Klick auf das Kreuzchen um das hier auszublenden ->


 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


??Dauerhafte Schäden im Gehirn durch SSRI (Paroxetin)??

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

??Dauerhafte Schäden im Gehirn durch SSRI (Paroxetin)??

Beitrag von chris2412 »

Hallo Liebes Forum,

war lange nicht mehr hier bzw. hab lange nicht mehr geschrieben.

Heute melde ich mich mit einem Problem das mich langsam aber sicher verrückt werden lässt.

Ich bin jetzt seit 10 Wochen Paroxetinfrei. Die ersten Tage nach der letzten Einnahme waren alles andre als erwartet...nämlich richtig gut...sprich ich hatte absolut keine Absetzsymptome.

Doch im Laufe dieser 2 1/2 Monate seit der letzten Einnahme, verliere ich zunehmend immer mehr Boden unter den Füssen.

Ich meinde nicht mehr oder weniger Situationen des Lebens als zur Zeit mit Paroxetin, dennoch kostet es mich immer mehr Karft diese Situationen durchzustehen. Als Beispiel sei genannt, Veranstaltungen an denen ich bruflich teilnehmen muss, Meetings, Einkaufen, genereller Kontakt zu Menschen...das engt mich total ein und lähmt mich fast immer.

Ok, das Hauptproblem liegt aber darin, das ich immer mehr benommen, unsicher im gehen und schwindelig fühle.
Ich habe ständig das Gefühl ich sei im Kopf irgentwie "zugedrönt", nicht bei der Sache, nicht wirklich da!

Meine Wahrnehmung hat sich auch irgentwie geändert...es wirkt alles so unecht...nicht klar...nicht sauber.

Ja ich bemerke eben beim schreiben das es garnicht so einfach ist diesen Zusatnd zu beschreiben.

Ich würde sagen wollen es ist wohl nichts anderes als es tausend von Menschen verspüren die mit Angst und Panik, sozialer Phobie, Hypochondrie etc. zu kämpfen haben.
Dennoch macht dieser Zustand mir große Angst und vorallem große Sorgen.
Mir schiessen immerwieder GEdanken durch den Kopf:

"Was ist mit mir nur los?"
"Was ist mit mir nur geschehen?"
"Was hat Paroxetin für Schänden in meinem Gehirn verursacht?"
"Kann das wieder gut werden?"
"Habe ich einen Tumor im Gehirn?"
"Handlet es sich um einen Umsrukturierungprozess des Gehirns nach absetzten von Paroxetin?"
"Habe ich eine Kreislauferkrankung"?
"Habe ich vielleicht nur extreme Nackenverspannungen (die ich wirklich habe, mit teilweise starken Nackenschmerzen)?"
"Kann es überhaupt noch was mit dem Absetzen von Paroxetin zu tun haben?"
"Soll ich einfach warten bis es besser wird?"

Tja Fragen über Fragen die mich ständig quälen und nicht loslassen, dazu schreitet meine Isolation immer mehr voran......und die Symptomatik wird bei jedem rausgehen noch intensiver.

Was ich dagegen mache?

Ich liege die meiste Zeit im Bett oder auf der Couch...denn da habe ich dieses benommensein...und nicht wirklich da sein und dies unsichere gehen nicht...sobald ich aufstehe und gehen muss geht es wieder los...

Mein Kopf ist einfach Dicht.....(sorry nein ich nehme absolut keine unerlaubten Substanzen)...ich kann es nur so ausdrücken wweil das dem Zusatnd am nähesten kommt.

Kennt das vielleicht jemand von Euch.....und sollte ich veilleicht auch aufhören mir ständig Gedanken und sorgen darüber zu machen?

Also erstmal liebe Grüße

Chris
Paroxetin 20 mg seit März 2003
Paroxetin 10 mg seit anfang Dezember 2003
Paroxetin 5 mg seit 20.2.04
erhebliche Absetzerscheinungen:-(
Proxetin 0 mg seit 13.03.04
karin
Beiträge: 98
Registriert: 12.02.2004 14:38

Beitrag von karin »

hallo,

... das Hauptproblem liegt aber darin, das ich immer mehr benommen, unsicher im gehen und schwindelig fühle.
Ich habe ständig das Gefühl ich sei im Kopf irgentwie "zugedrönt", nicht bei der Sache, nicht wirklich da! ....

nehme seit ein paar wochen auch keine ADs mehr. fühl mich zeitweise gedämpft, schwindelig, war bis vor kurzem auch etwas unsicher in der bewegung. generell fiel mir das sprechen schwer. habe mich deswegen auch sehr zurückgezogen.

durch sport haben sich aber diese zustände !ENORM! verbessert. mein reaktionsvermögen ist noch etwas eingeschränkt. hoffe, dass sich das auch bald geben wird. bin draufgekommen, dass sich ohne bewegung keine beschwerde bessern wird.

@deinen fragen
"Was hat Paroxetin für Schänden in meinem Gehirn verursacht?"
denke nicht, dein körper hat sich an das gedämpft sein und langsame handeln gewöhnt. man muss nur den bewegungsrythmus im gehirn umstellen. schneller gehen, versuchen schneller zu agieren.

"Kann das wieder gut werden?"
JA, natürlich!!

"Habe ich einen Tumor im Gehirn?"
denke ich nicht.

"Habe ich eine Kreislauferkrankung"?
glaube ich nicht. man ist einfach nicht mehr belastbar. ist auch verständlich. durch die wenige bewegung die letzten wochen, monate, jahre hat man sehr viel an ausdauer und muskelmasse verloren, die wieder aufgebaut/verbessert gehört.

"Habe ich vielleicht nur extreme Nackenverspannungen (die ich wirklich habe, mit teilweise starken Nackenschmerzen)?"
depressive menschen haben eher eine nach vor gebückte haltung. mit pilates oder einem wirbelsäulentraining kann man solchen muskulären dysbalancen wunderbar entgegenwirken.

"Soll ich einfach warten bis es besser wird?"
auf keinen fall! bewegung, bewegung, bewegung.


lg,
karin
Zuletzt geändert von karin am 24.05.2004 11:46, insgesamt 1-mal geändert.
mitte 05/2003 10mg zoldem->anfang 06-09/2003 0,75mg xanor, 150mg trittico->10/03 30mg remeron->anfang 12/2003 bis mitte 01/2004 50mg gladem->mitte 01/2004 50mg gladem, 75mg trittico->ende 02/2004 50mg gladem->mitte 03/2004 25mg gladem-> ausgeschlichen
kati
Beiträge: 44
Registriert: 25.02.2004 09:43

Beitrag von kati »

hallo chris,
ich las gerade deinen beitrag. die symptome die du da beschrieben hast sind fast identisch mit denen die meinen mann damals zur einnahme von paroxetin gebracht haben. vielleicht hätten wir uns damals besser erkundigen sollen bevor man sich einem solchen medikament unterwirft. also sind die schädigungen die du befürchtest nicht durch das paroxetin entstanden. sport ist sicherlich eine prima idee, aber ich kann mich noch genau an den zustand meines mannes erinnern, der war froh wenn er seinen arbeitsalltag hinter sich brachte. konzentrationsschwäche ohne ende. er beschrieb seinen zustand damals, wie wenn man sonnenöl im auge hatte immer dieser film vor den augen, keine klare sicht, wie benebelt und die angst wo das noch hinführt. das mit dem tumorverdacht hatte mein mann auch. er bekam damals keinen ambulanten termin und als er dann in die psychatrie eingewiesen wurde, weil er unfähig war zu denken und zu handeln( durch einen fehlgeschlagenen absetzversuch) wurde innerhalb einer woche alle notwendigen untersuchungen gemacht ( CT, Kernspint. oder so komplizierte dinge) alle in ordnung. nach dieser gewissheit ging es ihm gleich etwas besser.

Trotzdem alles gute
20mg Paroxetin 05.01, 10mg Paroxetin ab 07.03
2. Absetzversuch 02.04(Fehlschlag), 20mg Paroxetin ab 20.02.04,10mg Paroxetin ab 26.02.04 starke Schlafprobleme,04.03.20mg,10.03.30mg,23.05. 25mg
karin
Beiträge: 98
Registriert: 12.02.2004 14:38

Beitrag von karin »

hallo,

@kati
gebe dir vollkommen recht. steckt man einmal in einer tiefen krise, hilft auch kein sport und gutes zureden mehr.

chris beschreibt probleme, die sich beim absetzen ergeben. ohne sport oder sonstiger körperlicher arbeit, würde ich die absetzerscheinungen nicht aushalten. an geistige arbeit (bin wirtschaftsinformatikerin) konnte ich bis vor kurzem nicht mal denken.

@chris
...meine Wahrnehmung hat sich auch irgentwie geändert...es wirkt alles so unecht...nicht klar...nicht sauber...

seit wann verändert sich deine wahrnehmung? es könnte durchaus möglich sein, dass du wieder am weg in eine depression bist. ich würde mir das aber nicht einreden.

bei mir wird die wahrnehmung von woche zu woche besser. auch das brennen in den augen verschwindet allmählich.

lg,
karin
Zuletzt geändert von karin am 24.05.2004 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
mitte 05/2003 10mg zoldem->anfang 06-09/2003 0,75mg xanor, 150mg trittico->10/03 30mg remeron->anfang 12/2003 bis mitte 01/2004 50mg gladem->mitte 01/2004 50mg gladem, 75mg trittico->ende 02/2004 50mg gladem->mitte 03/2004 25mg gladem-> ausgeschlichen
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Re: ??Dauerhafte Schäden im Gehirn durch SSRI (Paroxetin)??

Beitrag von CloneX »

chris2412 hat geschrieben:Ok, das Hauptproblem liegt aber darin, das ich immer mehr benommen, unsicher im gehen und schwindelig fühle.
Ich habe ständig das Gefühl ich sei im Kopf irgentwie "zugedrönt", nicht bei der Sache, nicht wirklich da!
Chris
Willkommen im Club. Die Benommenheit, das "Zugedröhnt" (genauso beschreib ich es auch) kann Monate anhalten. Ich hab nach einem Jahr immer noch Phasen wo es zur Benommenheit kommt - völlig unabhängig von Situationen.

Irgendwann geht es aber vorbei. Sagt man. :(
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Chris,

wenn ich dran denke, wie ich mich gefühlt habe als ich gerade mal drei Tage ohne Paroxetin war, kann ich mir gut vorstellen, dass Dein Zustand vom Absetzen kommt.
Ich hab mich da auch gefragt, was hab ich mir da angetan als ich anfing dieses Zeug zu schlucken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Gehirnstoffwechsel lange braucht um sich wieder umzustellen.
Es graut mir, wenn ich Deinen Bericht lese und dann daran denke, was wird mich erwarten wenn ich mal soweit bin. Bis jetzt habe ich es jedenfalls noch nicht geschafft wieder mit dem reduzieren zu beginnen, zu tief sitzt meine Angst, dass es mir dann wieder so schlecht geht.

Liebe Grüße an Dich Uschi


Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 06.03 22,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 11.03. 20mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 22.03. 15mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 28.03. 12,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 31.03. 10 mg Paroxetin und 100mg Opipramo (Insidon)
seit 06.04. 7,5 mg Paroxetin und 100 mg Opipramol ( Insidon)
täglich Fischölkapseln, ab und zu nehme ich Vitamin C, Zink, Magnesium
seit 13.04. kein Paroxetin mehr
seit 16.04 wieder 10mg Paroxetin
Absetzversuch fehlgeschlagen!
seit 24.04 Opipramol abgesetzt, keine Probleme dabei
seit 09.05. 20mg Paroxetin
chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

Beitrag von chris2412 »

Hallo Liebes Forum,

zunächst mal herzlichen Dank für Eure schnelle Anteilnahme....
es freut mich (soll nicht makaber klingen) das ich wohl nicht der einzige bin dem es so geht.

Jetzt habe ich für diese Woche einen Termin bei einem Neurologen vereinbart (nicht bei dem der mir die Medis verschrieben hat)

Meine Frage an Euch...sollte ich mich ganz neutral verhalten..also nur von meiner Symptomatik erzählen...dabei erhoffe ich mir das er mich absolut neutral behandelt und auch diagnostiziert....

oder


sollte ich ihm von meiner Vorgeschichte erzählen....
- seit 15 Jahren Angst-und Panik, Hypochodrie, soziale Phobie etc
- Psychosomatischer Klinikaufenthalt
- 5 Jährige Verhaltens und Gesprächstherapie
- 1 Jährige Einnahme von Paroxetin


...also irgentwie habe ich ja das Gefühl wenn man ganz neutral dorthin geht bekommt man evt. eine wahrheitsgemäßere Diagnose...


was meint Ihr dazu?

Vielen Dnak und liebe Grüße
Chris
Paroxetin 20 mg seit März 2003
Paroxetin 10 mg seit anfang Dezember 2003
Paroxetin 5 mg seit 20.2.04
erhebliche Absetzerscheinungen:-(
Proxetin 0 mg seit 13.03.04
Uschi
Beiträge: 527
Registriert: 22.12.2003 08:41

Beitrag von Uschi »

Hallo Chris,

vielleicht solltest Du erstmals nichts von Deiner Vorgeschichte erzählen. Man wird dann schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt, und die Diagnose ist auch schnell gestellt.
Dann hast Du vielleicht Glück und wirst erstmal neurologisch untersucht, wenn nichts dabei rauskommt, hast Du immerhin die Gewißheit nichts im Kopf zu haben. Wenn Du ihm von Deiner Vorgeschichte erzählst bekommst Du mit ziemlicher Sicherheit gleich wieder ein Rezept und den Ratschlag gleich mit Paroxetin anzufangen.
Ich würde es auf jeden Fall erstmals so probieren und dann je nach Situation beim Arzt entscheiden, was erzähle ich und was lass ich erst mal lieber.

Alles Gute jedenfalls für Dich Uschi

Medikamente
seit 2 Jahren 40mg Paroxetin
seit 17.02 30mg Paroxetin und100mg Opipramol(Insidon)
seit 01.03 25mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 06.03 22,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon
seit 11.03. 20mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 22.03. 15mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 28.03. 12,5mg Paroxetin und 100mg Opipramol(Insidon)
seit 31.03. 10 mg Paroxetin und 100mg Opipramo (Insidon)
seit 06.04. 7,5 mg Paroxetin und 100 mg Opipramol ( Insidon)
täglich Fischölkapseln, ab und zu nehme ich Vitamin C, Zink, Magnesium
seit 13.04. kein Paroxetin mehr
seit 16.04 wieder 10mg Paroxetin
Absetzversuch fehlgeschlagen!
seit 24.04 Opipramol abgesetzt, keine Probleme dabei
seit 09.05. 20mg Paroxetin


CloneX
Gesperrt