
danke fürs willkommen
Ich finde schon grundsätzlich keinen arzt (warteliste), geschweige denn einen, der ausreichend informiert ist. Kurzfristig bekam ich einen Termin bei einer Neurologin/ Psychotherapeutin, die mir Suizidgefahr bescheinigte....nicht gerade mein Krankheitsbild, ich werde meine Kinder nie im Stich lassen.
Momentan bin ich auf dem "hilf dir selbst- trip", den geposteten link habe ich schon gelesen.......macht nicht gerade Mut
Danke auf jeden Fall schon mal für die nette Aufnahme!
Adrienne
-
Anne
Liebe Pumpkin!
Herzlich willkommen in unserem Forum. Deine Beschreibung kommt mir unglaublich bekannt vor... Ich gehöre auch zu den Betroffenen, die nach dem Absetzen "durchgedreht" sind. Ich habe eine schreckliche Persönlichkeitsveränderung durchgemacht, in der ich sehr aggressiv geworden bin und die Aggression vorallem gegen mich selbst gerichtet habe...
Die einzige Lösung, die ich für dieses Problem kenne, ist ganz ganz langsam nur abzusetzen. Die Absetzpläne, die Oliver Dir schon ans Herz gelegt hat, können Dir eine Richtlinie geben. Eventuell ist es günstig dafür auf die flüssige Form von Paroxetin (Seroxat Suspension) umzusteigen, weil es sich besser dosieren läßt. Aber nicht alle Menschen vertragen diesen Wechsel. Das bedeutet aber auch, daß Du Dir einen neuen Arzt suchen mußt, der Dir das Zeug wieder verschreiben kann, solange bis Du davon wieder heruntergekommen bist.
Es wird unter Umständen einige Zeit dauern das Medikament abzusetzen. Wegen Deiner Kinder mache Dir nicht zu große Sorgen. Ich kenne eine Mutter, die unter einer schweren psychischen Erkrankung leidet und die nach der Scheidung auch weiterhin für ihre Kinder sorgt. Das ist also kein Grund Dir die Kinder wegzunehmen. Außerdem ist es es wert zu hinterfragen, ob man wirklich an einer psychischen Erkrankung leidet. Soweit ich Dich verstanden habe, bist Du durch die Affaire Deines Mannes und die Trennung in eine emotionale Krise geraten. Obwohl die Herrn Psychiater auch dafür eine entsprechende Diagnose haben (Belastungssyndrom...), halte ich persönlich nichts davon jemanden in einer emotionalen Krise zu pathologisieren. Wir sind Menschen, die auf Kränkungen und Schmerz mit Emotionen reagieren, mit Trauer, Wut, Enttäuschung und Erschöpfung und das sind ganz normale und verständliche Reaktionen.
Kopf hoch und viel Kraft wünscht Dir Anne
Herzlich willkommen in unserem Forum. Deine Beschreibung kommt mir unglaublich bekannt vor... Ich gehöre auch zu den Betroffenen, die nach dem Absetzen "durchgedreht" sind. Ich habe eine schreckliche Persönlichkeitsveränderung durchgemacht, in der ich sehr aggressiv geworden bin und die Aggression vorallem gegen mich selbst gerichtet habe...
Die einzige Lösung, die ich für dieses Problem kenne, ist ganz ganz langsam nur abzusetzen. Die Absetzpläne, die Oliver Dir schon ans Herz gelegt hat, können Dir eine Richtlinie geben. Eventuell ist es günstig dafür auf die flüssige Form von Paroxetin (Seroxat Suspension) umzusteigen, weil es sich besser dosieren läßt. Aber nicht alle Menschen vertragen diesen Wechsel. Das bedeutet aber auch, daß Du Dir einen neuen Arzt suchen mußt, der Dir das Zeug wieder verschreiben kann, solange bis Du davon wieder heruntergekommen bist.
Es wird unter Umständen einige Zeit dauern das Medikament abzusetzen. Wegen Deiner Kinder mache Dir nicht zu große Sorgen. Ich kenne eine Mutter, die unter einer schweren psychischen Erkrankung leidet und die nach der Scheidung auch weiterhin für ihre Kinder sorgt. Das ist also kein Grund Dir die Kinder wegzunehmen. Außerdem ist es es wert zu hinterfragen, ob man wirklich an einer psychischen Erkrankung leidet. Soweit ich Dich verstanden habe, bist Du durch die Affaire Deines Mannes und die Trennung in eine emotionale Krise geraten. Obwohl die Herrn Psychiater auch dafür eine entsprechende Diagnose haben (Belastungssyndrom...), halte ich persönlich nichts davon jemanden in einer emotionalen Krise zu pathologisieren. Wir sind Menschen, die auf Kränkungen und Schmerz mit Emotionen reagieren, mit Trauer, Wut, Enttäuschung und Erschöpfung und das sind ganz normale und verständliche Reaktionen.
Kopf hoch und viel Kraft wünscht Dir Anne
-
Oliver
- Gründer
- Beiträge: 11072
- Registriert: 10.10.2003 23:58
- Hat sich bedankt: 713 Mal
- Danksagung erhalten: 420 Mal
Hallo Adrienne.
Du hast das gesamte Infopaket gelesen, und es macht Dir nicht gerade Mut - das tut mir leid, es ist nämlich ausser unserem Forum und den gesammelten Erfahrungen der Mitglieder hier das beste was wir im Moment anzubieten haben ...
Vielleicht macht es Dir etwas Mut, wenn ich Dir sage, das viele es mit Hilfe dieser Absetzpläne und der Unterstützung von Leidensgenossen geschafft haben. Es ist allerdings bei Menschen, die offensichtlich starke Absetzerscheinungen haben ein langer Prozess. Eine Faustregel ist die Hälfte der Einnahmezeit für das Absetzen einzuplanen.
Das wichtigste ist, das Du nichts überstürzt. Warte erst einmal, bis es Dir wieder gut geht. Entscheide mit welcher Absetzmethode Du es versuchen willst. Ich denke, daß bei Dir der Wechsel auf Seroxat Suspension (flüssiges Paroxetin) und sehr kleine Schritte das sinnvollste ist. Aber warten wir mal ab, was die anderen meinen.
... oh ... ich habe noch Mut für Dich gefunden - ich brauche ihn im Moment nicht ... hier
(Das ist "Mut" mit seinem treuen Pferd "Ausdauer")
Tschüss
Oliver
Du hast das gesamte Infopaket gelesen, und es macht Dir nicht gerade Mut - das tut mir leid, es ist nämlich ausser unserem Forum und den gesammelten Erfahrungen der Mitglieder hier das beste was wir im Moment anzubieten haben ...
Vielleicht macht es Dir etwas Mut, wenn ich Dir sage, das viele es mit Hilfe dieser Absetzpläne und der Unterstützung von Leidensgenossen geschafft haben. Es ist allerdings bei Menschen, die offensichtlich starke Absetzerscheinungen haben ein langer Prozess. Eine Faustregel ist die Hälfte der Einnahmezeit für das Absetzen einzuplanen.
Das wichtigste ist, das Du nichts überstürzt. Warte erst einmal, bis es Dir wieder gut geht. Entscheide mit welcher Absetzmethode Du es versuchen willst. Ich denke, daß bei Dir der Wechsel auf Seroxat Suspension (flüssiges Paroxetin) und sehr kleine Schritte das sinnvollste ist. Aber warten wir mal ab, was die anderen meinen.
... oh ... ich habe noch Mut für Dich gefunden - ich brauche ihn im Moment nicht ... hier
(Das ist "Mut" mit seinem treuen Pferd "Ausdauer")Tschüss
Oliver
Hallo,
nun schreibe ich Dir auch!!!!
Auch ich habe bis vor kurzem Paroxetin genommen-20 mg tägl.
Und meine Versuche es zu reduzieren scheiterten leider immer bei so 10 mg.Bzw. ich bekam Unruhezustände,Ängste....und so hab ich die Dosis schnellllllll wieder erhöht.
Ich habe dann 2 Dinge getan:
erstens mir das Buch-"Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie gekauft..und einfach mal gelesen,bzw .durchgesehen....
und auch die Absetzpläne "studiert".
Und, um es kurz zu machen-ich bin auf Fluoxetin "umgestiegen",das SSRI mit der längsten Halbwertzeit.Habe Paroxetin von heute auf morgen abgesetzt und Fluoxetin eingeschlichen.Erst mit 10 mg tägl,dann mit 20 mg.
Und nach einer Woche dieser Dosierung habe ich angefangen Fluoxetin zu reduzieren.
Anfangs hatte ich auch eine mittlere Unruhe-aber nicht zu vergleichen mit den Paroxetin-Absetz-Symptomen.
Inzwischen,nach ca. einem Monat nun ,nehme ich jeden 3.Tag 20 mg Fluoxetin und es geht mir gut.Und ich stehe einer weiteren Reduzierung sehr positiv und gelassen gegenüber.
Liebe Grüsse und alles Gute
Jade
nun schreibe ich Dir auch!!!!
Auch ich habe bis vor kurzem Paroxetin genommen-20 mg tägl.
Und meine Versuche es zu reduzieren scheiterten leider immer bei so 10 mg.Bzw. ich bekam Unruhezustände,Ängste....und so hab ich die Dosis schnellllllll wieder erhöht.
Ich habe dann 2 Dinge getan:
erstens mir das Buch-"Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie gekauft..und einfach mal gelesen,bzw .durchgesehen....
und auch die Absetzpläne "studiert".
Und, um es kurz zu machen-ich bin auf Fluoxetin "umgestiegen",das SSRI mit der längsten Halbwertzeit.Habe Paroxetin von heute auf morgen abgesetzt und Fluoxetin eingeschlichen.Erst mit 10 mg tägl,dann mit 20 mg.
Und nach einer Woche dieser Dosierung habe ich angefangen Fluoxetin zu reduzieren.
Anfangs hatte ich auch eine mittlere Unruhe-aber nicht zu vergleichen mit den Paroxetin-Absetz-Symptomen.
Inzwischen,nach ca. einem Monat nun ,nehme ich jeden 3.Tag 20 mg Fluoxetin und es geht mir gut.Und ich stehe einer weiteren Reduzierung sehr positiv und gelassen gegenüber.
Liebe Grüsse und alles Gute
Jade
-
Linda
- Gründer
- Beiträge: 654
- Registriert: 06.10.2003 11:46
- Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
- Danksagung erhalten: 8 Mal
Willkommen im Forum
Liebe Pumpkin,
es tut mir leid, dass Du so eine schwierige Zeit durchmachen mußt. Als geschiedene (und wiederverheiratete) Mutter von drei Kindern - 2 davon allerdings schon erwachsen - kann ich Dir das sehr gut nachvollziehen. Du mußt Dich zur Zeit mit vielem beschäftigen, mit dem Betrug, mit dem Vertrauensverlust, Angst um die Kinder - und jetzt auch noch das mit dem Medikament. Wie alt sind Deine Kinder? Dein Therapeut war auch sehr hilfreich und sensibel.... unglaublich.
Fürs Erste finde ich den Rat von Oliver mit dem Keks sehr gut. Mit überstürzten Handlungen tust Du Dir nur schaden. Ansonsten ist das Meiste schon gesagt worden.
Wie oben erwähnt, haben es viele Menschen geschafft, das Paroxetin mit minimalen Schwierigkeiten abzusetzen. Der Trick ist wirklich ganz langsam vorzugehen und nach jedem Absetzschritt mindestens 2 Wochen abzuwarten, bevor man sich an den nächsten wagt. In der Zeit, als Du das Medikament genommen hast, haben sich die Rezeptoren im Gehirn verändert. Diese müssen sich erst wieder umstellen, das dauert einfach eine gewisse Zeit. Es ist wichtig, Dir immer vor Augen zu führen, dass wenn Du Schwierigkeiten bekommen solltest, dass es nicht an Dir liegt.
Fälle wie Deine, bei den jemand ein SSRI zur Bewältigung von Lebenskrisen verschrieben bekommen haben, gibt es auf der ganzen Welt wie Sand am Meer. Ich habe das sehr oft gesehen. Meiner Meinung nach gehören diese Medikamente in den Händen von erfahrenen Ärzten, die die Gefahren kennen und sich mit der Absetzproblematik auskennen. Leider gibt es davon sehr wenige, hier in Deutschland sowieso, wo die Problematik fast überall einfach verneint wird.
Ich habe mich auch mit sehr vielen Müttern ausgetauscht, die es trotz zusätzlicher Belastung durch die Kinder ohne große Schwierigkeiten abgesetzt haben. Was vielleicht wichtig ist, dass Du eine Entlastung für den Tag nach dem Absetzschritt organisierst, falls Du Dich ausruhen willst oder so.
Ich verstehe, dass Du das Medikament ganz schnell los haben willst, nur geht das leider nicht. Wenn Du Dich nach den Absetzplänen richtest, kannst Du Dir aber einen Absetzplan ausarbeiten - wir helfen Dir dabei, wenn Du willst. Dann kannst Du auf ein Ziel "hinarbeiten", das macht es vielleicht für Dich einfacher, geduldig zu sein.
Zur Option umsteigen auf Fluoxetin - das würde ich nicht jetzt gleich machen. Versuche einfach, langsam zu reduzieren.
Zu Deinen Ängsten mit den Kindern - niemand wird Dir die Kinder wegnehmen können, nur, weil Du "depressiv" bist - was bei Dir ja mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht der Fall ist - Anne hat völlig recht, Deine Reaktionen waren ganz natürlich und menschlich und auf keiner Weise "krankhaft". Hier in Deutschland gilt die allgemeinen Meinung, dass diese Medikamenten nicht abhängig machen - also falls Dir das jemand vorwerfen sollte, schicke ihn bitte hierher - wir brauchen Ärzte, die das einsehen! Versuche, möglichst gelassen zu bleiben, schaue, dass Du auch genug Zeit für Dich hast, ich kenne das, dass man sich selbst manchmal vor lauter Verpflichtungen vergisst.
Melde Dich, wenn Du etwas wissen willst oder Dich einfach austauschen möchtest.
Kopf hoch, das kriegst Du hin.
Liebe Grüße
Linda
es tut mir leid, dass Du so eine schwierige Zeit durchmachen mußt. Als geschiedene (und wiederverheiratete) Mutter von drei Kindern - 2 davon allerdings schon erwachsen - kann ich Dir das sehr gut nachvollziehen. Du mußt Dich zur Zeit mit vielem beschäftigen, mit dem Betrug, mit dem Vertrauensverlust, Angst um die Kinder - und jetzt auch noch das mit dem Medikament. Wie alt sind Deine Kinder? Dein Therapeut war auch sehr hilfreich und sensibel.... unglaublich.
Fürs Erste finde ich den Rat von Oliver mit dem Keks sehr gut. Mit überstürzten Handlungen tust Du Dir nur schaden. Ansonsten ist das Meiste schon gesagt worden.
Wie oben erwähnt, haben es viele Menschen geschafft, das Paroxetin mit minimalen Schwierigkeiten abzusetzen. Der Trick ist wirklich ganz langsam vorzugehen und nach jedem Absetzschritt mindestens 2 Wochen abzuwarten, bevor man sich an den nächsten wagt. In der Zeit, als Du das Medikament genommen hast, haben sich die Rezeptoren im Gehirn verändert. Diese müssen sich erst wieder umstellen, das dauert einfach eine gewisse Zeit. Es ist wichtig, Dir immer vor Augen zu führen, dass wenn Du Schwierigkeiten bekommen solltest, dass es nicht an Dir liegt.
Fälle wie Deine, bei den jemand ein SSRI zur Bewältigung von Lebenskrisen verschrieben bekommen haben, gibt es auf der ganzen Welt wie Sand am Meer. Ich habe das sehr oft gesehen. Meiner Meinung nach gehören diese Medikamente in den Händen von erfahrenen Ärzten, die die Gefahren kennen und sich mit der Absetzproblematik auskennen. Leider gibt es davon sehr wenige, hier in Deutschland sowieso, wo die Problematik fast überall einfach verneint wird.
Ich habe mich auch mit sehr vielen Müttern ausgetauscht, die es trotz zusätzlicher Belastung durch die Kinder ohne große Schwierigkeiten abgesetzt haben. Was vielleicht wichtig ist, dass Du eine Entlastung für den Tag nach dem Absetzschritt organisierst, falls Du Dich ausruhen willst oder so.
Ich verstehe, dass Du das Medikament ganz schnell los haben willst, nur geht das leider nicht. Wenn Du Dich nach den Absetzplänen richtest, kannst Du Dir aber einen Absetzplan ausarbeiten - wir helfen Dir dabei, wenn Du willst. Dann kannst Du auf ein Ziel "hinarbeiten", das macht es vielleicht für Dich einfacher, geduldig zu sein.
Zur Option umsteigen auf Fluoxetin - das würde ich nicht jetzt gleich machen. Versuche einfach, langsam zu reduzieren.
Zu Deinen Ängsten mit den Kindern - niemand wird Dir die Kinder wegnehmen können, nur, weil Du "depressiv" bist - was bei Dir ja mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht der Fall ist - Anne hat völlig recht, Deine Reaktionen waren ganz natürlich und menschlich und auf keiner Weise "krankhaft". Hier in Deutschland gilt die allgemeinen Meinung, dass diese Medikamenten nicht abhängig machen - also falls Dir das jemand vorwerfen sollte, schicke ihn bitte hierher - wir brauchen Ärzte, die das einsehen! Versuche, möglichst gelassen zu bleiben, schaue, dass Du auch genug Zeit für Dich hast, ich kenne das, dass man sich selbst manchmal vor lauter Verpflichtungen vergisst.
Melde Dich, wenn Du etwas wissen willst oder Dich einfach austauschen möchtest.
Kopf hoch, das kriegst Du hin.
Liebe Grüße
Linda
Hallo, ihr Lieben
Tausend Dank für eure lieben postings. Ich fühle mich hier so gut aufgehoben wie nirgends sonst
@ Oliver : sorry, wenn das falsch rüberkam. Natürlich ist das Infopaket äußerst hilfreich. Nur- wenn man es geballt schwarz auf weiß sieht, dass alles, was einem der Arzt erzählt hat, reiner Blödsinn war, dann tut sich da ein gewaltiger Berg auf...zunächst-war ich doch der Meinung, es gäbe überhaupt keine Probleme beim absetzen. Aber jetzt bin ich ja hier und kann beginnen, den Berg "abzutragen"
Ganz richtig habt ihr festgestellt, dass ich evtl. wirklich nicht depressiv bin, obgleich ich auch schon vor dieser Lebenskrise stark zu depressiven Phasen neigte- und auch vor Jahren einmal Fluctin verordnet bekam (übrigens damals gar keine Absetzprobleme)
Ich hätte auch wirklich diesmal gerne auf Medikamente verzichtet, aber das Bild meiner Mutter vor Augen- sie hat seit 20 Jahren Panikattacken und dadurch ein sehr eingeschränktes Leben- bin ich gleich bei der ersten Panikattacke zum Arzt gerannt.
Oh je, hätte ich mich doch vorher erkundigt..........naja, aber ich habe jetzt wirklich ein gutes Gefühl, es zu schaffen. Dieses Forum ist mehr Wert als sämtliche Ärzte.
Seid alle lieb gegrüßt!
Adrienne
Tausend Dank für eure lieben postings. Ich fühle mich hier so gut aufgehoben wie nirgends sonst
@ Oliver : sorry, wenn das falsch rüberkam. Natürlich ist das Infopaket äußerst hilfreich. Nur- wenn man es geballt schwarz auf weiß sieht, dass alles, was einem der Arzt erzählt hat, reiner Blödsinn war, dann tut sich da ein gewaltiger Berg auf...zunächst-war ich doch der Meinung, es gäbe überhaupt keine Probleme beim absetzen. Aber jetzt bin ich ja hier und kann beginnen, den Berg "abzutragen"
Ganz richtig habt ihr festgestellt, dass ich evtl. wirklich nicht depressiv bin, obgleich ich auch schon vor dieser Lebenskrise stark zu depressiven Phasen neigte- und auch vor Jahren einmal Fluctin verordnet bekam (übrigens damals gar keine Absetzprobleme)
Ich hätte auch wirklich diesmal gerne auf Medikamente verzichtet, aber das Bild meiner Mutter vor Augen- sie hat seit 20 Jahren Panikattacken und dadurch ein sehr eingeschränktes Leben- bin ich gleich bei der ersten Panikattacke zum Arzt gerannt.
Oh je, hätte ich mich doch vorher erkundigt..........naja, aber ich habe jetzt wirklich ein gutes Gefühl, es zu schaffen. Dieses Forum ist mehr Wert als sämtliche Ärzte.
Seid alle lieb gegrüßt!
Adrienne
-
Oliver
- Gründer
- Beiträge: 11072
- Registriert: 10.10.2003 23:58
- Hat sich bedankt: 713 Mal
- Danksagung erhalten: 420 Mal
*groschen fall*
Ahhh ... jetzt ... ja 
Alles klar, ich dachte, die Infos sind Dir nicht detailliert genug, oder die Absetzpläne waren Dir zu schwammig, oder so.
Es ist nun mal leider so, daß es bis jetzt nur eine handvoll Ärzte gibt, die wirklich aktiv an der Aufklärung in diesem Bereich arbeiten.
Dazu kommt noch, daß das ursprüngliche Bild, das wir alle von "Sucht" haben, bei den SSRIs nicht mehr greift, da die Abhängikeit sich "nur" durch Entzugserscheinungen und nicht durch "Suchtdruck" äussert. Genau das benutzt GSK bis heute in ihrer Argumentation warum Paroxetin nicht abhängig mache, man bekommt ja "nur" Entzugserscheinungen, dann ist man ja nicht richtig abhängig *böseguck*
Freut mich, daß Du Dich hier gut aufgehoben fühlst. Geht mir auch so
Oliver
Alles klar, ich dachte, die Infos sind Dir nicht detailliert genug, oder die Absetzpläne waren Dir zu schwammig, oder so.
Es ist nun mal leider so, daß es bis jetzt nur eine handvoll Ärzte gibt, die wirklich aktiv an der Aufklärung in diesem Bereich arbeiten.
Dazu kommt noch, daß das ursprüngliche Bild, das wir alle von "Sucht" haben, bei den SSRIs nicht mehr greift, da die Abhängikeit sich "nur" durch Entzugserscheinungen und nicht durch "Suchtdruck" äussert. Genau das benutzt GSK bis heute in ihrer Argumentation warum Paroxetin nicht abhängig mache, man bekommt ja "nur" Entzugserscheinungen, dann ist man ja nicht richtig abhängig *böseguck*
Freut mich, daß Du Dich hier gut aufgehoben fühlst. Geht mir auch so
Oliver
Hallo Leute,
bin auch neu hier im Forum und schreibe deshalb in diesem Thread bevor ich extra einen neuen eröffne.
Ich leide seid über einem Jahr an Depressionen und zu Anfang auch an Panikattacken, welche sich zum Glück wieder legten. bin jetzt seit ungefähr einem halben Jahr in medikamentöser Behandlung (sprich: Antidepressiva). Zuerst nahm ich 1 1/2 Monate Trimipramin und als das nicht half Clomipramin (beide trizyklisch, aber ich denke das ist bekannt). Unter Clomipramin verbesserte sich mein Gemütszustand, allerdings war mir häufig schwindelig und ich fühlte mich neben der Spur (War besonders auf der Arbeit sehr belastend). Habs dann von 150 mg auf 75 halbiert und dann einen Monat später ganz abgesetzt (litt daraufhin auch an Entzugssymptomen wie zum Beispiel das Gefühl elektrischer Schläge).
Das ist jetzt ungefähr 3 Wochen her, die Entzugssymptome haben sich gelegt und ich fühlte mich kurze Zeit trotz Nichteinnahme besser. Vorletztes Wochenende hatte ich allerdings einen totalen Zusammenbruch, heulte die ganze Nacht , konnte nicht schlafen und bekam Suizidgedanken. Bin dann zu meinem Neurologen und der verschrieb mir Citalopram. Hab vorgestern mit 10 mg angefangen. Nun meine Frage: Ist es normal, das ich nach der ersten Einnahme 13 Stunden am Stück schlief ohne auch nur einmal aufzuwachen? Ich leide sonst nämlich unter Durchschlafstörung (werde 2-3 mal die Nacht wach) . Da Citalopram ja im Gegensatz zu den trizyklischen nicht sedierend wirkt, hat mich das doch sehr verwundert.
Ok, das wars erstmal, wünsch euch noch ne gute Nacht.
Gruß Pascal
bin auch neu hier im Forum und schreibe deshalb in diesem Thread bevor ich extra einen neuen eröffne.
Ich leide seid über einem Jahr an Depressionen und zu Anfang auch an Panikattacken, welche sich zum Glück wieder legten. bin jetzt seit ungefähr einem halben Jahr in medikamentöser Behandlung (sprich: Antidepressiva). Zuerst nahm ich 1 1/2 Monate Trimipramin und als das nicht half Clomipramin (beide trizyklisch, aber ich denke das ist bekannt). Unter Clomipramin verbesserte sich mein Gemütszustand, allerdings war mir häufig schwindelig und ich fühlte mich neben der Spur (War besonders auf der Arbeit sehr belastend). Habs dann von 150 mg auf 75 halbiert und dann einen Monat später ganz abgesetzt (litt daraufhin auch an Entzugssymptomen wie zum Beispiel das Gefühl elektrischer Schläge).
Das ist jetzt ungefähr 3 Wochen her, die Entzugssymptome haben sich gelegt und ich fühlte mich kurze Zeit trotz Nichteinnahme besser. Vorletztes Wochenende hatte ich allerdings einen totalen Zusammenbruch, heulte die ganze Nacht , konnte nicht schlafen und bekam Suizidgedanken. Bin dann zu meinem Neurologen und der verschrieb mir Citalopram. Hab vorgestern mit 10 mg angefangen. Nun meine Frage: Ist es normal, das ich nach der ersten Einnahme 13 Stunden am Stück schlief ohne auch nur einmal aufzuwachen? Ich leide sonst nämlich unter Durchschlafstörung (werde 2-3 mal die Nacht wach) . Da Citalopram ja im Gegensatz zu den trizyklischen nicht sedierend wirkt, hat mich das doch sehr verwundert.
Ok, das wars erstmal, wünsch euch noch ne gute Nacht.
Gruß Pascal
-
Linda
- Gründer
- Beiträge: 654
- Registriert: 06.10.2003 11:46
- Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
- Danksagung erhalten: 8 Mal
Willkommen im Forum
Hallo PascalG, willkommen im Forum.
Meiner Erfahrung nach gibt es eine große Gefahr, dass man unerkannte oder misdeutetete Absetzsymptome mit einem anderen Medikament bekämpft. Du schreibst nicht, wie Du das letzte Medikament abgesetzt hast, ich vermute von heute auf morgen. Das funktioniert leider nicht immer. Suizidgedanken und Weinkrämpfe sind typische Zeichen von SSRI Entzug, zum Beispiel. Mit den Trizyklischen scheint das ähnlich zu sein - sie beinflussen mit unter auch den Serotoninhaushalt im Körper. Aus diesem Grund würde ich nie ein Antidepressivum übernacht absetzen, es sei denn, es drohen schwerwiegende Probleme wie ein Serotoninsyndrom.
Ich würde Dir vorschlagen, das Infopaket auf unserer Hauptsite zu lesen.
Zu Deiner Frage mit Cipramil kann ich nur sagen - jeder Mensch reagiert anders auf diverse Substanzen.
Die Frage stellt sich bei mir, ob Du wirklich das Cipramil brauchst. Du schreibst "ich fühlte mich kurze Zeit trotz Nichteinnahme besser" - meinst Du, weil die Entzugserscheinungen weg waren oder, weil es Dir insgesamt besser ging?
Auf jeden Fall wünsche ich Dir weiterhin alles Gute.
Linda
Meiner Erfahrung nach gibt es eine große Gefahr, dass man unerkannte oder misdeutetete Absetzsymptome mit einem anderen Medikament bekämpft. Du schreibst nicht, wie Du das letzte Medikament abgesetzt hast, ich vermute von heute auf morgen. Das funktioniert leider nicht immer. Suizidgedanken und Weinkrämpfe sind typische Zeichen von SSRI Entzug, zum Beispiel. Mit den Trizyklischen scheint das ähnlich zu sein - sie beinflussen mit unter auch den Serotoninhaushalt im Körper. Aus diesem Grund würde ich nie ein Antidepressivum übernacht absetzen, es sei denn, es drohen schwerwiegende Probleme wie ein Serotoninsyndrom.
Ich würde Dir vorschlagen, das Infopaket auf unserer Hauptsite zu lesen.
Zu Deiner Frage mit Cipramil kann ich nur sagen - jeder Mensch reagiert anders auf diverse Substanzen.
Die Frage stellt sich bei mir, ob Du wirklich das Cipramil brauchst. Du schreibst "ich fühlte mich kurze Zeit trotz Nichteinnahme besser" - meinst Du, weil die Entzugserscheinungen weg waren oder, weil es Dir insgesamt besser ging?
Auf jeden Fall wünsche ich Dir weiterhin alles Gute.
Linda
Ich vermute mal, weil die Entzugssymptome wieder weg waren. Seitdem ich das Citalopram nehme fühl ich mich fast wieder normal, obwohl ich das Zeug ja erst seit 3 Tagen einnehme und das in einer geringen Dosis (10mg). Ich fühlte mich teilweise sogar glücklich (nicht euphorisch sondern eher zufrieden). Naja ich werde heute oder morgen mal auf die vom meinen Neurologen angestrebte Dosis von 20 mg steigern, mal sehen was dabei rauskommen sollte.
Liebe Grüße Pascal
Liebe Grüße Pascal
