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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

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Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

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Machen Antidepressiva wirklich Abhängig?

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
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Adri
Beiträge: 20
Registriert: 11.01.2004 20:35

Machen Antidepressiva wirklich Abhängig?

Beitrag von Adri »

Hallo

Ich stell mir gerade die Frage ob Antidepressivas wirklich Abhängig machen, aber dann denk ich viele setzen ihre Medikamente ohne Probleme ab und andere haben damit Probleme. zb. Benzodiazepine da hat wirklich jeder Probleme es abzusetzen und jeder Spürt auch die Entzugserscheinungen. Wenn Antidepressivas abhängig machen dann müssen doch alle betroffen sein oder nicht?

Heroin macht doch auch alle körperlich Abhängig nach einer gewissen Zeit, und da kann man doch auch nicht sagen das nur ein Teil davon Abhängig wird. Meint ihr nicht das es vielleicht doch die Krankheit ist die wieder erscheint nach dem man es Abgesetzt hat oder weiter unten mit der Dosierung ist?

Ich habe selber schon Paroxetin genommen 60 mg am Tag und habe es nach 8 Monate Aprubt abgesetzt und hatte überhaupt keine Probleme dabei, erst nach einen Jahr hab ich wieder Depressionen und Panikattacken bekommen worauf ich Remergil bekommen habe.


Gruß

Adrian
Oliver
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Beitrag von Oliver »

Hallo Adri.

1. Antidepressiva sind ein zu weites Feld, um sie in einen Topf werfen zu können.
2. Dieses Forum beschäftigt sich hauptsächlich mit der Abhängigkeit von SSRIs/SNRIs. Diese Art der Abhängigkeit kannst Du nicht mit Heroin oder Benzodiazepinen vergleichen.
4. In unserem Infopaket ==> http://www.adfd.org/Infopaket.doc <== kannst Du einiges, über die spezifische Problematik der Abhängigkeit von SSRIs/SNRIs lesen.
3.Lies bittte die Diskussion, die ich unten verlinkt habe und schau Dir auch alle Links an, die ich da gepostet habe, und bilde Dir dann selbst ein Urteil.

==>Diskussion im Depri.net Forum<==

Alles Gute
Oliver
CloneX
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Beitrag von CloneX »

Das ist ein komplexes Thema.

Sowohl die Aussage "Antidepressiva machen abhängig" als auch die Aussage "Antidepressiva machen nicht abhängig" ist halt falsch. "Antidepressiva KÖNNEN abhängig machen".

Und dann schwirren da Begriffe wie Sucht, Entzug, Abhängigkeit, Tolleranz, usw und jeder will die irgendwie in Einklang bringen.

Das "Problem" ist, dass Menschen total unterschiedlich reagieren können auf diese Medikamente. Es gibt Menschen, die vertragen sie überhaupt nicht, haben enorme Nebenwirkungen, und andere können hohe Dosen vertragen ohne große Schwierigkeiten. Das gleiche gilt für die Absetzprobleme - bei einem fast nicht bemerkbar, und bei anderen die Hölle auf Erden.

Auch bei den "echten" Drogen sind nicht alle gleich. Sicher ist der Anteil der Leute, die abhängig werden wesentlich größer. Aber nicht jeder hat z.B. gleichgroße Probleme beim Absetzen von Drogen. Auch bei den Benzos ist das gerade der Fall. Einige haben einen schrecklichen Entzug von ein paar Wochen und dann ist Ruhe, andere haben selbst nach Jahren noch bleibende Schäden - was dann auch ähnlicher ist zu den Langzeit-"Entzugssymptomen" der SSRI.

SSRI Entzug ist auf jedenfall eine Nummer für sich und nicht so einfach vergleichbar. Vielleicht ist der Begriff "Entzug" auch falsch... aber es gibt zur Zeit noch kein anderen Begriff dafür, außer natürlich dem Begriff "Absetzerscheinungen" wie es die Hersteller gerne sehen.

Man darf halt nur nicht den Fehler machen und von sich auf andere schließen. Das gilt für Nebenwirkungen als auch Entzugsprobleme.

Fakt ist jedenfalls, dass es haufenweise Leute gibt, die zum Teil sehr starke Entzugssymptome aufweisen, wenn sie die Medikamente absetzen. Und viele haben halt auch keine/wenige Probleme. Glücksspiel ? Ein Hinweis auf die Abhängigkeitsgefahr wäre jedenfalls sehr nett, BEVOR man diese Pillen schluckt.

Letztendlich weiß man halt aber auch so gut wie gar nix über diese Medikamente...und was die alles so anrichten können im Gehirn.

Is halt nur traurig, dass die Medizin nicht aus ihren Fehlern lernt (siehe Saras Link). Und die Beweise sind vorhanden, dass die Entzugsproblematik besteht - Studien an gesunden Menschen haben es belegt. Irgendwann in 10 Jahren wird jeder wissen welche Abhängigkeitsgefahr wirklich existiert...aber dann sind die Patente abgelaufen, die Pharmafirmen reich, und es kann weitergehen...mit neuen Medikamenten die "nicht abhängig machen".
Gesperrt