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 ! Nachricht von: Oliver

Dieses Forum ist im Ruhezustand.

Es hat sich eine neue Gemeinschaft aus Betroffenen und Angehörigen gegründet, die sich weiterhin beim risikominimierenden Absetzen von Psychopharmaka unterstützt und Informationen zusammenträgt. Die Informationen, wie ihr dort teilnehmen könnt findet ihr hier:

psyab.net: wichtige Informationen für neue Teilnehmer


Die öffentlichen Beiträge auf adfd.org bleiben erhalten.

Bereits registrierte Teilnehmer können hier noch bis Ende 2022 weiter in den privaten Foren schreiben und PNs austauschen, aber es ist kein aktiver Austausch mehr vorgesehen und es gibt keine Moderation mehr.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die über die geholfen haben, dieses Forum über 18 Jahre lang mit zu pflegen und zu gestalten.


Bin Neu(gierig) und brauche Eure Hilfe!

Hier lassen sich auch viele Erfahrungsberichte über das Absetzen von Antidepressiva und Benzodiazepinen finden.
Gesperrt
chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

Bin Neu(gierig) und brauche Eure Hilfe!

Beitrag von chris2412 »

Hallo Liebes Forum,

ich möchte mich kurz vorstellen:
Ich leide seit ca. 13 Jahren an Angstzuständen, Panikattacken und bin ausgeprägter Hypochonder.
Nun bin ich Jemand der fürchterliche Angst vor jeglichen Medikamenten hat, es fällt mir sogar schwer Aspirin ohne schlechtes Gewissen einzunehmen.
Nun nach langem Leidensweg war ich dann ende 97 in einer Psychosomatischen Klinik (6 Wochen) danach ging es nur noch bergauf...sowohl Privat als auch beruflich.
Doch dann Januar 2003 fing alles wieder an, so schlimm das ich mich entschieden habe, nach Vorschlag meines neurologen Paroxetin einzunehmen.
Ich hatte vor Angst das erste Rezept verfallen lassen und nach dem zweiten lagen die Medis erst einmal wochen zuhause bevor ich mich dazu entschloss diese einzunehmen. Ich begann also mit 10mg nach einer Woche meinte mein Neurologe ich könne wen ich nichts bemerkt hätte auf 20mg erhöhen. Das tat ich dann auch und am selben abend (ich nehme die medis vormittags 10 uhr) musste ich den Notzarzt anrufen, weil ich dachte jetzt ist es aus.
Dann wieder runter auf 10mg. Nach 2 Wochen wieder der Versucg auf 20mg und wieder der Anruf bei 112. Wieder runter auf 10mg. Dann bin ich von 10mg auf 15mg und dann auf 20mg das hat dann einigermassen geklappt. Die 20mg nahm ich dann ca 6 Monate und ich könnte nicht sagen das es mir in der Zeit so wirklich gut ging. Ich entschloss mich dann abzusetzen. Bin alle 2 Wochen um 5mg runter, bei 10 mg angelangt habe ich dann von heute auf Morgen abgesetzt. Dann 2 Tage später die absolute Hölle ich hatte das Gefühl der schwersten Grippe, fühlte mich sehr sehr schlecht und schwach. Also wieder die Einnhame von 10mg.
Dann erhöhte ich wieder bis 20mg. So und nun, kurz vor Weihnachten 2003 bin ich von 20mg auf 15, nach 3 Wochen von 15 auf 10mg die ich nachwievor einnehme. Mir geht es seit dieser Zeit echt beschissen.
Eiskalte Hände, nervös, totale Schwäche, Grippeähnliche Gefühle, Schwindel, dann wieder das Gefühl als sauste ein Neuronenschauer durch meinen Körper, morgens werde ich kaum wach und wenn dann brauche ich stunden dafür, ich fühle mich als ginge ich auf Watte, habe oft durchfall, teilweise total lethargisch, würde mich am liebsten zuhause einsperren und den ganzen Tag im Bett liegen bleiben. Meine Frage an Euch...ist das denn Möglich? Ich meine das ist jetzt kommenden Sonntag 4 wochen her das ich auf 10mg bin.
Achja und dann sind Tage dabei da bin ich total daneben....also irgentwie ganz blöd im Kopf...wenn ihr wisst was ich meine. Was mich jedoch am meisten belastet ist das ständige Gefühl als sei der Kreislauf total am Boden und ich würde jeden moment umfallen, ohnmächtig werden. Wenn ich aber meinen Blutdruck und pula messe sieht das immer folgendermassen aus 120/75 60Puls.
Also ich würde mich über jeden Mutmachenden Beitrag freuen...über alles anderen natürlich auch.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und alles Gute

Chris
DerDan
Beiträge: 8
Registriert: 06.01.2004 13:04

Beitrag von DerDan »

Hi lieber Chris,
ich denke, dass du hier genau richtig bist. Hier kann dich zwar keiner von deinen Übeln befreien, aber vielleicht geht es dir viel besser, wenn du weisst dass es hier vielen ähnlich geht. Hypochonder (spreche aus Erfahrung) neigen natürlich dazu, so sehr auf ihre Symptome zu achten, dass sich die Sache irgendwann automatisiert. Die Psyche kann einem sehr üble, nicht zu begreifende, Streiche spielen. Wenn du das ganze schon seit 13 Jahren hast, dann wirst du dich sicherlich schon auf körperliche Ursachen untersuchen lassen haben.
Leider scheint mir, sag' Bescheid, wenn ich falsch liege, dass du die Dosis sehr oft eigenmächtig variiert hast, ohne deinen Doc zu fragen. Ich denke, dass das nicht ganz ungefährlich ist. Allerdings auch nicht sehr wirkungsvoll, weil man ja doch eine gewisse Latenz in der Wirkung hat. Komisch finde ich, dass dein Dok dir bereits nach einer Woche Wirkungslosigkeit eine Erhöhung der Dosis empfohlen hat. Normalerweise schleicht man ein solches Medikament ein und die erwünschte Wirkung kann schon mal 6 Wochen oder länger auf sich warten lassen. Habe noch eine Frage: Treibst du Ausdauerspocht ?? Hast du auch gelegentlich gute Tage, an denen alles reibungslos (zumindest viel reibungsloser) läuft ?
Liebe Grüße, Daniel .....
CloneX
Gründer
Beiträge: 1165
Registriert: 10.10.2003 17:01
Wohnort: Deutschland :)
Danksagung erhalten: 20 Mal

Beitrag von CloneX »

Hi Chris,

Du bist wahrscheinlich auch ein Opfer von Absetzungserscheinungen. Bin heute leider nicht so prall drauf, deswegen schreibe ich Dir nochmal wann anders. Vielleicht antwortet ja vorher auch noch Oliver oder so.
Linda
Gründer
Beiträge: 654
Registriert: 06.10.2003 11:46
Wohnort: Ravensburg/N. Devon, UK
Danksagung erhalten: 8 Mal

Beitrag von Linda »

Hallo Chris,

Ich würde überlegen, wieder auf 15 mg zu erhöhen, dann warten, bis Du stabil bist. Dann kannst Du in kleineren Schritten reduzieren. Hast Du die Hauptseite www.antidepressiva-forum.de angeschaut? Unter medizinische Infos gibt es Absetzpläne im Infopaket.

Liebe Grüße

Linda
Hippo
Beiträge: 95
Registriert: 21.10.2003 17:16
Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von Hippo »

Hallo Chris,

wie Du meinem heutigen "Update" entnehmen kannst, hat es auch mich nach ca. 4 Wochen 10 mg erwischt mit diesem grippeähnlichen Gefühl, weiche Knie, leichter Schwindel usw.
Auch ich kenne diesen Mechanismus, dann gleich nervös zu werden, den Körper noch mehr zu beobachten und durch diese Angst dann anfällig für weitere- oder verstärkte Symptome zu sein.
Es sind wohl Absetzsymptome, diese Symptome weden von Usern immer wieder beschrieben. Also, die gehen irgenwann weg (...wann auch immer...). Also, durchgehen, wie man auch durch eine Grippe geht und dann weitersehen. Nur die Angst nicht zu mächtig werden lassen.
Es wird irgendwann gut !

Alles Gute
Hippo
chris2412
Beiträge: 31
Registriert: 07.01.2004 10:40

Beitrag von chris2412 »

Hallo an Alle,
zunächst einmal herzlichen Dank für Eure Anteilnahme. Es ist doch etwas erleichternd zu weissen das man nicht allein mit diesem Problem ist und am Ende noch an sich selbst zweifelt.

@Dan
Du hast recht ich habe oft selbständig die Dosis variiert. Das lag jedoch daran, das ich mich bei meinem Neurologen einfach nicht verstanden fühlte und aufgrund seiner diagnose "Hypochonder" die ich nur bestätigen kann, er nie im Leben auf irgentwelche Nebenwirkungen bzw Absetzsymptome eingegengen wäre bzw ist sonder immer ganz klar alles auf meine Hypochondrische Störung abgeleitet hätte bzw hat.
Somit war ich also allein, ich mit meinen Problemen und dem Paroxetin.
Ich hatte sogar mal bei Ratiopharm angerufen um mich über Paroxetin zu erkundigen. Die Ärztin die ich am Tel hatte konnte garnicht fassen was ich ihr da erzählte und meinte ob ich sicher sei das ich keine Grippe hätte, denn die würde ja derzeit umhergehen. Also wusste ich, sch.... jetz bist Du wirklich auf Dich selbst gestellt und niemand würde Dich wohl ernst genug nehmen.
Inwiefern denkst Du denn das dieses variieren gefährlich sei?
Nun ich bin auf jedenfall davon überzeugt das ich das Mittel nicht mehr nehmen will...also absetzen will. Mit meinem Arzt zusammen klappt das wohl nicht. Ich hatte es schon einmal versucht, da war ich bei 20mg und er hat mich und meinen Wunsch diese abzusetzen garnicht ernst genommen und mit den Woerten erwidert "nun wenn es ihnen schon besser geht dann nehemn sie doch mal 30mg"
Nun jetzt muss ich wohl durch die Hölle....was ich nur nicht ganz verstehe, ich hab das Paroxetin ja noch nicht mal abgesetzt sondern bin nur inerhalb 4-5 Wochen von 20mg auf 10 mg und das ist jetzt auch schon wieder 4 wochen her....und mir geht es, meinem gefühl nach, wohl immer schlechter. Also ich merke auf jeden Fall das sich das was in meinem Körper tut...jetzt kann ich wohl nur warten bis es mir mit den 10mg wieder besser geht. Zur Zeit lese ich ja das Buch "Absetzten von Psychopharmaka" und das hilft mir auch einen kleinen Schritt weiter.
Körperlich habe ich mich schon sehr oft durchchecken lassen...immer ohne organischen Befund, das letzte mal vor einem Jahr. Ich werd wohl wieder mal gehen müssen um zu sehen ob sich da nicht was zusammengebraut hat und die symptome am ende dann doch nicht den SSRI zuzuschreiben sind :-)


Also alles Liebe und alles Gute an alle ich hoffe wir schaffen das gemeinsam

chris
Gesperrt