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Nietzsche-Ente: Venla-tox-in (Venlafaxin)

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Simmi18 » Samstag, 19.11.16, 9:46

Hallo,

ich möchte auch mal hier meine Erfahrung schreiben. Nehme auch Venla und hatte schon zwei erfolglose Reduzierungen hinter mir, weil die Symptome zu starkt waren und die Ärzte dachten ich bin wieder krank. War dann dadurch irgendwann bei 225 mg Venla gelandet.
Nach Rücksprache mit meiner Ärztin hatte ich damals alle 4 Wochen halbiert bis ich bei 37,5 ankam. Dann ging es wieder los mit den ganzen Symptomen. Zum Glück fand ich dann das Forum hier. Jetzt wußte ich, dass es der Entzug ist.

Immer bei 37.5 mg begann der ganze Mist.

Mit dem Wissen hier durch das Forum entschied ich mich dran zu bleiben. Ich schlich dann alle 4 Wochen mit der 10 % Regel aus. Die Symptome kamen, aber nicht mehr so geballt. Wenn es dann mal nicht gut ging holte ich mir hier im Forum wieder Mut. Ich wußte ja nun, dass das alles vom Entzug kam und ich unter den Nebenwirkungen leide. Eine antidepressive Wirkung hat das Medikament ja nicht mehr unterhalbt von 37,5 mg.

Meine Leber arbeitet auch nicht so gut, aber ich lasse mich da vom Heilpraktiker unterstützen. Da gibt es zum Entgiften natürliche Mittel, die man probieren könnte. Bei mir ist es eher der Blutdruck und der hohe Puls, der auffällig ist.

Seit September setzte ich mit der Microtapering Methode ab. Ich reduziere wöchentlich ganz wenig und komme so auch auf die 10 %, die alle vier Wochen angeraten sind. Ich öffne meine Kapsel und rechne jeden Tag aus wie viele drin sind und zähle dann ab, bis ich auf meine mg komme. Dann kommen die wieder in die Kapsel und werden geschluckt.

Damit habe ich momentan gute Erfahrung und bin jetzt aktuell bei 23,22 mg. Symptome halten sich in Grenzen und sind nur wenig spürbar. Mal leichtes Schwitzen und Muskelzuckungen, Blutdruckschwankungen und hoher Puls. Damit komme ich aber klar.

Auch bei dieser Methode habe ich ca. 2-3 Stunden nach der Einnahme ein komisches Gefühl. Dies wiederholt sich dann abends noch einmal. Das liegt an der Halbwertzeit des Medikaments.

Ich würde jetzt an der Medikation nichts ändern, bis du stabil bist. Gib dem Körper die Zeit. Was du jetzt brauchst ist vor allem Geduld.

Es ist zu schaffen und ich bin froh, dass ich bis jetzt durchgehalten haben. Das Leben kann wieder schön sein.

Liebe Grüße
Simone
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Burnout 2011 behandelt mit Citalipram und Opipramol
2011 Rehaaufenthalt Citalopram 20 mg
Januar 2012 Wiedereingliederung, die ich nach 4 Tagen abbrechen musste wegen Verschlechterung
Von da an 75 mg Venlafaxin
Job gekündigt und selbständig gemacht 2013
Im Oktober 2015 unter der Dosis 37,5 mg Venlafaxin wieder Symptome l9
Von Ärztin telefonisch auf 150 mg gesetzt
Reha im November 2015 hochdosiert auf 187,5 mg und Dominal
Aufgrund des hohen Pulses und Blutdrucks Betablocker Metropolol
Nach Reha noch Symptome und vom Arzt auf 225 mg rauf
Das war dann nicht mehr ich selber und ich habe dann runterreduziert auf 112,5 mg im März und Dominal weggelassen
Alternative Behandlung mit Infusionen, Vit. b Mangel und D Mangel aufgefüllt
Leaky gut diagnostiziert, Ernährung umgestellt
Ende April auf 75 mg Venlafaxin
Seit Mitte Juni auf 37,5 starke Symptome und deshalb am
9.7. um 10 Kügelchen aufdosiert auf Ca. 40,5 mg Venlafaxin das legte mich lahm
10.7. Frühes Erwachen und ständiges auf die Uhr gucken Zuckungen von Kopf bis Fuß, brennen in den Armen, schwitzen, Blutdruck 117/77 Puls 116
11.7. zurück auf 37,5 mg nach Einnahme vom Medi Schweißausbrüche, nach Anstrengungen erschöpft und bleiern, müde, ständiges Gähnen,Essen imme rnoch problematisch ohne Appettit, Stimmung schwankt, Abends Besserung und Freude aufs Bett :-).
12.7.relativ gute Nacht
Blutdruck niedrig, Therapiestunde, danach sogar einkaufen, mittags Schwitzen vorm Arbeiten,
morgens schlapp, müde, bleiern,essen weiterhin nach Einnahme des Venla problematisch
Abends sogar heute mal leichter Appettit und zunehmend gute Stimmung
Weiterhin auf 37,5 und keine Änderung der Symptome
26.7. 10 Kügelchen Ca. 3 g weniger also 34,5 mg
Besserung was die Übelkeit betrifft, konnte heute normal was essen, nur zweimal Hitzewallung/Schweißausbruch
Blutdruck scheint sich zu normalisieren, Kaum Gedankenkreisen, im Allgemeinen besser drauf
27.7. frühes erwachen um 6.45 ab da nur noch dösen, Zunehmende Zuckungen am ganzen Körper
ein kalter und ein warmer Fuß, nach dem Aufstehen müde und schlapp
01.08. bei 34,5 mg Kein Schwitzen mehr. Guter Appettit, kaum noch Symptome, wieder Periode ganz leicht,
12.8. Ca. 30 mg
26.8.-19.9 Urlaub
da ich vor dem Urlaub stabil war habe ich weitere 5 Kügelchen weggelassen. Diesmal aber nicht jede Kapsel ausgezählt.
07.9. langsames Einsetzen der Symptome
Schlafstörungen, Muskelzuckungen, schwitzen, Übelkeit. Das tritt meist morgens ab 7 Uhr auf.
Im Laufe des Tages wird es besser,
11.9. Heute wieder Kügelchen genau gezählt und auf 28,5 mg Symptome bleiben weiterhin (Umstellung auf Microtapering)
25.9. 27,9 mg stabil, super Tag, kaum Smptome, irgendwas putscht mich auf.
28.9. 27,9 mg extrem hibbelig, EKG auffällig, zu hoher Puls, fühle mich nicht schlecht, aber getrieben
29.9. auf 27,1 mg reduziert, ich glaube die Dosis ist zu hoch und deshalb die Unruhe und nicht still sitzen können
09.10. 25,55 mg
08.11. 23,78 mg
06.12. 21,54 mg
04.01. 19,65 mg
29.01. 17,24 mg
13.02. 16,24 mg
05.03. 13,83 mg
19.03. 11,73 mg
16.04. 07,97 mg
14.05. 04,30 mg
31.05. 02,85 mg
18.06. 01,59 mg
01.07. 0 mg :party2:

Seit Oktober Utrogest 200 mg wegen WJ

Weiterhin Vitamin B und D und Akupunktur

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Murmeline » Samstag, 19.11.16, 21:48

Hallo Ente!
Auf meine Frage, was man denn konkret gegen die Absetzsymptome tun könne, schaute er mich einfach nur stumm an O.O ... bis ich es nicht mehr aushielt und vorsichtig feststellte, dass es wohl keine Linderungsmöglichkeit gebe. Dann ging er - ohne darauf zu reagieren! - zum nächsten Thema über.
:frust: :frust: :frust:
Daher schaue ich auch nur selten hier im Forum vorbei... mir fehlt die Konzentration und es kommen zu viele neue Beiträge, als dass ich den Überblick behalten könnte
Das ist verständlich. Manchmal kann man sich nur gezielt melden, wenn man Fragen hat oder etwas loswerden möchte. Interessant ist es natürlich schon, wenn der Verlauf zumindest hin und wieder dokumentiert wird.

Irgendwann wird sich der Nebel in Deinem Kopf auch wieder nach und nach lichten!

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Dein Behandler nimmt Absetzproblematik nicht ernst? Das geht anderen auch so, siehe hier
Einer Deiner Ärzte erkennt Probleme mit Psychopharmaka an? Dann berichte doch hier

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Freitag, 25.11.16, 19:25

Hallihallo,


Lieben Dank für die Zuversicht :group:

Im Moment bin ich leider verunsichert ...
Murmeline hat geschrieben:Irgendwann wird sich der Nebel in Deinem Kopf auch wieder nach und nach lichten!

Tatsächlich hatte ich wieder mehr Klarheit im Kopf, jedoch geht es seit heute Mittag wieder schlechter...
verunsichert bin ich dadurch, dass die Nebelschwaden sich lichteten und auch Stromschläge und Zuckungen nahezu verschwanden, nachdem ich weiter reduziert habe.
Ich hielt diese Symptome für Absetzerscheinungen - aber müsste es dann nicht durch eine Dosisreduktion noch schlimmer werden?
Kann es sein, dass es "Neben"wirkungen sind?

Während der vierzehntägigen Pause (die ich eigentlich zur Nervensystemberuhigung eingelegt hatte) wurden die Symptome eher aufdringlicher, so dass ich schon verzweifelnd fürchtete, dass es nie mehr besser wird... - trotzdem habe ich dann meinem persönlichen Plan folgend und mit üblen Befürchtungen das Reduzieren fortgesetzt. Konkret heißt das: seit Mittwoch 1,5mg weniger.

Sofort ging es mir signifikant besser :o
...und nu? Hat sich mein Hirn so schnell umgestellt und ich muss weiter reduzieren (schöööön wäre das!) oder kommen jetzt die verzögerten Absetzerscheinungen?
Ich bin verwirrt - was soll ich tun?!? :wirbel:

viele Grüße allerseits
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Quetiapin: 2008 – 2010, seitdem eingeschränkte Darmfunktion und Leukopenie
umgestellt auf Citalopram, wenige Wochen später umgestellt auf
Duloxetin: Januar 2011, zwischenzeitlich Versuch mit Lamotrigin → abgesetzt wegen heftiger Hautreaktion; Duloxetin Januar 2014 abgesetzt wegen drohendem Leberversagen, drei Monate später Beginn heftiger Absetzsymptome ohne zu wissen, dass es welche sind.
Lorazepam: März 2015 verordnet bekommen bis zur Abhängigkeit, deshalb Ausschleichen bis März 2016
Sertralin: März 2015, abgesetzt nach 2 Monaten wegen Wirkungslosigkeit
Duloxetin: nur wenige Tage, da rasanter Anstieg meiner Leberwerte
Venlafaxin: Ende Juni 2015 Eindosierung auf 150mg, Beginn des Absetzprozesses im Dezember 2015

>bunter Symptomcocktail<

Erkenntnis der Zusammenhänge erst März 2016


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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Annanas » Freitag, 25.11.16, 19:59

Hallo Entchen :) ,
ich kann verstehen, was dich da umtreibt - kann manchmal auch nicht auseinanderhalten, was NW und was Absetzsymptome
sind.

Ich schreib mal kurz, wie eine Reduktion bei mir abläuft:
Tag X also reduziert, dann am 2. - 4. Tag, leichte Unruhe oder auch Ängste, danach ca. 10 Tage Ruhe, relativ
gutes Befinden, manchmal sogar leicht euphorisch, keinen Nebel mehr im Kopf - alles recht gut.

Dann ca. ab 15. Tag (+/- 3 Tage) verstärkte Symptome, u.a. auch Zaps, Muskelzuckungen - naja, eben die ganze
Palette in immer anderen Zusammenstellungen - bin dann ziemlich stark im Leben eingeschränkt!

Nach der 3. Woche beruhigt sich dann alles u. nach ca. 4 Wochen setze ich dann weiter ab u. es geht
wieder von vorn los.

Das ist mein persönlicher Plan - eine längere Stabilisierungsphase (36 Tage) hatte ich auch mal versucht, aber da
ging es mir eher schlechter, so daß ich da auch gleich reduziert hatte u. es wurde sofort besser.
Nietzsche-Ente hat geschrieben:.und nu? Hat sich mein Hirn so schnell umgestellt und ich muss weiter reduzieren (schöööön wäre das!) oder kommen jetzt die verzögerten Absetzerscheinungen?
Ich denke hier wirklich, daß es verzögerte Absetzsymptome sind - ich würde auf keinen Fall jetzt weiterreduzieren -
sondern warten, bis sich diese Symptome wieder gegeben haben.

Reduzierst du alle 14 Tage (sehe gerade deine Signatur nicht)?? Evtl ist das zu schnell?

Führst du ein Absetztagebuch?
Ich mache das u. so kann ich ganz gut erkennen, daß sich da ein Schema (o.g.) herauskristallisiert hat.
Ggf wäre das eine Idee?

Liebe Grüße von Anna
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Sonntag, 04.12.16, 18:56

Hallo mal wieder...


Annanas, habe lieben Dank für deine Antwort! Ich hatte diese schon gelesen, bin jedoch bis dato nicht zum Zurückschreiben gekommen :/

Annanas hat geschrieben:

Reduzierst du alle 14 Tage (sehe gerade deine Signatur nicht)?? Evtl ist das zu schnell?

Führst du ein Absetztagebuch?
Ich mache das u. so kann ich ganz gut erkennen, daß sich da ein Schema (o.g.) herauskristallisiert hat.
Ggf wäre das eine Idee?

Die erste 37,5 mg Kapsel habe ich so ausdosiert, dass ich jeden Tag ein Kügelchen mehr rausgeschmissen habe und nach 25 Kügelchen ( 10%) eine Woche pausierte. Anfangs hatte ich meine Symptome auch sehr genau dokumentiert, allerdings bildete sich kein Muster heraus - alles war total wirr und unvorhersehbar. Deshalb habe ich das Aufgeschreibe wieder gelassen.
Vermutlich hing das mit meiner Absetzmethode zusammen... in der Hinsicht war diese Vorgehensweise ein Fehler, so dass ich jetzt einmal wöchentlich um fünf Kügelchen (1,5mg) reduzieren werde.

Danke für die Schilderung deines Symptomverlaufs! Noch habe ich zwar nicht genug reliable Daten gesammelt, dass eine repräsentative Analyse zulässig wäre :roll: , jedoch scheint sich bei mir ein ähnlicher Ablauf herauszubilden - nur, dass die Zeitabstände entsprechend kürzer sind.

Das ist alles so ein elendes Martyrium :( zwischendurch verlässt mich immer wieder jegliche Zuversicht und meine Existenz scheint mir nicht mehr als ein Scheiterhaufen, auf dem ich in quälender Zeitlupe zu Asche verbrenne bis nichtmal mehr Schall und Rauch von meinem Dasein bleiben ...Entschuldigung für meinen Pathos an dieser Stelle... :bettzeit:

viele Grüße,
Nietzsche-Ente
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Simmi18 » Montag, 05.12.16, 9:13

Guten Morgen,

ich kenne das auch, was du beschreibst. Habe jeden Tsg genau dokumentiert. Ein Muster war da schwer zu erkennen. Am Anfang habe ich auch Kügelchen weg gelassen. Habe dann hier gelesen, dass dieKspsrln unterschiedlich verfüllt sind.
Ich zähle jeden Tag genau die kleinen Kügelchen und rechne dann aus, wieviel ein Kügelchen hat. Das ist zwar mühsam aber für mich notwendig. Jede Kapsel hat leider eine andere Anzahl an Kügelchen. Die Abweichungen sind manchmal extrem. Wenn du dann immer nur Kügelchen raus nimmst ohne zu zählen kann das sehr ungenau sein. Deshalb auch die schwankenden Symptome. So war es bei mir auch.

Seit ich das so mache komme ich gut klar. Ist zwar nicht jeder Tag gleich, aber erträglich.

Liebe Grüße
Simone
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Seit Mitte Juni auf 37,5 starke Symptome und deshalb am
9.7. um 10 Kügelchen aufdosiert auf Ca. 40,5 mg Venlafaxin das legte mich lahm
10.7. Frühes Erwachen und ständiges auf die Uhr gucken Zuckungen von Kopf bis Fuß, brennen in den Armen, schwitzen, Blutdruck 117/77 Puls 116
11.7. zurück auf 37,5 mg nach Einnahme vom Medi Schweißausbrüche, nach Anstrengungen erschöpft und bleiern, müde, ständiges Gähnen,Essen imme rnoch problematisch ohne Appettit, Stimmung schwankt, Abends Besserung und Freude aufs Bett :-).
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morgens schlapp, müde, bleiern,essen weiterhin nach Einnahme des Venla problematisch
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Besserung was die Übelkeit betrifft, konnte heute normal was essen, nur zweimal Hitzewallung/Schweißausbruch
Blutdruck scheint sich zu normalisieren, Kaum Gedankenkreisen, im Allgemeinen besser drauf
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01.08. bei 34,5 mg Kein Schwitzen mehr. Guter Appettit, kaum noch Symptome, wieder Periode ganz leicht,
12.8. Ca. 30 mg
26.8.-19.9 Urlaub
da ich vor dem Urlaub stabil war habe ich weitere 5 Kügelchen weggelassen. Diesmal aber nicht jede Kapsel ausgezählt.
07.9. langsames Einsetzen der Symptome
Schlafstörungen, Muskelzuckungen, schwitzen, Übelkeit. Das tritt meist morgens ab 7 Uhr auf.
Im Laufe des Tages wird es besser,
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08.11. 23,78 mg
06.12. 21,54 mg
04.01. 19,65 mg
29.01. 17,24 mg
13.02. 16,24 mg
05.03. 13,83 mg
19.03. 11,73 mg
16.04. 07,97 mg
14.05. 04,30 mg
31.05. 02,85 mg
18.06. 01,59 mg
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Montag, 09.01.17, 16:46

Hallo allesamt,

nachdem ich mich nun eine Weile hier nicht blicken gelassen habe, verfasse ich mal wieder ein paar Zeilen.

Ich habe gemerkt, dass es mir nicht gut tut viel im Forum zu lesen... durch das ständige vor-Augen-haben der schlimmen Folgen, die Psychopharmaka haben können, haben sich bei mir immense Ängste aufgebaut ... dass dieses Elend nie ein Ende haben wird, dass ich irreversible Nervenschäden habe, dass ich mein Leben an die Psychiatrie verloren habe :cry:
und ich leide immer furchtbar mit, wenn anderen Leid widerfährt :?

Daher brauche ich Abstand...

Mir geht es seeeeehr durchwachsen - auch wenn ich mich insgesamt weniger eingeschränkt durch Symptome fühle, bin ich weit davon entfernt, mich gut zu fühlen. Besonders schlimm finde ich meinen aufgedunsenen Blubberbauch, der mich Tag und Nacht quält :( dadurch fühle ich mich ekelhaft und abstoßend. Dieses Problem kenne ich schon seit langem und habe zigfach ärztliche Hilfe gesucht - das ist aber eine Geschichte für sich, die diesen Beitrag in die Länge zöge. Vielleicht widme ich mich dem in einem gesonderten Beitrag.

Inzwischen habe ich mich einer Selbsthilfegruppe des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener http://www.bpe-online.de angeschlossen, wo sich Leidensgenossen über ihre (Psychiatrie)Erlebnisse austauschen. Wider Erwarten haben sich die anderen der SH-Gruppe nicht oder nur wenig über Psychopharmaka informiert, obwohl alle welche schlucken (und das teilweise schon jahrelang...). Mich hat dieser Umstand schockiert und verunsichert... meine Probleme mit Medikamenten habe ich zwar thematisiert, aber ich machte da gerne noch mehr an Aufklärungsarbeit. Nur... wie??? Wie sagt man jemandem schonend, dass die 'Heilmittel', an welche er glaubt, nicht das sind, was ihm über ein Jahrzehnt erzählt wurde? Was löst die Erkenntnis, dass man die letzten Jahre persönlichkeitstötende Quacksalberpillen geschluckt hat, aus?
Für mich war es jedenfalls ein Schock und ich bin mir nicht sicher, ob ich das anderen antun möchte... :?
Kann ich jemandem, der unterm Galgen (Psychiatriesystem) mit dem Strick (Psychopharmakum) um den Hals glaubend an Wissen und guten Willen des Scharfrichters (Psychiater) steht, den Boden unter den Füßen wegziehen?
Was dann ? ... und ob mir überhaupt Glauben geschenkt wird oder nicht eher eine Abwehrreaktion als Selbstschutz kommt, weiß ich ja auch nicht... am Ende bin dann doch wieder ich der Spinner respektive die Spinnerin (aber hier muss ich wohl hoffentlich nicht so sehr auf politische Korrektheit achten :whistle: )... also der Spinner xD

Ohje, das ist mal wieder alles wirres Zeug in meinem Denkorgan :roll:

Zum Ende hin noch hierzu
Simmi18 hat geschrieben:Jede Kapsel hat leider eine andere Anzahl an Kügelchen. Die Abweichungen sind manchmal extrem
Wahrscheinlich hast du einen anderen Hersteller - mir scheinen die Kapseln doch immer gleich befüllt, vielleicht plus/minus ein Kügelchen... aber ansonsten tut sich das nichts. Ich vermute, dass die Schwankungen durch andere Faktoren entstehen, besonders körperliche und psychische Belastungen, Wetterwechsel et cetera. Leider ist das Gehirn/Nervensystem zu komplex um da so simplifizierte Ursache-Wirkungs-Modelle (wie die Serotoninhypothese :roll: ) zu Rate zu ziehen.


viele Grüße und baldige Genesung an alle,

Nietzsche-Ente
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carlottaMurmelineKaulquappe 411
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Duloxetin: Januar 2011, zwischenzeitlich Versuch mit Lamotrigin → abgesetzt wegen heftiger Hautreaktion; Duloxetin Januar 2014 abgesetzt wegen drohendem Leberversagen, drei Monate später Beginn heftiger Absetzsymptome ohne zu wissen, dass es welche sind.
Lorazepam: März 2015 verordnet bekommen bis zur Abhängigkeit, deshalb Ausschleichen bis März 2016
Sertralin: März 2015, abgesetzt nach 2 Monaten wegen Wirkungslosigkeit
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Erkenntnis der Zusammenhänge erst März 2016


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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von carlotta » Montag, 09.01.17, 17:25

Hallo Nietzsche-Ente,

wundert mich gerade etwas, dass sogar in den BPE-Selbsthilfegruppen wenig bis kein adäquates Wissen über PP vorliegt. :evil: Da hätte ich anderes erwartet, aber man lernt nie aus.

Ich kann Deine Bedenken verstehen, ich überlege mir mittlerweile auch gut, wem gegenüber ich offen bin, was die PP-Thematik angeht. Nicht jeder ist in gewisser Weise reif für dieses Wissen. Aber in einer Selbsthilfegruppe von Psychiatriepatienten, die zu weiten Teilen durch PP ja durchaus immer kränker werden statt zu gesunden (dazu gibt es ja mittlerweile vielfältiges Material, siehe bspw. Hintergrundinformationen hier im Forum), sollte man offen sein können, denke ich. Ganz ehrlich, ich sehe es fast schon als Verpflichtung an, denn meiner Meinung nach sind das alles mündige, erwachsene Menschen und keine Kleinkinder (die die Psychiatrie allzu gerne aus ihnen machen möchte) und die haben einfach ein Recht darauf, rundum informiert zu werden über die Medikamente, über die Risiken und Nebenwirkungen, über die Entzugsproblematik etc. Es gibt ja auch für Ärzte - soweit ich informiert bin - eine gesetzliche Verpflichtung zur umfassenden Aufklärung, die meist nicht ansatzweise erfüllt wird. Und das ist schon schlimm genug! :frust:

Natürlich liegt es nicht in Deiner persönlichen Verantwortung aufzuklären (Du bist ja auch kein Behandler), aber hier und da ein wenig Informationen streuen, vielleicht mal auf Literatur zum Thema verweisen oder kritische Webseiten etc. kann man schon versuchen, denke ich. Was die oder der einzelne damit anstellt, ist dann deren Sache. Sicher werden auch Abwehrreaktionen kommen, viele stecken da sicher zu tief drin. Aber einige sind vielleicht auch interessiert und erhalten einfach die Chance, andere Wege einzuschlagen, die sie evtl. vorher gar nicht gesehen haben, weil unser "Gesundheitssystem" sie ihnen größtenteils verwehrt. Man darf Menschen nicht dumm halten, ist zumindest meine Meinung. Aufklären tut not, was jeder mit den Informationen macht, wie man damit umgeht, bleibt ja jedem selbst überlassen. Aber wie soll man wissen, dass es diese ganzen Gefahren gibt und dass einige "Diagnosen" mit Sicherheit medikamentös bedingt sind, wenn einem das niemand sagt?

Du solltest Dich natürlich keinesfalls aufreiben dafür, um andere zu informieren. Viele wollen die Informationen ja auch tatsächlich nicht. Aber mit dem einen oder anderen Denkanstoß kann man sicher auch etwas auslösen und langfristig hat man die Chance, dadurch durchaus auch Leben zu retten, davon bin ich überzeugt. - Und dass die Informationen letztendlich so bitter sind, liegt ja nicht in der Verantwortung des Informationsüberbringers, sondern in der der Täter.

Ich für meinen Teil wäre vor Jahren echt dankbar und froh gewesen für eine kritische Einschätzung und Information in der Richtung. Sie hätte mir einiges an unnötigem Leid erspart.

Liebe Grüße :group:
Carlotta
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Kaulquappe 411 » Mittwoch, 11.01.17, 11:29

Hallo,

Quäppchen grüßt Ente. :hug:

Willkommen im Kreise der Venlaexperten. Habe gerade erst dein Thema entdeckt, und mit großem interesse verschlungen.

Gehöre auch zu dieser Spezies der Venlaausschleicher. Und vieles von dem, was du geschrieben hast, kenne ich von meinem Prozess.

Da ich extrem sensibel auf Reduktion reagiere ( schon 1-2 Kügelchen genügen, um eine fiese Absetzwelle zu provozieren), kam mir die Idee, ob du eben auch zu den hypersensiblen Menschen gehörst. Das würde bedeuten, dass die 5-10%-Reduktion ebenfalls zu hoch ist.
Genau wie Kaulquappen sind Enten ja auch Wasserliebend, vermutlich liegt das daran. :D

Spaß bei Seite, die SAche ist Ernst, sprach Ernst und ging in den Wald ....

Ich nehme Venla von der Firma Biomo und habe mir mal den Spaß erlaubt, ALLE Kapseln einer Packung durchzuwiegen mittels Feinwaage. Das hat ein erstaunliches Ergebnis erbracht angefangen von 0,312 g Kapselgewicht bis hin zu 0,296 g Kapselgewicht innerhalb einer Packung.

Mag sein, dass ein Psychiater sagen würde, dass diese Unterschiede absolut nix ausmachen, aber Psychiater sind ja auch nicht solch sensiblen Geschöpfe wie Enten oder Quappen. :haha:

Wenn ich jedoch sehe, wie überschießend ich auf minimalste Änderungen reagiere, sage ich, das es DOCH was ausmacht!!!!! :haha:


Jedenfalls habe ich mittels Feinwaage erst einmal alle Kapsel der Packung auf ein Gewicht gebracht, um die gleiche Ausgangslage zu haben. Danach ging die Reduktion los.
Jedenfalls bedeutet diese Hypersensibilität bei mir, dass ich pro Woche eben nur so um die 2 Kügelchen reduzieren kann, wenn überhaupt. Denn wenn dann so eine unterhaltsam-ätzende Sch :censored: Absetzwelle kommt, liegt das Leben erst mal wieder brach, bis die Welle abgeebt ist.

Nun ja, also Kaulquappe ist dann eben eine Schnecke. Seltsam aber wahr, musste ich leider akzeptieren. Vielleicht bist du eine Ente, die eigentlich auch eine Schnecke ist? :party:

Was wäre, wenn du noch kleinere Schritte wie ich mache?
Da ich kaum noch Kraft habe, die Absetzsymptome mitzutragen, warte ich sehr lange, bis ich sozusagen komplett wieder Symptomfrei bin, um dann wieder um 0,002 g zu reduzieren.

Wäre das was für dich?

Und was diese Selbsthilfegruppen anbetrifft:
Als ich so langsam auf den Trichter kam, dass nich ich ein Problem habe sondern die Psychiater und Pharmaerzeugnisse, wankte mein gesamtes Weltbild.
Anfangs habe ich auch noch in den sog. Depressionsforen geschrieben, habe von meinem Erfahrunge mit den Medis berichtet, und wurde böse angegangen und als Verschwörungstheoretikerin beschimpft. Ich habe an mir selbst gezweifelt und kam mir vor wie ne Außerirdische.

Erst als ich dieses Forum hier entdeckte, ging es mir besser. Ich sah, dass ich keine Spinnerin bin, sondern sehr verantwortungsbewusst und klar. Mittlerweile spare ich mir meine Kraft für mcih selbst auf, und bleibe den allg. üblichen Depressionsforen und SElbsthilfegruppen fern, denn viele sind dermaßen Autoritätshörig, dass ich da nichts ausrichten kann. Wer weiter in sein Unglück rennen will kann das tun, hauptsache ICH und wir hier im Forum sind nicht mehr dabei an diesem bösen Spiel.

In unserer Welt ist es wohl insgesamt nicht erwünscht, aufgeklärt zu sein und selbst denken zu können. Nun denn, ich bin stolz und froh und dankbar, wieder ich selbst zu sein, mich meinem eigenen Verstand und meinem Bauchgefühl zu vertrauen und nicht den ungebildeten studierten Ärzten.

Soweit zur Quappen-Philosophie, vielleicht kannst du daraus etwas für dich mitnehmen.

Liebe Grüße ,

Quäppi
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Diagnosen: PTBS, Depression, Sozialphobie, Agoraphobie, Oralophobie, Migräne, craniomadibuläre Dysfunktion, Tendovaginitis an den Füßen
Erfahrungen mit Ximovan ( Paradoxe Reaktion), Melperon (drastische Alpträume), Taxilan (total abgeschossen) Fluoxetin (Depersonalisation), Lorazepam, Opipramol, Promethazin, Escitalopram, Cipralex, Valdoxan, Amitriptyllin.
Genannte Mittel nur kurze Zeit genommen und kalt abgesetzt, da angeblich keine Probleme nach so kurzer Einnahmedauer, hahaha!
2010 Venlafaxin 150 mg eingeschlichen, Kurzeitige Besserung der Stimmung bzw. Antriebs, jedoch Verstäkung der inneren Unruhe.
Hinzu kam Amisulprid 50mg, half sehr gut gegen Angst, jedoch horrende Nebenwirkungen (30 kg zugenommen, Kopfschmerzen, Diabetes, Hormonstörungen), daher kaltes Absetzen, weil angeblich unproblematisch. Nach 2 Tagen massive Suizidgedanken und Ängste, wieder auf 50 mg für 1 Jahr.
Sommer 2014 wegen Schlafstörungen 12 Tropfen Trimipramin, kaum Besserung, starker Nachhang, Depersonalisierung, Muskelsteifigkeit, Kurzatmigkeit, Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit, eigenmächtiges kaltes Absetzen, daher wochenlang starke Schlafstörungen.
Amisulprid 50 mg Ende November 2014 eigenmächtig abgesetzt. Pro Woche 12, 5 mg weniger, keine Absetzsymptome
Venlafaxin 150 mg seit Mitte Dezember 2014 am Absetzen, innerhalb von 2 Wochen auf 37,5 mg mit starker Absetzsymptomatik,( Brainzaps, Weinerlichkeit, Verzweiflung, aggressive Ausbrüche, Bauchschmerzen, Durchfall, Sehstörungen)
11.1. auf 75 mg, da Absetzsymptome zu stark, nehmen im Verlauf des Sommers ab, Schneckenclubmitglied :schnecke:
Sept. 2015 Diagnose Autoimmunthyreoiditis, Einschleichen von Hormonen wegen unerträglichen Nebenwirkungen misslungen.
Regelmäßige Einnahme von Vitamin D, Leinöl, Basentee und versch. homöopath. Globuli bekommen mir sehr gut!!!

31. Oktober 2016 Fortsetzen vom Absetzen Venlafaxin 75 mg mittels Mikrotapering ( pro Kapsel ein Gewicht von 0,306 g)
Meine Absetzsymptome bei jedem Schritt, mal mehr, mal weniger: Weinerlichkeit, Pseudodepri, Pseudoschnupfen, Muskelschmerzen in den Beinen, Verspannungen Nacken und Kiefer, Brainzaps, Geräuschempfindlichkeit, leichte Übelkeit, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Juckreiz, Hör- und Sehprobleme
4.11.: Kapselgewicht 0,304 g
7.11.: Kapselgewicht 0,302 g
10.11.: Kapselgewicht 0,300 g, Absetzsymptome zu stark, kurz hochdosiert, besser!
28.11.: Kapselgewicht 0,298 g
9.12.: KG 0,295 g
am 1.1. 2017 bei KG 0,292 g angekommen
17.01.2017 KG 0,290g
15.02.2017 KG 0,286 g
01.03.2017 KG 0,284 g
seit 24.04. 2017 KG 0,280 g
02.05.2017 KG 0,278 g
16.05. 2017 KG 0,276 g
mittlerweile bei KG 0,273 g
nun bei KG 0,270 g
mittlerweile bei KG 0,264 g mit Zwischenschritten
seit 15. 11. bei KG 0, 255 g ohne Zwischenschritte, drei Tage Absetzwelle, dann OK
seit 30.11. bei KG 0,245 g, das übliche an Absetzsymptomgedöns :-)
mittlerweile bei KG 0,230 g
mittlerweile bei KG 0,200 g kaum Absetzsymptome, solange ich auf passende Ernährung achte!
KG 170 g
22 Kügelchen
Seit dem 15. August 2018 auf NULL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Mittwoch, 11.01.17, 17:24

Oooohaloha! :o
Hallo carlotta und hallo Kaulquappe, danke für die tolle Resonanz :pillowtalk:

carlotta hat geschrieben:Ich für meinen Teil wäre vor Jahren echt dankbar und froh gewesen für eine kritische Einschätzung und Information in der Richtung. Sie hätte mir einiges an unnötigem Leid erspart.
Da schließe ich mich dir vollkommen an! Von meinen persönlichen üblen Erfahrungen mit den Medikamenten habe ich in der Gruppe bereits mehrfach berichtet und auch ein paar allgemeinere Undinge bezüglich Psychiatrie angemerkt... mir schien es, dass die anderen Psychiatrieerfahrenen nicht recht wussten, wie sie diese Informationen einordnen sollten und teilweise skeptisch waren. Seitdem einmal der Kommentar (in sehr angenervtem, vorwurfsvollen Ton) kam, man dürfe die Medikamente nicht für alles verantwortlich machen... bin ich stark verunsichert und habe erstmal die Klappe gehalten :censored:
Allerdings gedenke ich, dieses Thema weiterhin in den Gesprächen präsent zu halten... Nee nee nee nee, so schnell lasse ich mich nicht abwimmeln! Ich möchte mich nur nicht schon mit vermeintlicher Klugscheißerei unbeliebt machen oder andere Menschen vor den Kopf stoßen - nur damit dabei das vor ebendiesem befindliche Brett zu Bruch geht. Irgendwie werde ich mein Wissen weitergeben, auch wenn mir das "Irgend" dabei zurzeit noch den Weg verbarrikadiert.


Kaulquappe 411 hat geschrieben:Vielleicht bist du eine Ente, die eigentlich auch eine Schnecke ist?
Waswiewo? WER hat mich enttarnt?!? :shock:

Naja.. jetzt wo es sowieso schonmal im von Spinnern und Spinnerinnen gesponnenen Netz ist, kann ich es ja auch zugeben... Ja, ich bin eine :schnecke: - eine Hypersensible und dieses nervige Psychiaterdictum "die Dosis ist viel zu gering, als dass Sie das merken könnten" geht mir ganz schön auf den Senkel... dummerweise bin ich diejenige, die deshalb auf die Nase fällt. Solln die ihr Zeugs doch selber schlucken :evil:

Im Moment komme ich mit meinen Reduktionsschritten einigermaßen klar - obwohl ich natürlich lieber Sieben-Meilen-Stiefel anzöge - und bleibe erstmal dabei... wenn es endlich auf null zugeht, werde ich aber noch mal die Zeitlupe hervorholen.

Kaulquappe 411 hat geschrieben:Soweit zur Quappen-Philosophie, vielleicht kannst du daraus etwas für dich mitnehmen.
Nein. .... :whistle: etwas kann ich daraus nicht mitnehmen - sondern so viel, dass ich dem gar nichts hinzuzufügen habe :lol: Danke dir dafür!


In diesem Sinne <3

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Quetiapin: 2008 – 2010, seitdem eingeschränkte Darmfunktion und Leukopenie
umgestellt auf Citalopram, wenige Wochen später umgestellt auf
Duloxetin: Januar 2011, zwischenzeitlich Versuch mit Lamotrigin → abgesetzt wegen heftiger Hautreaktion; Duloxetin Januar 2014 abgesetzt wegen drohendem Leberversagen, drei Monate später Beginn heftiger Absetzsymptome ohne zu wissen, dass es welche sind.
Lorazepam: März 2015 verordnet bekommen bis zur Abhängigkeit, deshalb Ausschleichen bis März 2016
Sertralin: März 2015, abgesetzt nach 2 Monaten wegen Wirkungslosigkeit
Duloxetin: nur wenige Tage, da rasanter Anstieg meiner Leberwerte
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Murmeline » Donnerstag, 12.01.17, 9:19

Hallo Nietzsche,
Von meinen persönlichen üblen Erfahrungen mit den Medikamenten habe ich in der Gruppe bereits mehrfach berichtet und auch ein paar allgemeinere Undinge bezüglich Psychiatrie angemerkt... mir schien es, dass die anderen Psychiatrieerfahrenen nicht recht wussten, wie sie diese Informationen einordnen sollten und teilweise skeptisch waren. Seitdem einmal der Kommentar (in sehr angenervtem, vorwurfsvollen Ton) kam, man dürfe die Medikamente nicht für alles verantwortlich machen... bin ich stark verunsichert und habe erstmal die Klappe gehalten.

Allerdings gedenke ich, dieses Thema weiterhin in den Gesprächen präsent zu halten... Nee nee nee nee, so schnell lasse ich mich nicht abwimmeln! Ich möchte mich nur nicht schon mit vermeintlicher Klugscheißerei unbeliebt machen oder andere Menschen vor den Kopf stoßen - nur damit dabei das vor ebendiesem befindliche Brett zu Bruch geht. Irgendwie werde ich mein Wissen weitergeben, auch wenn mir das "Irgend" dabei zurzeit noch den Weg verbarrikadiert.
Ich glaube, so unheimlich mir persönlich ist, wenn jemand Medikamente als die beste und unerlässliche Lösung, auch langfristig sieht, so seltsam finden es andere, wenn man zu pauschal aus der anderen Richtung spricht. Grautönen zulassen und gleichzeitig nachdrücklich sein, vor allem seine persönlichen Erfahrungen kommunizieren, kann dann schon der passendere Weg sein, wobei man sich eben auch dem "Gegenwind" stellen muss.

Wie gut ist Dein Englisch? Ich finde diesen Artikel ganz passend, er beschreibt die Erfahrungen von Corinna, mit anderen über das Thema zu sprechen.
https://www.madinamerica.com/2016/02/re ... sclaimers/

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Montag, 16.01.17, 19:57

Hallo!

Murmeline hat geschrieben:Wie gut ist Dein Englisch? Ich finde diesen Artikel ganz passend, er beschreibt die Erfahrungen von Corinna, mit anderen über das Thema zu sprechen.
Jedenfalls gut genug, um den Text zu verstehen - Danke :)

Vielen Punkten stimme ich zu... generell plädiere ich für Nuancen und ein "sowohl als auch" statt "entweder oder", da es der Realität doch näher kommt als Schwarz-Weiß-Denken.
Ich habe auch den Eindruck, dass es bei Psychopharmaka viel um Glauben (und nicht-wissen-wollen :roll: ) geht, aber die Analogie zu Religion finde ich etwas holprig. Naja, könnte vielleicht an meiner Areligiösität liegen :whistle: ... irgendwie meine ich, dass es für die (Un)Wirkung von Medikamenten wissenschaftliche Evidenz gibt, wohingegen sich religiöse Glaubensvorstellungen der Beweisbarkeit entziehen.

Eeegal, das ist ein ganz anderes Thema :lol:

Der Sand, den die Pharmapsychiatrie ihren Klienten in die Augen streut, muss wohl Körnchen für Körnchen aufgelesen und stattdessen ins Getriebe dieses Glaubenssystems gestreut werden.

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Murmeline » Dienstag, 17.01.17, 10:50

Hallo Ente!
Ich habe auch den Eindruck, dass es bei Psychopharmaka viel um Glauben (und nicht-wissen-wollen :roll: ) geht, aber die Analogie zu Religion finde ich etwas holprig
Das kommt wohl daher, dass sie Glaube bei ihr ein wichtiger Lebensinhalt ist, da bieten sich so Vergleiche dann an.
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Und wir machen als Graswurzelbewegung mit!

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Sonntag, 12.03.17, 17:00

Hallo,

da schriebe ich mal wieder...

inzwischen bin ich Mitglied beim BPE und möchte kurz noch etwas gerade rücken, damit hier kein falscher Eindruck entsteht...
Nietzsche-Ente hat geschrieben:Inzwischen habe ich mich einer Selbsthilfegruppe des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener http://www.bpe-online.de angeschlossen, wo sich Leidensgenossen über ihre (Psychiatrie)Erlebnisse austauschen. Wider Erwarten haben sich die anderen der SH-Gruppe nicht oder nur wenig über Psychopharmaka informiert, obwohl alle welche schlucken (und das teilweise schon jahrelang...). Mich hat dieser Umstand schockiert und verunsichert...
...hatte ich geschrieben und dabei unerwähnt gelassen, dass die Teilnahme an den SH-Gruppen nicht die Mitgliedschaft beim BPE voraussetzt. Die Angebote dort sind für alle offen (theoretisch müsste man nicht mal Psychiatrieerfahrung haben) und de facto sind nur wenige im Verband.
Dem BPE sind die Psychopharmakaprobleme sehr wohl bekannt (dass einzelne Mitglieder keine Ahnung haben, kann natürlich trotzdem sein). Dennoch finde ich, die Aufklärungsarbeit kann und sollte noch ausgebaut werden... und irgendwie habe ich schon so jemandem im Hinterkopf, der da vielleicht was beitragen könnte :whistle:

Vorraussetzung dafür ist aber eine gewisse Stabilität... auch wenn ich mich allgemein leistungsfähiger fühle, habe ich (noch) nicht die Energie, mich ernsthaft in Projekte zu stürzen :( Sehr belastend ist für mich diese Darmlähmung und ich werde nochmal einen Versuch starten, da zumindest ein bisschen zu bewegen (ohne sonderliche Zuversicht...)
Ich hatte recherchiert und bin auf das Mittel "Pyridostigmin" gestoßen, welches (neben Myastenia gravis, einer Muskelerkrankung) auch bei Darm- und Blasenatonie Anwendung findet. Da es nur als indirektes Parasymphatomimetikum wirkt und für eine höhere Verfügbarkeit von Acetylcholin durch die Hemmung der Acetylcholinesterase sorgen soll (Fachsimpelei :D ), hielt ich das Risiko für relativ gering. Gebracht hat es.... nichts :shock: also wirklich null. Nichtmal in hoher Dosierung... ich habe sogar überlegt, ob es nur Zuckerpillen sind... Wenigstens mit irgendeinem Effekt hatte ich gerechnet :?
Meine Laientheorie dazu: Wo kein Acetylcholin ist, kann auch nicht mehr sein, wenn der Abbau gehemmt wird.... Toll :x
Morgen habe ich nochmal einen Termin bei meinem Hausarzt und bin mal gespannt, was der dazu meint.

Ansonsten hilft mir die Selbsthilfegruppe sehr und ich meine, dass es viel zu wenige solche Gruppen gibt. Auf jeden Fall profitiere ich mehr davon, als von allerlei Therapien, die ich schon durch habe...... so viel unnötiger Mumpitz und Schikane.
Je mehr ich die Hirnrissigkeit dieser Psychodoktorei erkannt habe, desto mehr quälen mich die Erinnerungen daran. Zuvor konnte ich mir noch irgendwie einreden, dass das alles Sinn und Zweck hat und das ja immerhin erfahrene Ärzte sind, die wissen was sie tun...... haha.
:alptraum:

gute Genesung wünscht die Ente
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von padma » Montag, 13.03.17, 18:17

hallo Ente, :)

wir haben hier einen (noch recht kurzen) thread zu Selbsthilfegruppen. Vielleicht magst du da deine Erfahrung posten mit Infolink? http://www.adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=4&t=6777

Dass dich diese Darmlähmung sehr belastet, kann ich mir vorstellen :( . Ich hoffe sehr, dass du da noch Besserung erfährst.

liebe Grüsse,
padma
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seit 2002 Fluoxetin zur Schmerztherapie

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Absetzverlauf:
► Text zeigen
1.07.2018: 0,2 mg :schnecke:


Neu: Infos rund um Antidepressiva, Absetzen, Umgang mit Entzug
: https://adfd.org/austausch/viewtopic.php?f=18&t=15490


Hinweis:
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Ich bin vorübergehend nicht im Forum aktiv und habe daher meine PN Funktion abgeschaltet. Bitte wendet euch aktuell bei Moderationsangelegenheiten an Murmeline oder Ululu 69

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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Mittwoch, 15.03.17, 19:40

Hallo,

wenn ich die Ruhe dazu habe, werde ich gerne noch mehr über die Selbsthilfegruppe berichten :)

Der Termin bei meinem Hausarzt war furchtbar :cry: ... er ist wieder voll auf die Psychoschiene gefahren und wundert sich über meine Methode, das Venlafaxin abzusetzen... "das macht ja schließlich keine Absetzsymptome" ... äh HÄ? hatte ich das nicht schonmal erklärt??? :evil:

Verschrieben hat er mir nun diese typischen Laxantien (Bisacodyl und Natriumpicosulfat), wovon ich wenig begeistert bin. Ob die hilfreich sind, werde ich trotzdem ausprobieren und morgen steht noch ein Ultraschall an.... zermürbend das ganze :bettzeit:

Grüße von der Ente.
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Annanas » Freitag, 17.03.17, 18:54

Hallo Entchen :) ,
Nietzsche-Ente hat geschrieben:Der Termin bei meinem Hausarzt war furchtbar ... er ist wieder voll auf die Psychoschiene gefahren und wundert sich über meine Methode, das Venlafaxin abzusetzen... "das macht ja schließlich keine Absetzsymptome" ... äh HÄ? hatte ich das nicht schonmal erklärt???
Der arme Hausarzt!! Aber mal im Ernst, wie soll der damit umgehen, wenn nicht mal die sogenannten Fachärzte irgendeine
Ahnung haben - es ist einfach zum :vomit: !
Meine Psychiaterin sagte immer nur, als ich ihr von meiner Symptomatik berichtet hatte, unglaublich, unglaublich - das hätte
sie ja noch nie gehört u. auch die Kollegen angeblich nicht.

Ich hätte bestimmt eine Depression,die sich nur körperlich ausdrückt :evil: usw - ich habe bloß gesagt, eine Depression mit
Stromschlägen im Kopf u. Muskelkrämpfen/-zuckungen usw - davon hätte ich nun noch nie was gehört. :cry:
Tja, die Gespräche sind jetzt immer recht schnell beendet u. wenn ihr gar nichts mehr einfällt, schickt sie mich
zum Blutabnehmen - das ist allerdings nicht die schlechteste Variante, so habe ich jetzt alle Vierteljahre neue Werte :roll: !
Nietzsche-Ente hat geschrieben:Verschrieben hat er mir nun diese typischen Laxantien (Bisacodyl und Natriumpicosulfat), wovon ich wenig begeistert bin. Ob die hilfreich sind, werde ich trotzdem ausprobieren und morgen steht noch ein Ultraschall an.... zermürbend das ganze
Ich glaube aber, daß man diese Medis nicht zu lange nehmen sollte - hilfreich sind sie wohl - es ist alles mehr
als zermürbend, da sagst du was!!

War der Ultraschall wenigstens okay - ich hoffe es für dich!

Liebe Grüße von Anna
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Venlafaxin (225 mg) - Einnahme seit 2007 - Absetzverlauf seit Januar 2016
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Jamie » Freitag, 17.03.17, 23:10

Hallo Entchen :)

Vorsicht mit den beiden Laxantien, ein sensibler Körper kann von beiden fiese Darmkrämpfe bekommen.
Dann hockst du stundenlang mit Schmerzen aufm Klo, wenn´s blöd läuft :(

Ist der Darm wirklich gelähmt oder nur extrem träge?
Eine richtige Darmlähmung wäre ja ein echter Notfall; da trau ich gar nicht irgendwas zu "empfehlen".

Die meines Erachtens verträglichere Variante zum Abführen ist Klysma salinisch (Baxxter), zum Beispiel.
Man führt das Klysma rektal ein, spritzt sich langsam die Lösung in den Darm (auf der linken Seite liegen), kneift anschließend die Pobacken zusammen und flitzt danach wie der Teufel zum Klo. Das erspart die fiesen Darmkrämpfe wie bei Na-picosulfat und Bisacodyl und macht auch nicht abhängig, hat aber den Nachteil, dass womöglich nur ein Teil der Verstopfung (der untere Teil) gelöst wird.
Na ja, vielleicht kannst du es dir ja als Alternative vorstellen.

Alles Gute
Jamie
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Lisamarie » Samstag, 18.03.17, 19:18

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2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:
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Re: Venla-tox-in (Venlafaxin)

Beitrag von Nietzsche-Ente » Sonntag, 19.03.17, 16:40

Hallo

und danke für die Antworten :) Ich hoffe sehr, dass ich nicht den Eindruck der Rückmeldungsfischerei, wie in der Bekanntmachung beschrieben, mache oder gemacht habe :shock: ...falls das der Fall sein sollte, tut mir das Leid - ich möchte nun wirklich niemanden belasten :?
Im Grunde überrascht es mich jedesmal, wenn jemand mein Geschreibsel liest... jedenfalls habe ich nicht die Energie hier so fleißig zu lesen, daher haben alle, die das tun meine Hochachtung Bild

Annanas hat geschrieben:unglaublich, unglaublich - das hätte sie ja noch nie gehört u. auch die Kollegen angeblich nicht.
...komischerweise kommt mir dieser Satz seeehr bekannt vor...
Es ist mir nach wie vor gänzlich unverständlich, wie gerade die ach-so-hochgebildeten Medizinier die Entzugsproblematik nicht in ihre Köpfe kriegen.

Jamie hat geschrieben:Vorsicht mit den beiden Laxantien, ein sensibler Körper kann von beiden fiese Darmkrämpfe bekommen.
Dann hockst du stundenlang mit Schmerzen aufm Klo, wenn´s blöd läuft :(Ist der Darm wirklich gelähmt oder nur extrem träge?
Danke, ich war/bin vorsichtig und habe mit der niedrigsten Dosierung für Kinder begonnen. Aber auch mit der Höchstdosis für Erwachsene hat es länger, als die in der Packungsbeilage angegebene Zeit gedauert, bis ich einen Effekt gemerkt habe - da war ich schon drauf und dran den Notarzt zu rufen, weil mein Bauch immer größer wurde und nix rauskam :cry:
Jamie hat geschrieben:Na ja, vielleicht kannst du es dir ja als Alternative vorstellen.
ööh, naja, keine schöne Vorstellung :lol: aber danke für den Tipp!


Meiner Einschätzung nach liegt das Problem im Dünndarm, der nicht mehr richtig arbeitet - wenn die Sch... einmal im Dickdarm angekommen ist, findet sie auch den Weg nach draußen. Nur dauert das eben und bis es soweit ist, gibts viel Luftproduktion und Krämpfe und Schmerzen und bäääh :vomit: Riesenbauch. Von daher bringen Abführmittel mich auch nicht so viel weiter :/

Beim Ultraschall war freie Flüssigkeit im Bauchraum sichtbar und das ist nicht gut. Zumindet erklärt das, warum ich an der Stelle seit Wochen Schmerzen habe.. und auf der gegenüberliegenden Seite, die ebenso druckempfindlich ist, drückt der Dünndarm gegen die Rippen. Das ist doch alles Scheiße im wahrsten Sinne des Wortes :wacko:
Jetzt soll noch eine Computertomographie gemacht werden - auf die Idee hätte schon längst mal jemand kommen können! Schließlich habe ich schon oft genug wegen dieser Darmbeschwerden Rat gesucht... aber neee, ist ja alles psychisch... ich schlucke halt zu viel Luft, logisch...

Wenn man es denn so interpretieren will: Psychopharmaka beeinflussen die Psyche, also ist jede von diesen ausgehende Wirkung psychisch.


viele Grüße, Ente
eigentliches Ziel der Medikation: Stimmungsstabilisierung und -aufhellung

Vager Überblick des zeitlichen Verlaufs:
Citalopram: 2008 nach wenigen Tagen wieder eigenständig abgesetzt wegen Nebenwirkungen
Quetiapin: 2008 – 2010, seitdem eingeschränkte Darmfunktion und Leukopenie
umgestellt auf Citalopram, wenige Wochen später umgestellt auf
Duloxetin: Januar 2011, zwischenzeitlich Versuch mit Lamotrigin → abgesetzt wegen heftiger Hautreaktion; Duloxetin Januar 2014 abgesetzt wegen drohendem Leberversagen, drei Monate später Beginn heftiger Absetzsymptome ohne zu wissen, dass es welche sind.
Lorazepam: März 2015 verordnet bekommen bis zur Abhängigkeit, deshalb Ausschleichen bis März 2016
Sertralin: März 2015, abgesetzt nach 2 Monaten wegen Wirkungslosigkeit
Duloxetin: nur wenige Tage, da rasanter Anstieg meiner Leberwerte
Venlafaxin: Ende Juni 2015 Eindosierung auf 150mg, Beginn des Absetzprozesses im Dezember 2015

>bunter Symptomcocktail<

Erkenntnis der Zusammenhänge erst März 2016


ab 05.08.2017: Null
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)


Psychiatrieerfahren?

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