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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Neu und gleich eine Frage

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
vivie
Beiträge: 44
Registriert: 28.07.2004 22:23

Neu und gleich eine Frage

Beitrag von vivie »

Ich habe erst vorhin dieses Forum entdeckt, als ich nach Informationen gesucht habe, ob es geht, ein Antidepressivum stationär abzusetzen.

Jetzt, nachdem ich mitbekommen habe, daß viele von Euch milligrammweise abgesetzt haben (ich frag mich wirklich wie das gehen soll, bei einer Tablette, die 20 mg besitzt und gerade mal halbierbar ist :shock: )

Also ich habe 2001, nachdem ich 1 Jahr lang 10 mg Paroxetin genommen habe, das Medikament abgesetzt und hatte sehr schlimme Entzugssymptome, die aber nach ca. 5 Tagen vorbei waren.

Mittlerweile nehme ich seit zwei Jahren zwischen 20 und 30 mg und habe vor, das Medikament wieder abzusetzen. Also ich werde mich in zehnerschritten auf 10 mg reduzieren und habe dann vor, in meinen zwei Urlaubswochen Ende August auch die halbe Tablette abzusetzen.
Meine Idee war, ob das auch im Krankenhaus möglich sei, weil ich mir in dem Zustand kaum selbst um etwas zu trinken kümmern kann.

Jetzt, nachdem ich ein wenig im Forum gestöbert habe, frage ich mich, was der Vorteil sein soll, monatelang zu reduzieren und monatelang nicht richtig arbeitsfähig zu sein, anstatt in einer Woche zu "entziehen".

Es wäre auch sehr schön, wenn jemand etwas dazu sagen kann, ob so ein stationäres Absetzen möglich ist oder nicht

Viele Grüße an alle
vivie
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo vivie,

ich selbst hatte sehr viel Glück beim absetzten. Aber bei vielen anderen war es wohl nicht die Wahl zwischen kurz und heftig oder lang und sanft sondern einfach zwischen heftig oder sanft. Aber andere könne Dir mehr sagen...

werni
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Vivie, :D
herzlich willkommen hier im Forum.
Zu Deinen Fragen über das absetzen von Paroxetin kann ich Dir folgendes sagen. Ich selbst habe mehrfach versucht das Paroxetin in 10mg Schritten abzusetzen. Meine letzte Dosis lag bei 40mg. Bis 30mg ging es , bei 20mg wars auch noch auszuhalten. Aber dann war die Kacke am Dampfen! Ich hab dann jedesmal wieder erhöht, ich dachte dann immer meine alten Symptome kommen halt wieder. Bis ich mich im Internet informierte und dieses Forum hier fand. Nun wußte ich es sind Absetzsymptome! Also hab ich noch mal angefangen langsamer zu reduzieren. Bis auf 10mg in 10er, 5er und 2,5mg Schritten. Die letzten 10mg ließ ich dann weg, weil ich auch dachte ich zieh das jetzt einfach durch. O, Gott gings mir innerhalb von drei Tagen schlecht! Kannst Du in einem meiner Beiträge nachlesen. Also wieder erhöht auf 20mg innerhalb von ein paar Wochen. Nun fing ich langsam an. Ich hab von meinen Tabletten immer 2mg mit dem Messer abgekratzt und auf einer Feinwaage ( kriegt man übrigends bei eBay) abgewogen.
Ist natürlich mühsam, aber so scheint es bei mir zu funktionieren. Mittlerweile bin ich bei 12mg. Ich fühl mich sehr gut, habe fast keine Absetzsymptome und auch keinerlei Depressionen. Die fingen bei schnellerem Absetzen nämlich auch wieder an.
Als Unterstützung nehm ich Fischöl, mache Sport und versuch mich gesund zu ernähren!
Du kannst Dir auch zum absetzen das Seroxat in flüssiger Form verschreiben lassen, kannst Du im Info Paket nachlesen.
Ob das absetzen stationär besser wär, kann ich Dir nicht sagen. Da müßtest Du einen Arzt finden, der über die Absetzsymptome informiert ist. Die meisten Ärzte haben da anscheinend keine Ahnung, wie heftig die sein können.
Natürlich sind die Symptome auch nicht bei jedem so heftig, der eine oder andere kann es sicher auch schneller durchziehen.
Man sollte da einfach auf seinen Körper hören, der sagt einem dann schon ob es langsamer besser ist.

Wünsch Dir viel Erfolg
Gruß an dich uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
vivie
Beiträge: 44
Registriert: 28.07.2004 22:23

Beitrag von vivie »

Vielen Dank für eure Antworten!

und dabei hatte ich schon alles so schön geplant...
Ich wollte bis auf 10 mg alleine hinbekommen (in 10er-Schritten) und mich dann auf schreckliche Entzugssymptome einstellen und nach 2 Wochen wollte ich dann antidepressivumfrei sein :?

Jetzt weiß ich ehrlich gesagt gar nichts mehr. (Na ja, ich habe auch schon leichte Absetzsymptome, weil ich seit 3 Tagen statt 30mg nur noch 20 mg Paroxetin nehme)
Aber was ist das gefährliche dran, wenn man schneller absetzt? Also ich würde die Entzugssymptome schon in Kauf nehmen, aber ich möchte halt daß das alles so schnell es geht vorbei ist.

Eine ratlose vivie
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Vivie,
vivie hat geschrieben: und dabei hatte ich schon alles so schön geplant...
Ich wollte bis auf 10 mg alleine hinbekommen (in 10er-Schritten) und mich dann auf schreckliche Entzugssymptome einstellen und nach 2 Wochen wollte ich dann antidepressivumfrei sein :?
Jetzt weiß ich ehrlich gesagt gar nichts mehr. (Na ja, ich habe auch schon leichte Absetzsymptome, weil ich seit 3 Tagen statt 30mg nur noch 20 mg Paroxetin nehme)
Aber was ist das gefährliche dran, wenn man schneller absetzt? Also ich würde die Entzugssymptome schon in Kauf nehmen, aber ich möchte halt daß das alles so schnell es geht vorbei ist.
kannst Du ja gerne, hält Dich keiner davon ab!
Ich wollte Dir ja nur meine Erfahrungen mit dem Absetzen weitergeben!
Ich hatte auch geplant, bis zum Sommer bin ich weg von dem Zeug. Sollte aber wohl nicht so sein!
Mir ging es ja genauso, ich wollte auch dass ich es so schnell es geht hinter mich bringe. Ich dachte auch ich halt das schon aus.
Was daran gefährlich ist? Für mich war es ganz schrecklich, diese furchtbaren Träume jede Nacht. Dieses Gefühl im Kopf , ich konnte meinen Kopf nicht mehr drehen ohne dass ich das Gefühl hatte mein Hirn kommt nicht mit. Dann dieses Viprieren bei jeder Bewegung, die Verstärkung jeglicher Geräusche! Die Muskelschmerzen die ich überall hatte. Am allerschlimmsten empfand ich jedoch die plötzlich auftretenden Selbstmordgedanken. Das war für mich Anlass genug das Paroxetin erstmal wieder zu nehmen und noch langsamer auszuschleichen.
Natürlich muß es bei Dir ja nicht so heftig auftreten. Es kann Dir auch keiner sagen, wie es bei Dir verläuft. Ich würde Dir allerdings davon abraten in 10mg Schritten zu reduzieren. Versuch wenigstens die 10mg in 5er oder sogar 2,5mg zu teilen. Dann halten sich auch die Absetzsymptome in Grenzen.

Gruß an Dich Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
vivie
Beiträge: 44
Registriert: 28.07.2004 22:23

Beitrag von vivie »

Hallo Uschi,

so war das nicht gemeint.
Ich bin sehr sehr froh daß Ihr mir was von Euren Erfahrungen erzählt.
Und ich bin auch froh, daß ich dieses Forum überhaupt entdeckt habe.

2001 habe ich wie gesagt auch schon mal abgesetzt mit all den Nebenwirkungen, die Du aufgezählt hast, inklusive Selbstmordgedanken.
Aber nach 5 Tagen war eben alles vorbei.
Das war wirklich schlimm und ich habe auch Angst davor, daß es wieder so sein wird - aber ich weiß eben, daß es nicht eine Verschlimmerung der Depression sein wird, sondern ganz einfache Entzugserscheinungen.

Ich tendiere immer noch dazu, von 10 (bin jetzt bei 20mg) auf 0mg zu gehen.
Außer, es würde so die Gefahr größer sein, daß die Depressionen wieder zurückkehren als beim schrittweisen Ausschleichen.

Viele Grüße
vivie
vivie
Beiträge: 44
Registriert: 28.07.2004 22:23

Beitrag von vivie »

.....ach ja uschi, hätt ich fast vergessen:
Die Fischölkapseln nehme ich seit gestern auch.
Danke für den Tip :)

vivie
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Vivie, :)
das mit den Fischölkapseln ist gut, dass Du die inzwischen nimmst.
Aber es dauert ein paar Wochen bis die wirken. Mein Absetzen verläuft dieses Mal viel besser, ich fühle mich überhaupt nicht depressiv, wie die vorherigen Male. Es scheint schon was dran zu sein, dass die Fischölkapseln auch bei Depressionen wirken.
Wenn Du schneller absetzen willst, dann teile doch die 10er Tablette in 5er oder 2,5ermg. Dann hast Du vielleicht auch weniger Absetzsymptome.

Wünsch Dir viel Erfolg und melde Dich wie es Dir ergangen ist mit dem Absetzen

lieben Gruß Uschi
Depression mit Angststörung
2002 bis Nov.2005 Paroxetin zum Teil bis 40mg
Zahlreiche Absetzversuche, immer wieder gescheitert an heftigen Absetzsymptomen:
nun seit 24. Nov. 2005 ohne Paroxetin!
seit 09.01.05 600mg Laif ( Johanniskraut)
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