hallo, ich bin sehr glücklich, ein forum gefunden zu haben, das die problematik ernst nimmt.
ich habe 7 jahre sertralin genommen, als es im märz 09 nicht mehr wirkte, wechselte ich auf venlafaxin. ich nahm 75 mg. meine hauptsymptome sind suizidgedanken und aggressivität bei stress. ich bin, wenn es mir schlecht geht, eher agitiert. venlafaxin zu anfangs gut und schnell geholfen. dann kam ein stillstand, ich hätte mehr nehmen müssen. das wollte ich aber nicht, da ich schon in diversen anderen foren herausgefunden hatte, dass es allen so geht: man erhöht und erhöht. die nebenwirkungen von venlafaxin fand ich außerdem auch unlustig: ich verwandelte mich in einen sexuellen eisblock, außerdem fühlte ich mich geistig reduziert, abgeflacht, der blutdruck war mir (gefühlt) zu hoch und ich hatte oft einen roten kopf.
als es mir im sommer stimmungsmäßig gut ging, beschloss ich (nicht zum ersten mal, sertralin hab ich auch ca. 20 x abzusetzen versucht), venlafaxin abzusetzen. dafür habe ich die anleitung vom adfd-forum verwendet. mein arzt wusste bescheid, auch wenn er nicht unbedingt dafür war.
hier mein bericht über die letzten 3 monate:
der anfang war schwierig. auch bei einer reduktion um 7-10 mg, kam es zu den üblichen gehirnblitzen. die kenn ich, sie sind lästig, aber ungefährlich. ich habe so reduziert, dass die blitze möglichst erträglich blieben. das zog ich 1,5 monate durch und war plötzlich bei etwa 37,5 mg, also der hälfte. bis dahin war meine stimmung okay gewesen. aber ich merkte, dass ich reizbarer wurde. es kam wieder öfter zu wutausbrüchen. das ist schlimm, ich hab mann und drei kleine kinder. mein mann ermutigte mich, weiterzumachen, denn ich wollte schon aufgeben.
ich machte weiter und nahm am 4.9. 09 die letzen 5 mg venlafaxin.
jetzt ist die wahre hölle da. ich hab das volle progamm: suizidgedanken, bin reizbar etc. wutanfall darf ich keinen mehr bekommen. mein mann hat gesagt, sonst trennt er sich. ich fühle mich völlig allein und das schlimmste: ich hab 3 kg abgenommen (seit juli) und bin total schwach und nicht wirklich leistungsfähig. durchfall hab ich auch ab und zu. abnehmen fänden die meisten gut, bei mir darf das nicht sein, ich wiege bei 170 cm nur 55 kg (unter normalen umständen). jetzt, mit 51,5 kg, bin ich viel zu schwach.
ich bin kurz davor, alles wieder einzunehmen wie gehabt, weil ich es nicht mehr aushalte. ich muss schließlich auf drei kleine kinder aufpassen, da muss man fit sein. und einen beruf hab ich ja auch noch irgendwie.
gibt es eine perspektive, wie lang so ein entzug dauert? zwischendurch befürchte ich, an krebs zu leiden oder an einer anderen schlimmen krankheit, weils mir körperlich so schlecht geht. es ist wirklich furchtbar! kennt jemand derartige KÖRPERLICHE entzugssymptome beim absetzen von venlafaxin?
venlafaxin absetzen
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mücke
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Re: venlafaxin absetzen
Hallo Miss Mars
Herzlich Willkommen.
Hast du schon mal daran gedacht ein anderes AD zu nehmen, eines, welches man leichter wieder absetzen kann?
Gruss Mücke
Herzlich Willkommen.
Leider weiß man das nie.gibt es eine perspektive, wie lang so ein entzug dauert?
Das kann ich gut nachvollziehen.ich bin kurz davor, alles wieder einzunehmen wie gehabt, weil ich es nicht mehr aushalte.
Hast du schon mal daran gedacht ein anderes AD zu nehmen, eines, welches man leichter wieder absetzen kann?
Gruss Mücke
Re: venlafaxin absetzen
Hi Miss Mars,
ich habe Anfang März Venlafaxin abgesetzt.
Eine Woche konnte ich gar nichts machen: Stromschläge, Schwindel, Übelkeit, Weinerlichkeit, Müdigkeit, Schlappheit, kein Appetit, Schlaflosigkeit, Aggressivität, Verwirrung, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten... Ich habe erstmal fast nur im Bett gelegen. Nach der ersten Woche fing es langsam an, besser zu werden. Wobei mir gesagt wurde, dass ich noch eine ganze Weile danach ziemlich beschissen aussah. Mit den Stromschlägen hatte ich so etwa einen Monat noch häufig zu tun, es nahm aber immer weiter ab. Gelegentliche Schläge habe ich noch drei Monate später verspürt, aber nur vereinzelt und schwach.
So richtig gut ging es mir erst wieder etwa drei, vier Monate nach dem Absetzen. Außerdem nehme ich seit Mitte Mai Schilddrüsenhormone. Ich nehme an, dass diese mit steigender Dosis sehr zu meinem Wohlbefinden beitragen. Mittlerweile kann ich es kaum noch fassen, dass ich überhaupt mal AD genommen habe.
Ach ja, zum Thema Sex: Unter Venlafaxin war sowohl mein Verlangen danach als auch mein körperliches Empfinden auf Null runtergefahren. Bis heute stellt sich das ganz langsam wieder ein. Also in der Hinsicht besser keine Wunder erwarten, aber auch nicht die Hoffnung aufgeben.
Ich hoffe, dass auch Du mittlerweile eine erste Besserung verspürst. Natürlich kann es sein, dass es bei Dir länger dauert. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Durchhaltevermögen. Manchmal ist es auch besser, das Medikament in der letzten Dosis wieder zu nehmen und dann noch langsamer runterzufahren. Hier gibt es einige, die ihre Tabletten achteln. Andere, die Venlafaxin in Kapselform bekommen, nehmen nur jeden Tag ein Kügelchen raus.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Liebe Grüße
antianti
ich habe Anfang März Venlafaxin abgesetzt.
Eine Woche konnte ich gar nichts machen: Stromschläge, Schwindel, Übelkeit, Weinerlichkeit, Müdigkeit, Schlappheit, kein Appetit, Schlaflosigkeit, Aggressivität, Verwirrung, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten... Ich habe erstmal fast nur im Bett gelegen. Nach der ersten Woche fing es langsam an, besser zu werden. Wobei mir gesagt wurde, dass ich noch eine ganze Weile danach ziemlich beschissen aussah. Mit den Stromschlägen hatte ich so etwa einen Monat noch häufig zu tun, es nahm aber immer weiter ab. Gelegentliche Schläge habe ich noch drei Monate später verspürt, aber nur vereinzelt und schwach.
So richtig gut ging es mir erst wieder etwa drei, vier Monate nach dem Absetzen. Außerdem nehme ich seit Mitte Mai Schilddrüsenhormone. Ich nehme an, dass diese mit steigender Dosis sehr zu meinem Wohlbefinden beitragen. Mittlerweile kann ich es kaum noch fassen, dass ich überhaupt mal AD genommen habe.
Ach ja, zum Thema Sex: Unter Venlafaxin war sowohl mein Verlangen danach als auch mein körperliches Empfinden auf Null runtergefahren. Bis heute stellt sich das ganz langsam wieder ein. Also in der Hinsicht besser keine Wunder erwarten, aber auch nicht die Hoffnung aufgeben.
Ich hoffe, dass auch Du mittlerweile eine erste Besserung verspürst. Natürlich kann es sein, dass es bei Dir länger dauert. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Durchhaltevermögen. Manchmal ist es auch besser, das Medikament in der letzten Dosis wieder zu nehmen und dann noch langsamer runterzufahren. Hier gibt es einige, die ihre Tabletten achteln. Andere, die Venlafaxin in Kapselform bekommen, nehmen nur jeden Tag ein Kügelchen raus.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Liebe Grüße
antianti
Seit März 2009: Trevilor/Venlafaxin abgesetzt! (Akuter Entzug: 3 Tage, danach schrittweise Besserung. Bis zwei Monate später noch selten leichte Stromschläge.)
26.05.09: 25µg L-Thyrox
20.07.09: 50µg L-Thyrox
09.09.09: 75µg L-Thyrox
13.01.10: 75µg L-Thyrox + 150µg Jodid
21.01.10: 100µg L-Thyrox + 150µg Jodid
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"Ein Antidepressivum runterzudosieren ist wie mit einem 500PS starken Sportwagen durch eine verkehrsberuhigte Zone zu fahren."
26.05.09: 25µg L-Thyrox
20.07.09: 50µg L-Thyrox
09.09.09: 75µg L-Thyrox
13.01.10: 75µg L-Thyrox + 150µg Jodid
21.01.10: 100µg L-Thyrox + 150µg Jodid
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"Ein Antidepressivum runterzudosieren ist wie mit einem 500PS starken Sportwagen durch eine verkehrsberuhigte Zone zu fahren."