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Jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Montag, 31.12.18, 17:36

Liebe reddie,
reddie hat geschrieben:
Montag, 31.12.18, 17:06
Manchmal denke ich, die Pharmaindustrie hat die Büchse der Pandora geöffnet, als sie Medikamente entwickelten, die das ZNS beeinflussen. Es fühlt sich wirklich, wie Gottes Strafe dafür an, dies versucht zu haben.
Genauso ist es ! Wie konnten wir etwas versuchen, daß so am Gehirn herumpfuscht ! Warum ist das nicht bekannt !
Wir schreiben das Jahr 2018 ! Es ist ein Verbrechen !
reddie hat geschrieben:
Montag, 31.12.18, 17:06
Selbst die Trauer, durch die ich die letzten beiden Jahre gegangen bin, hat sich dagegen gesund angefühlt. Lebendig, richtig, angemessen für die Verluste.
Solche Gefühle habe ich nicht für möglich gehalten !
Aber alles Jammern wird nichts nützen - wir müssen es aushalten

Ich wünsche dir auch einen besseren Abend und endlich Genesung für das kommende Jahr !

Deine Ilse :hug:
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von reddie » Montag, 31.12.18, 18:02

Selbst Hitler hat sich dopen lassen, sonst wäre er vielleicht nicht so eskaliert. Stell dir das mal vor, was für schreckliche Folgen. Manche meinen, sein Leibarzt wollte ihn ausschalten. Na, dass könnte man bei unseren Ärzten dann ja auch sagen. Ich denke, er hat ihn einfach "gut" mit allen damals bekannten Mitteln versorgt.

Ui, Schluss jetzt mit der Grübelei. Wünsche dir einige möglichst entspannte Stunden bei deiner Freundin!!!

Deine reddie
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 14:26

Hallo ihr Lieben,

ich bin in einem so schrecklichen Zustand, wie ich es nicht beschreiben kann und ich weiß nicht, was da mit mir passiert.

Es fühlt sich ganz seltsam an - auch körperlich. Von der panischen Angst ganz abgesehen. Ich bin völiig fertig und kann
das nicht mehr einschätzen.
Es hat sich nochmal um ein vielfaches verschlechtert - so habe ich mich noch nie gefühlt meine ich.

Ich hab schon den ganzen Morgen das Gefühl, daß der Zeitpunkt fast da ist, daß ich es alleine nicht mehr schaffen
kann und ich in eine Klinik muß, wo man mir vielleicht Tavor gibt.

Hier kommt eigentlich nur die Ameosklinik infrage, wo der Prof. Gontheer Klinikleiter istl der sich ein bischen mit PP-Entzug
auskennt.

Ich hab ja Tavor hier und weiß nicht, ob ich es nehmen soll. Mein Neurologe würde es mir ja nicht wieder verschreiben
und was soll ich dann nur machen ?

Wenn man in der Klinik etwas geben würde - wäre das dann anders - würde es mir jemand weiterhin verordnen ?

Bitte - bitte - laßt mich nicht im Stich ! Hat jemand eine Ahnung, ob das wieder vorbegeht oder was es sonst sein könnte ?
Es ist ja irgendwie körperlich.
Was kann ich nur tun ?

Ich habe das Gefühl, daß ich es ohne ein Medikament nicht mehr schaffe.
Ich habe ausgehalten und ausgehalten und jetzt schaffe ich es glaube ich nicht mehr.
Als ob ich ohnmächtig werde oder den Verstand verliere - was kann das nur sein - kann mir denn kein Mensch helfen ?

Ich versuch jetzt, mich mit fernsehen abzulenken, damit ich mich da nicht reinsteigere.

LG Eure Ilse

Entschuldigung fürs ändern.
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von stubi » Mittwoch, 02.01.19, 15:00

Liebe Beate,

leider kann ich dir deine Fragen nicht beantworten, denn jeder empfindet sein Leiden anderes.

Was glaubst du den selbst was dich in diesen Zustand gebracht hat?

Du bist der Meinung das es Absetzschwierigkeiten sind und deshalb wird dir wohl keiner der Ärzte in der Klinik helfen können.

Das war bei Beate auch so, wir konnten alle bis jetzt ihren Weg mitverfolgen.
Es tut mir sehr leid dass es bei dir jetzt noch schlimmer geworden ist und du so verzweifelt bist. Helfen dir die Texte von Baylissa die Lena hat übersetzt, nicht? Sie betont immer wieder durchzuhalten und das es besser wird und das Heilung eintrifft, was ich ja auch bei mir so gewesen ist.

Natürlich sind die Symptome bei jedem anders und ich kann das leider nicht beurteilen, was jetzt bei dir helfen kann, leider.

Doch ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du dies alles durchstehen kannst und bald Besserung eingetreten mag.

Ich denke an dich und drücke dich. :hug:

Alles Liebe
Deine Renate
Zuletzt geändert von stubi am Mittwoch, 02.01.19, 15:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von gelblack » Mittwoch, 02.01.19, 15:04

Liebe Ilse :hug:

Ein gutes neues Jahr wünsche ich dir und vor allem dass sich dein gegenwärtiger Gesundheitszustand bald zum Positiven ändert. Es tut mir so leid zu sehen, wie anhaltend schlecht es dir geht.

Ich würde dir so gerne helfen aber ich bin nicht wirklich vom Fach. Was kann die Ursache sein, was könnte Linderung bringen. Entweder liegt ein Mangel vor, oder du solltest etwas weglassen. Weglassen könnten NEMs sein oder aber auch eine HIT. Ein Nahrungsmittel, das Dir übel mitspielt. Ein Mangel könnte hinsichtlich B12 zu massiven Symptomen führen?! Habe gelesen, dass gerade im Alter der Körper schlechter B12 aufnimmt. Kannst du das mal testen lassen?

In Sachen AD reduzieren oder Tavor nehmen halte ich mich besser zurück.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen dass sich wenigstens ein kleines Fenster für dich öffnet, damit du mal durchatmen kannst. Ein großes Fenster wäre natürlich klasse.

Gute Besserung :hug:
gelblack
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 15:41

Lieber gelblack,

erstmal von Herzen danke, daß du dich meldest und dir Gedanken machst.
Ich fühl mich so schrecklich allein damit und bin so froh, wenn mir jemand schreibt - auch wenn er keinen Rat hat.
gelblack hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 15:04
Entweder liegt ein Mangel vor, oder du solltest etwas weglassen. Weglassen könnten NEMs sein oder aber auch eine HIT. Ein Nahrungsmittel, das Dir übel mitspielt.
Ich nehme keine Nem und ess eigentlich immer das Gleiche. Auch Fleisch.

Hatte nur mal gelesen, daß man mit B12 vorsichtig sein muß. Kann man es denn so einfach testen ?
Und chronische Erschöpfung und Müdigkeit als Symptome habe ich eigentlich nicht.
Ich vertrag ja auch gar keine NEM mehr.

Ich weiß, daß ich schon so lange nur rumjammere, aber es wird tatsächlich kontinuierlich immer schlimmer.
Und das läßt sich mit Streß kaum noch erklären.

Es ist jetzt anderthalb Jahre her mit dem Kaltentzg und ich wüßte gerne, warum es noch immer schlimmer wird !
Ist das noch normal ?
Ich verstehe ja, daß es noch lange keine Fenster geben wird - aber wieso wird es immer noch schlimmer ?

Gerade in der letzten Woche nochmal so heftig. Sylvester war schon so. Gestern nicht ganz so heftig.

Oder können das wirklich immer noch die Auswirkungen vom Kaltentzug sein ??? Hält das jemand für möglich ?

Lieber gelblack - wünsche dir alles alles Gute für dieses Jahr !

LG Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von gelblack » Mittwoch, 02.01.19, 16:09

Liebe Ilse :hug:

Ich kann deine Verzweiflung nachvollziehen. Es ist einfach nur zermürbend wenn das Leid kein Ende nehmen will und aussitzen die einzige Option zu seien scheint.

Zu deiner Frage. Ja, es gibt schwere Verläufe, die sich über einen längeren Zeitraum ziehen können. Habe ich des Öfteren gelesen, dass das ZNS derart in Mitleidenschaft gezogenen ist, dass sich anfangs keine Fenster zeigen.

Ich kann mir auch vorstellen, dass sich Unverträglichkeiten ändern können, dass der Körper noch empfindlicher wird. Deshalb wäre es sinnvoll den eigenen Status bzgl Mangel oder Unverträglichkeit immer wieder erneut zu prüfen. Vergleiche nochmals die Lebensmittel mit den HIT Listen im Internet und lass mal deinen B12 Status checken. Wenn B12 okay ist, wäre es auch keine Baustelle.

Was mir noch einfällt ist Rauchen. Ich rauche so alle paar Monate mal, habe aber gerade beim Ausschleichen und noch nach 0 gemerkt dass Nikotin ein Nervengift ist und Symptome bei mir auslöst. Grund für mich das Rauchen seit 2 Monaten auf 0 zu reduzieren. Versuch mal einen Rauchfrei Tag, oder reduzier massiv. Vielleicht merkst du einen Unterschied.

Dein ZNS ist so angeschlagen, da können kleine Änderungen eine große Wirkung haben.

Alles Gute
gelblack
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Annanas » Mittwoch, 02.01.19, 16:12

Liebe Ilse :hug: ,
Erstmal wünsche ich dir nur das Allerbeste für dieses Jahr, auch wenn es erstmal nicht so schön angefangen hat :cry: !

Ist bei mir ähnlich - deshalb nur kurz zu dem, was Gelblack :) geschrieben hat.

B12 ist ja bei mir ein großes Thema - nun konnte ich aufgrund der Feiertagskonstellation nur 1 Spritze, anstatt normalerweise 3 bekommen.
Was soll ich sagen, mir ging es in den letzten Tagen richtig schlecht. Bin nachts fast jede Stunde mit Ängsten u Zittern aufgewacht, dazu Nervenschmerzen.
Heute morgen also ganz schnell Spritze geholt, jetzt wird es langsam besser.

Was ich damit sagen will ist, es ist durchaus eine Option den B12 Spiegel überprüfen zu lassen - es stimmt auch, daß gerade ältere Menschen einen Mangel haben bzw manche Personen aufgrund eines Enzymmangels (Intrinsic- Faktor) das B12 aus der Nahrung nicht ausreichend verwerten können.

Du könntest den Spiegel beim HA überprüfen lassen, evtl gleich noch Folsäure u den Homocystein-Wert (auch ein Indikator bei B12 Mangel, wenn erhöht - meistens aber keine Kassenleistung).

Bei akutem Mangel wird B12 dann gespritzt - ich habe die Erfahrung gemacht, daß Hydroxocobalamin da verträglicher ist, als das normalerweise verschriebene Cyanocobalamin.

MWn ist das B12 in den, therapeutisch verabreichten Dosen, nicht überdosierbar. Überschüssiges B12 wird über den Urin ausgeschieden.
Ich bekomme beispielsweise seit August eine Wochendosis von 6000 Mikrogramm.

Aber darüber kann man sich dann bei Mangel ggf später austauschen.

Ich habe das Gefühl, daß es bei mir die Entzugssymptome zusätzlich etwas deckelt.

Liebe Ilse, ich denke, einen Versuch wäre es wert.

Liebe Grüße von Anna

Edit überschnitten mit Gelblack :)
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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seit April 2018 Absetzpause, bin bei 15 Kügelchen (ca. 4,5 mg)

Hinweis:
Das Team sorgt für die Rahmenbedingungen im Forum und organisiert den Austausch. Ansonsten sind wir selbst Betroffene und geben vor allem Erfahrungswerte weiter, die sich aus unserer eigenen Geschichte und aus Erfahrungen Anderer ergeben haben.

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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 16:16

Liebe Renate ( ich glaube, du hast dich nur verschrieben, nicht wahr )

ich verstehe absolut, daß du meine Fragen nicht beantworten kannst. Das erwarte ich auch gar nicht.
Ich bin nur so froh, daß du dich meldest und danke dir ganz herzlich dafür !
stubi hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 15:00
Es tut mir sehr leid dass es bei dir jetzt noch schlimmer geworden ist und du so verzweifelt bist. Helfen dir die Texte von Baylissa die Lena hat übersetzt, nicht? Sie betont immer wieder durchzuhalten und das es besser wird und das Heilung eintrifft, was ich ja auch bei mir so gewesen ist.
Baylissa lese ich wirklich jeden Tag. Aber bei diesen Zuständen hilft so gar nichts.
Ich wäre ja schon beruhigt, wenn es so bleiben würde !

Wie war es denn bei dir ? Ist es da auch erstmal immer schlimmer geworden ? Und wann gab es etwas Erleichterung ?
Weißt du das noch ? Du schreibst ja, daß du auch oft an S. gedacht hast.

Mit Klinik hätte ich die einzige Hoffnung, daß sie mir etwas geben können. Ich hätte längst Tavor probiert, wenn ich nicht
Angst hätte, in die Toleranz zu kommen. Oder keines mehr verschrieben bekomme.

Ich weiß, wie das wahrscheinlich in Kliniken ist - ich hätte nie gedacht, daß ich das ernsthaft in Erwägung ziehen könnte !
Ich dachte, ich kann das aushalten.
Vielleicht ist Klinik auch eine schlechte Idee.

Ich danke dir für deine guten Wünsche und du weißt, ich wünsche dir nur das Beste.

Deine Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 16:33

Lieber gelblack,

danke, daß du dich nochmals meldest. Ich werde auf alle Fälle B12 testen lassen.

Ich esse streng nach den HIT- Listen.
Was mir sehr schwerfällt, ist weniger zu rauchen, da es wirklich das einzige ist, was für den Moment etwas Linderung
verschafft. Oder die Illusion davon.
Auch wenn es total bescheuert klingt. Manchmal trinke ich, nur um etwas zu tun. Um irgendetwas zu tun.

Ganz liebe Grüße
Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 16:51

Liebe Anna,

auch dir von Herzen danke ! Ich weiß ja, wie furchtbar es dir so lange ging !

Ich werde auf alle Fälle B12 testen lassen ! Habe sowieso am Freitag einen Termin bei der HÄ.
Aber es muß das Blut untersucht werden, denke ich.

Rein gefühlsmäßig vermute ich, daß es doch noch durch das Kaltabsetzen kommt. Und eben auch nicht weiß,
was die Minidosis Fluox. noch mit mir macht.

Bitte entschuldige - ich kann nicht mehr schreiben jetzt.

Ganz liebe Grüße und ein sehr gutes Jahr für dich !
Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von gelblack » Mittwoch, 02.01.19, 17:08

Liebe Ilse

Ja, lass die Werte B12 etc. prüfen. Ich hoffe für dich :whistle:

Im Entzug lässt sich nicht wirklich klar trennen was von was kommt.

Liebe Grüße :hug:
gelblack
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Petunia » Mittwoch, 02.01.19, 18:39

Liebe Ilse,

Es tut mir so leid, dass es Dir so sehr schlecht geht.

Auch ich komme ja immer wieder an den Punkt, wo ich denke, es geht absolut nicht mehr. Dann weiß ich nicht, was überhaupt noch verantwortbar ist und will in die Klinik und Medikamente bekommen.
Dann schreibe ich das auch hier in meinem Thread, immer wieder mal komme ich an diesen Punkt.

Aber dann werde ich hier immer so toll unterstützt, daran erinnert, dass Medikamente bei mir so gar keine Lösung sind wegen Unverträglichkeiten und paradoxer Reaktionen und überhaupt.

Und ich erinnere mich an die zwei grauenhaften Wochen in der Psychiatrie im Herbst 2017, der wirklich überflüssig und traumatisch für mich war. Und man wird da einfach ungerührt liegen gelassen, schließlich stirbt man ja nicht an den Symptomen. Das ist die Einstellung von denen zu den Dingen.

Und dann lese ich hier all die empathischen Reaktionen auf meine Verzweiflung und Angst und ich komme immer zu dem Entschluss, weiterzumachen. Dieses ganz, ganz schlimme, wo ich gar nicht mehr kann und einfach zugeballert werden will, um das nicht mehr aushalten zu müssen, das geht immer wieder vorbei. Immer, wirklich!

Es ist knüppelhart zu ertragen, aber das zumindest geht vorbei.
Ohne Forum wäre das für mich aber glaub ich fast unmöglich .

Ich hoffe, meine Erfahrung mit diesen Zuständen hilft Dir zumindest ein kleines bisschen.

Wir sind schon so weit bis hierher gegangen, liebe Ilse. Den Rest schaffen wir auch noch.

Das mit dem B12 Test würde ich auch machen an Deiner Stelle.

Ich drück Dich ganz doll und hoffe, dass Du es jetzt abends wieder besser hast

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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 02.01.19, 20:00

Liebe Ilse,

erst einmal ein frohes neues Jahr, in dem es hoffentlich nur noch bergauf geht für Dich!

Zum B12 wollte ich nur kurz dalassen, dass Du das natürlich testen lassen kannst, dass Du aber möglichst (auch bei Mangel) mit ganz geringen Dosen einsteigst, wenn Du das vorhast (einem Bruchteil der üblicherweise empfohlenen Dosis). Auch wenn es heißen könnte, das bringe nichts. Einfach zum Testen ob der Verträglichkeit bzw. (bei Verträglichkeit) zum Einschleichen.

Ich kenne einen Fall, wo sich jemand im AD-Entzug mit lediglich zwei Tabletten B12 (an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eingenommen) regelrecht "abgeschossen" hat und über viele Monate zurückgeworfen wurde in der Entzugssymptomatik. (Die erste Tablette führte zu einer vorübergehenden Symptomverbesserung, deshalb tags drauf die zweite; dann der Absturz.)

Ich glaube sofort, dass es einigen Betroffenen hilft und sie gut damit zurechtkommen. Aber die Reaktionen bei sensibilisiertem ZNS sind derart individuell, dass man gar nichts vorhersehen kann und sich nicht vergleichen. Man kann nur möglichst gut vorbeugen.

Zu HIT bzw. Unverträglichkeiten hat Gelblack :) ja schon Wichtiges geschrieben. Die Unverträglichkeiten können auch erst später einsetzen und sich verändern. Ob es allein oder überhaupt HIT ist, ist nicht gesagt. Zudem sind die Listen diesbezüglich nur eine grobe Orientierung; es gibt Betroffene, die auch mit Lebensmitteln Probleme haben, die dort als verträglich gekennzeichnet sind. Noch dazu sind die Listen nicht überall deckungsgleich.

Man kann nur vorsichtig individuell schauen, was Probleme machen könnte.

Auch der zusätzliche Stress mit den Feiertagen und der Reise kann im Nachgang Symptome triggern. Im Entzug ist man da oft sehr empfindlich.

Zudem würden zusätzliche Symptome mit der letzten Reduktion durchaus zeitlich zusammenpassen (längere HWZ vom Fluoxetin), selbst wenn diese sehr gering war. Ist das ZNS stärker sensibilisiert, können kleinste Veränderungen einen Wirbelsturm auslösen (kenne ich selbst).

Und ja, es kommt immer wieder vor, dass gerade in den ersten zwei Jahren deutliche Verschlechterungen auftreten. Auch später kann so etwas noch passieren, etwa durch Trigger. Für ein stärker angeschlagenes ZNS sind 1,5 Jahre keine lange Zeit.

Auch das Rauchen kann eine Stellschraube sein. Wegen seines Einflusses auf Dopamin würde ich evtl. auch nicht abrupt aufhören, sondern eher gemächlich reduzieren, ähnlich einem Ausschleichprozess.

In einer Klinik werden sie all Deine Symptome einer psychischen Störung zuschreiben und entsprechend medikamentieren. Das ist zumindest die Regel, Ausnahmen mag es geben (aber wo?). Bei stärker sensibilisiertem ZNS kann das die ganze Symptomatik verschlimmern, neue körperliche Abhängigkeit inklusive.

Es gibt derzeit leider keine adäquate Behandlung für AD-Entzug. Aussitzen, Stress reduzieren, gut für sich sorgen (auch was die Ernährung anbelangt), das sind so im Groben die Dinge, die man tun kann.

Liebe Grüße
Carlotta
Zuletzt geändert von carlotta am Mittwoch, 02.01.19, 21:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 20:37

Liebe Beate,

ich finde es unglaublich lieb von dir, daß du mir schreibst, obwohl es dir selbst so schlecht geht !
Ich traue mich kaum, dir zu antworten - ich schäme mich so furchtbar, wenn ich an dich denke und ich hier so jammere
und du mich noch tröstest.

Hoffentlich finde ich die richtigen Worte, um auszudrücken, daß ich um Gottes Willen nicht sagen will, daß es mir noch
schlechter geht als dir !
Petunia hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 18:39
Dieses ganz, ganz schlimme, wo ich gar nicht mehr kann und einfach zugeballert werden will, um das nicht mehr aushalten zu müssen, das geht immer wieder vorbei. Immer, wirklich!
Wenn es sich stabilisieren würde und ich könnte die Erfahrung machen, daß es auch wieder anders ist zwischendurch -
vielleicht wäre es dann ein wenig leichter.

Mittlerweile den ganzen Tag gleichbleibend unerträglich - es ist wirklich so.
Und es ist nur innen - allerdings kann ich nur noch mit knappen Sätzen antworten - ich glaube schon, daß man es mir
mittlerweile auch anmerkt. Eine normale Unterhaltung ist nicht mehr möglich.
Liegen geht nur abends - tagsüber ständig in Bewegung.

Aber du hälst deines aus - ich will es auch versuchen, das meine auszuhalten.

Ich glaube, Leid oder Angst läßt sich nicht werten oder miteinander vergleichen.

Von ganzem Herzen danke ich dir für deine Worte - das du versuchst, mir an deinem Beispiel Mut zu machen.

Drücke dich auch ganz ganz fest und hoffe, daß es dir zuhause ein wenig besser geht.

Alles Liebe :hug:
Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Mittwoch, 02.01.19, 21:08

Liebe Carlotta,

ich danke dir von Herzen, daß du dir wieder die Zeit nimmst, mir zu antworten - obwohl es doch auch mir inzwischen klar
sein sollte, daß es keine Hilfe gibt.

Es ist die nur Angst, nicht zu wissen, wo es endet, die mich immer wieder dazu treibt, so verzweifelt zu schreiben.
Gibt es irgendwo einen Punkt, an dem es nicht schlimmer wird.

Keiner wird mir das beantworten können. Ich kann es nur abwarten und erleben.

Ich weiß nur nicht, wie ich am besten Streß reduzieren kann - allein zuhause ist es ja am schlimmsten.

Vielleicht ist es ja wirklich so, daß die ganze letzte Zeit schlimm getriggert hat. Und es beruhigt sich wieder etwas.
Ich will mit aller Kraft versuchen, darauf zu hoffen.

Liebe Grüße und nochmals danke.

Ilse
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von carlotta » Mittwoch, 02.01.19, 22:16

Liebe Ilse,

es ist halt nicht leicht, all das zu verarbeiten. :hug: Das geht mir ja nicht anders und es ist ein Prozess, damit umgehen zu lernen (mit Höhen und Tiefen). Und bei ausgeprägten Neuroemotionen und Akathisie, wie sie bei Dir im Vordergrund stehen, ist es natürlich besonders schwierig, sich da in Akzeptanz zu versuchen. Das wissen die Neuroemotionen allzu oft zu verhindern, das ist schon klar.

Es ist schließlich auch wichtig, sich in solch einer Not mitteilen zu können, ohne dafür irgendwie "abgeurteilt" zu werden (oder blödsinnige Diagnosen zu erhalten). Deshalb ist das Forum als Anlaufstelle auch so wichtig; da draußen fehlen schlicht solche Möglichkeiten.
Jofab hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 21:08
Gibt es irgendwo einen Punkt, an dem es nicht schlimmer wird.
Natürlich habe ich keine Glaskugel, aber ich lehne mich mal vor dem Hintergrund vielzähliger Erfahrungsberichte, die ich kenne, samt meiner eigenen Erfahrungen, weit aus dem Fenster und sage: Den gibt es. Vorausgesetzt natürlich, man malträtiert sein Nervensystem nicht immer weiter, z. B. durch immer neue "Medikamentenversuche". Ich meine damit nicht jeden Alltagstrigger, alles lässt sich sicherlich nicht vermeiden, eine reizarme Umgebung ist heutzutage schon kaum zu erreichen. Aber man kann versuchen, für sich selbst möglichst gut zu sorgen, soweit das eben geht. Was Du ja z. T. auch machst. Mit dem Essen kannst Du ja noch mal genauer schauen. Das ist auch eine Wissenschaft für sich bei etwaigen Unverträglichkeiten.
Jofab hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 21:08
Vielleicht ist es ja wirklich so, daß die ganze letzte Zeit schlimm getriggert hat. Und es beruhigt sich wieder etwas.
Ich will mit aller Kraft versuchen, darauf zu hoffen.
Die stressige Phase hat auf jeden Fall ihren Beitrag daran, denke ich. Sicher wird es sich auch wieder beruhigen, das Schwierige daran ist leider immer, dass manche üblen Phasen so lang anhalten und man einfach nicht vorgesehen kann, wie lang sie dauern. Aber das schreibst Du ja selbst.

Als ich im Entzug sehr verzweifelt war (öfters und auch immer mal wieder), hat mir eine liebe Freundin immer gesagt, dass das vorbeigeht. Nicht so oberflächlich, sondern ernst gemeint. Und immer gebetsmühlenartig wiederholt. Das wird wieder anders. Ganz bestimmt. Auch bei Dir. Auch wenn die Fenster jetzt nur wenige Minuten dauern oder ganz fehlen. Das ist eine Phase, die vorbeigeht.

Liebe Grüße
Carlotta
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Clarissa
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Clarissa » Donnerstag, 03.01.19, 5:00

Liebe Ilse,

ich möchte mich den Vorschreiberinnen unbedingt anschließen.

Garantiert würdest Du in einer Klinik "was bekommen", aber ich bezweifle aus eigener Erfahrung, daß es Dir Erleichterung bringen würde. Es werden ja neuerdings gern Neuroleptika anstelle von Benzos bei Angst gegeben. Glaub mir, das will man nicht haben! Und am Ende interessiert es keinen, wie man damit klarkommt. Eine zügige Entlassung wird angestrebt.

Bitte laß Dich in Deiner verständlichen Verzweiflung möglichst nicht auf den Schritt in die Klinik ein.

Alles Gute und VG von Clarissa
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Jofab
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Jofab » Donnerstag, 03.01.19, 10:40

Liebe Carlotta, liebe Foris,

ich bin dir so dankbar, daß du mir mit deiner Antwort ein bischen die Scham genommen hast !
Die packt mich immer wieder.
carlotta hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 22:16
Und bei ausgeprägten Neuroemotionen und Akathisie, wie sie bei Dir im Vordergrund stehen, ist es natürlich besonders
schwierig, sich da in Akzeptanz zu versuchen. Das wissen die Neuroemotionen allzu oft zu verhindern, das ist schon klar.

Es ist schließlich auch wichtig, sich in solch einer Not mitteilen zu können, ohne dafür irgendwie "abgeurteilt" zu werden (oder blödsinnige Diagnosen zu erhalten). Deshalb ist das Forum als Anlaufstelle auch so wichtig; da draußen fehlen schlicht solche Möglichkeiten.
Ich bin permanent damit beschäftigt, mich zu erklären und zu rechtfertigen. Einzig hier im Forum werde ich verstanden.
Und selbst hier ist es schwierig, die Akathie zu vermitteln, wenn man sie selbst nicht so kennt.
Die Neuroemotionen sind schon schlimm genug - aber die Akathisie treibt mich zur Verzweiflung !

Jeden Morgen treibt sie mich aus dem Bett ( wobei ich noch sehr froh bin, daß es erst gegen 7h passiert ! )
und dann irre ich ruhelos in der Wohnung umher. Stundenlang. Das Herz rast.

Wenn ich doch sitzen und fernsehen könnte ! Oder lesen ! Aber es ist alles unmöglich.

Ich habe es so oft draußen versucht, aber allein wie gehetzt durch den Park zu irren, ist fast noch schlimmer.
Dann fühle ich mich wirklich wie eine Verrückte !
Gar keine Ruhe finden zu können, ist so schrecklich ! Und zur Zeit ist es wieder sehr schlimm.

Das Einzige, was ich in meiner Verzweiflung habe ist wirklich das Forum.
Und auch da verhindert die Unruhe, daß ich vernünftige Beiträge schreiben kann, weil auch die Gedanken so rasen.
Aber es lenkt mich so ab, daß ich wenigstens dabei sitzen kann. Selbst das ist schwierig.

Deshalb kommt meistens nur Jammern dabei heraus !

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß es für mich überlebenswichtig ist.

Die Ungewißheit, wie lange das noch so geht - das ist so grausam ! Ich weiß ja mittlerweile selbst, daß anderthalb
Jahre nichts sind !
Aber die Vorstellung, das es noch Jahre so weitergeht - ist derartig grauenhaft und unvorstellbar - immer,
wenn ich das wieder irgendwo lese, dann versuche ich das schnell wieder zu verdrängen - sonst überwältigt mich
die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit.

Die Akathisie allein würde schon reichen, um zu verzweifeln - aber nein !
Dazu noch die ver :censored: Neuroemotionen - diese schreckliche Angst, dieses Verlassenheitsgefühl geben mir
so oft den Rest !

Und in dem Zustand kann ich mich einfach nicht zur Wehr setzen ! Z.B. gegen meinen Sohn - das ist ja oft
das Thema, was selbst hier unverständlich und nicht nachvollziehbar erscheint !

Ich brauche meine ganze Kraft, um das jeden Tag auszuhalten und zu überleben - für Kämpfe ist da nichts
an Kraft mehr übrig ! Gar nichts !
Im Gegenteil - die Vorwürfe - das Unverständnis ( such dir Hilfe - es gibt sicher Hilfe - reiß dich zusammen - nur du sagst,
das ist der Entzug - du bist verrückt - im Forum sind auch nur Gestörte - ) kosten noch Kraft !
Allerdings ist es nicht immer so - es gibt ja auch liebevolle, fürsorgliche Momente.

Und wenn es kein Mensch verstehen kann - den Kontakt abbrechen würde ich nicht verkraften.
Ich versuche mich zu schützen, so gut es geht.

In meinen NA-Gruppen bin ich sehr vorsichtig geworden und sage nur selten etwas !
Selbst diejenigen, die Heroin genommen haben, können sich nicht vorstellen, daß es nach anderthalb Jahren noch
so schlimm ist.
Im Gegenteil - manche haben auch schon "angepißt" reagiert , weil der eigene, sicher unbestritten furchtbare Entzug
dadurch in den Schatten gestellt wird, wie sie meinen !

Sie hätten das alles selbst erlebt und ich würde vielleicht nicht genug tun, um das zu ändern !

Das PP- Entzug anders ist und noch länger dauern kann - das wissen sie ebensowenig wie alle Menschen, die das nicht
selbst erlebt haben.

Und meine gute liebe Freundin - die klammert sich an den Gedanken, daß es mir bald besser gehen wird.
Im Moment glaubt sie, daß sich schon viel verbessert hat ! Ich lasse sie in dem Glauben.

Weil ich ihr gegenüber nicht mehr ehrlich bin - sein kann !
Wenn sie damit rechnen muß, das das noch Jahre so weitergeht, wird sie den Mut verlieren.
Und ich würde sie verlieren.

Wenigstens meine Therapeutin glaubt mir. Und da kann ich auch ganz offen sein und klagen.
Aber auch sie versteht vom Entzug nichts - daß man diese Angstzustände nicht ändern kann, weil
sie vorwiegend vom Körper erzeugt werden.

Jetzt habe ich soviel geschrieben und ich merke, daß es mich ein wenig beruhigt hat, mich euch mitzuteilen.
Mein Leid zu klagen und auch ein bischen zu teilen.
Es ist das Einzige, was für den Moment ein wenig Erleichterung verschafft !

Und die Zeit vergeht ! Ein wenig Zeit von diesem endlos erscheinenden Tag !

Bis es abends GsD einige wenige Stunden gibt, in denen es erträglicher ist - wo die Akathisie mich ein wenig in Ruhe
läßt und ich liegen kann.
Die Ängste lassen etwas nach - sie sind nicht weg - aber erträglich. Das es abends richtig gut war, habe ich schon
länger nicht mehr erlebt.

Aber ich kann mich dann besser ablenken lassen. Das funktioniert meistens.
Die Angst vor dem nächsten Tag versuche ich zu verdrängen.
carlotta hat geschrieben:
Mittwoch, 02.01.19, 22:16
Als ich im Entzug sehr verzweifelt war (öfters und auch immer mal wieder), hat mir eine liebe Freundin immer gesagt, dass das vorbeigeht. Nicht so oberflächlich, sondern ernst gemeint. Und immer gebetsmühlenartig wiederholt. Das wird wieder anders. Ganz bestimmt. Auch bei Dir. Auch wenn die Fenster jetzt nur wenige Minuten dauern oder ganz fehlen. Das ist eine Phase, die vorbeigeht.
Ich habe auch nur euch, die mir das immer wieder versichern - gebetsmühlenartig !
Euch kann ich glauben - weil ihr es selbst erlebt habt.

Und wie auch Beate sagt - ich glaube auch - ohne euch alle würde ich es allein nicht schaffen - es hält mich am Leben -
es läßt mich immer wieder weitermachen, es gibt mir Kraft - es gibt mir immer wieder Hoffnung !

Danke, daß ihr immer wieder für mich da seid und mich nicht allein laßt in meiner Not !
Ich werde immer versuchen, auch für euch Hilfe und Stütze zu sein.

Es fällt mir schwer, aufzuhören zu schreiben - solange ich schreibe, fühle ich mich irgendwie mit euch verbunden
und empfinde das Alleinsein nicht so sehr.
Ich kann verstehen, wenn es euch zu lang ist und ihr es nicht lesen mögt.

Habt alle einen erträglichen Tag. Ich werde auch versuchen, den meinen wieder zu schaffen - dank eurer Unterstützung.

Eure Ilse :group:
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Petunia
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Re: jofab: Fluoxetin abrupt abgesetzt

Beitrag von Petunia » Donnerstag, 03.01.19, 12:33

Liebe Ilse,

Lass Dich drücken. Ich kann Dir nur immer wieder versichern , dass Du keine unsinnigen Beiträge schreibst. Mach Dich nicht so schlecht. Du kannst nichts für Deinen Zustand und Deine quälenden Gedanken. Wir alle hier können nichts dafür und sind nicht schlecht.

Schreib und schreib und schreib. Das ist wichtig, dass Du das tust.

Ich vergleiche uns hier nicht! Und schäme Dich doch nicht, wenn ich Dir schreibe und versuche Dich zu trösten. Weißt Du, wiw oft Du mich schon getröstet hast?
Es gibt nichts zu werten, Leid ist Leid, warum und in welcher Form auch immer. Ich glaube auch nicht, dass ich gewertet habe, ich hoffe, das kam nicht so rüber.

Die Neuroemotionen können einem üble Streiche spielen und schüren die Panik. Das ist sehr gemein, finde ich, weil sich alles so real anfühlt. Im Moment hab ich keine, deshalb kann ich so schreiben, aber heute früh bis vor ca. einer halben Stunde war es wieder grausam, trotz Anwesenheit meiner Hilfe und ganz lieben Besuchs gestern Nachmittag. Man kann diese Unerträglichkeit nicht vermitteln.

Ich wünsche Dir ganz doll Erleichterung.

Alles Liebe Beate
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