Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Benzodiazepine können schon nach wenigen Wochen abhängig machen. Der Entzug dieser Medikamente sollte dann langsam und vorsichtig stattfinden.
Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Donnerstag, 12.10.17, 13:30

Hallo und danke für die Info @LinLina,

https://de.wikipedia.org/wiki/Benzodiazepine

Also bei Clonazepam was ich benutze, eine Äquivalenz* von 0,5-2mg zu 10mg Diaz anzugeben, ist natürlich sehr ungenau. :roll:

Was solls, bei mir liegt der Wirkungsbereich so bei 0,75-0,8 und damit wird weitergemacht.

Liebe Grüße an euch beide.

Klaus

* Editiert
Zuletzt geändert von Klaus55 am Donnerstag, 12.10.17, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.

Pons
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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Pons » Donnerstag, 12.10.17, 13:36

Hi Klaus, ?

ich lese dort bei Clonazepam eine HWZ von 30 - 40 Stunden. Man kann leicht in der Spalte verrutschen ...

LG Pons
Zuletzt geändert von Pons am Donnerstag, 12.10.17, 13:52, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Benzo-Geschichte:
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29.08.17 3,7 mg
25.09.17 3,4 mg
08.10.17 - voll in der Toleranz, keine erkennbare Wirkung mehr. Befinden soweit gut.
09.10.17 3,0 mg
21.10.17 weitere Absenkung um 10 % geplant


Der Mann, der schließlich den Berg abtrug, war derselbe, der zuvor angefangen hatte, kleine Steine wegzuräumen
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Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Donnerstag, 12.10.17, 13:45

Pons hat geschrieben:Hi Klaus, ?

ich lese dort bei Clonazeopam eine HWZ von 30 - 40 Stunden. Man kann leicht in der Spalte verrutschen ...

LG Pons


Hi Pons,

gut das du das erkannt hast, habe ich mit Äquivalenz verwechselt. Werde gleich nachbessern! GK.

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Donnerstag, 12.10.17, 19:07

Guten Abend,

eine allgemeine Frage, kann Vitamin C, die Wirkung von PP mindern? Ich habe nichts entsprechendes gefunden. Danke und VG. Klaus.

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Donnerstag, 12.10.17, 19:43

Hallo Forum,

Disziplinlosigkeit wird beim ausschleichen sofort bestraft!

Ich Dummkopf in meiner Übermut, bin auch aus dem Haus ohne an meine Dosis zu Denken, das ich alle 3 Std. einnehmen müsste und war 5 Std. unterwegs mit einer satten Panikattacke ausgerechnet in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt.

Ich hatte mir einfach keine Gedanken gemacht, weil vorher beim Lorazepam konnte man schön die Tabletten Vierteln und mitnehmen.

Was haltet ihr von diesen Braunglasflaschen? Kann da was passieren wegen den Kunststoffdeckel, falls der Wirkstoff dagegenkommt? Gruß. Klaus

Bild

https://www.google.de/shopping/product/ ... 8wII3gIwAA

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 11:39

Hallo Forum,

ich hoffe an dieser stelle das es dem Team insbesondere Jamie gesundheitlich gut geht. Auch ich brauche an dieser stelle etwas virtuellen Motivation/Beratung -- bitte!

Ich habe gestern wie schon Geschrieben eine PA unterwegs gehabt, aber der fiel um einiges heftiger aus als die vom Lorazepam! Das ist alles so neu und ungewohnt für mich, ich werde mir nachher diese kleinen Braunen 30 ml Fläschen besorgen und so immer 2 Portionen mit dabei haben.

Ich brauche etwas mehr Information. Aktuell habe ich mich auf insgesamt 10 Tr. Rivotril wie in der Signatur eingestellt, wobei ich 4 Tropfen über den Tag zw. 9 und 23 Uhr verteile und dann die restlichen 6 zur Nacht nehme. Vorher war ich auf 1,5 mg Lorazepam.

Ich wollte dann alle 2 Wochen um 1 Tropfen, zuerst bei der Nachtration reduzieren? Ist das ok so oder lieber bei der Tagesration?

Wenn in den nächsten 10 Tagen --Heute ist der 4. Tag, irgend etwas passieren sollte, das mir aufzeigt das ich erhöhen muss, könnte das um 1-2 tropfen geschehen oder ist das verboten? Wie gesagt, ich habe mich in diesen wenigen tagen vorsichtig an diese Dosierung herangetastet, wobei die 0,5mg = 10mg Diaz Regel bei mir nicht gewirkt hat, sondern so um die ca. 0,8 =10. Das ist aber sehr knapp gestrickt, da ich mich immer leicht entzügig fühle.

Danke für euer Verständnis und GlG

Klaus

P.S. Das es kein "Ponyhof" ist habe ich verstanden! Ich möchte nur nichts verkehrt machen und Aufgeben müssen. Daher meine Pingeligkeit. Bitte keine Belehrungen oder *Kopfschüttel* Beiträge, ich bin im Moment genug heruntergezogen. Ich war Gestern in der Psychiatrie und Ambulanz um mich dort zu Erkundigen für den Fall der Fälle. Es war ein Desaster und unglaubliche zustände dort! All die naiven Gedanken, "falls du es alleine nicht schaffst, gibt es Fachleute mit Empathie/Menschlichkeit, dir wird dort Professionell geholfen", waren eine Illusion. Das zieht zusätzlich enorm runter!

Jamie
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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Jamie » Freitag, 13.10.17, 11:51

Hallo Klaus,

ich bin gerade online, fasse mich aber kurz, weil ich einiges abzuarbeiten habe.
Zu erst einmal ja, natürlich kann man Rationen in Braunglasflaschen aufbewahren und mit sich führen.

Wenn du dich permanent entzügig fühlst, sollte in der Tat darüber nachgedacht werden, vielleicht einen Tropfen mehr zu nehmen. Da muss die Dosis ggf. noch einmal nachjustiert werden.

Ich kann dir aktuell keine Empfehlung geben, ob du beim künftigen Absetzen besser abends oder morgens was weglässt, das hängt nämlich davon ab, wann du es "nötiger" brauchst.
Wenn Schlafen das absolute Thema ist, würde ich beginnen bei der Morgenration etwas wegzulassen; wenn die Probleme sich tagsüber schlimmer anfühlen als abends und Schlaf besser klappt oder nicht so Thema ist, kann man auch an der Abenddosis was weglassen.

Ich würde, wenn es ans Abdosieren geht, auch nicht gleich einen Tropfen weglassen, sondern einen halben und dafür lieber schauen, ob man evtl. die Reduktionsintervalle verkürzen kann.

Eine Panikattacke ist unangenehm, aber nicht tödlich und kein Grund den Mut zu verlieren.
Unannehmlichkeiten gehören zum Entzug dazu und im Vergleich zu anderen "Fällen" hier scheinst du mir noch ganz gut wegzukommen. :roll: Weiß nicht, ob dich das tröstet und ich möchte auch nicht das Leid des einen gegen das eines anderen aufrechnen, aber das ist einfach meine Empfindung; es steht doch gar nicht so schlecht bei dir (?)

Schade, dass das mit der Psychatrie so ein Griff ins Klo war, aber das war erwartbar.
Man kann sich auch ohne Klinik entwöhnen, das haben schon viele hier geschafft.
Das Forum kann versuchen Beistand zu leisten; Kliniken praktizieren "Schema F" und vor allem operieren sie unter Zeitdruck und mit reichlich Ersatzsubstanzen, was eigentlich nur schief gehen kann.

Alles Gute
Jamie
...........SIGNATUR...............


:arrow: Eure Mithilfe ist gefragt - wer benutzt die Wasserlösemethode?


:!: mein Erfahrungsbericht (AD absetzen / erzwung. Kaltentzug / SSRI / Akathisie): viewtopic.php?f=51&t=12478


Meine PN-Funktion ist deaktiviert. Ich danke für euer Verständnis.

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Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 12:06

Hallo und vielen lieben Dank @Jamie, das du mir Geschrieben hast, hat mir sehr geholfen. Du bist Wunderbar, danke das es dich/euch gibt!

Ich muss los, ich schaue mal in die entgegengesetzte Richtung in eine andere Einrichtung, die auch in meinem Einzugsbereich liegt. Mal Sehen, ob das auch solche Pfeifen sind, wie die Gestern und mich --unter anderen 4 Stunden, (wehe dir geht es wirklich schlecht) warten lassen haben bis eine Ärztin kam.

Das aller beste war, das ich auf der Klappbank sitzend, gleich von einen Insassen Attackiert wurde. Mehr schreibe ich besser nicht, hier kann jeder mitlesen. GlG von Klaus.

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 19:38

Guten Abend allerseits,

Oh Mann, der Laden war ja noch katastrophaler als der erste. Wenn ihr im Einzugsgebiet seid, kann ich euch Sagen, es ist noch schlimmer als Lübeck. Vorsicht bei den Rezensionen, die könnten Triggern!

https://www.klinikbewertungen.de/klinik ... _id=psycho

Wenn jeder Depressive in D einen Zehner/Monat anlegen würde, könnten wir damit selber einen Riesenladen als gemeinnützige EV aufmachen, mit Therapeuten und allen drum und dran. Die Therapien werden dann Halbjährlich je nach Kapazität des Vereins verlost, so eine Art privater Lotterie. So als Idee. :-)

Gruß, Klaus
Zuletzt geändert von Klaus55 am Freitag, 13.10.17, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 19:51

Hallo allerseits,

Was muss ich bei Ashton Lesen, :shock: also doch mangel an Seratonin=Depression? Die empfielt auch AD`s :shock:

SEine schwere Depression kann das Ergebnis von biochemischen Veränderungen im Gehirn sein, die durch den Benzodiazepin-Gebrauch entstanden sind. Benzodiazepine vermindern die Aktivität von Serotonin und Noradrenalin und anderen Neurotransmittern, von denen angenommen wird, dass sie ursächlich in die Entstehung von Depressionen involviert sind. Antidepressiv wirkende Medikamente, einschließlich der selektiven Serotonin-„reuptake”-Inhibitoren (SSRIs) wirken durch eine Erhöhung der Aktivität dieser endogenen Neurotransmitter.


http://www.benzo.org.uk/german/bzcha03.htm

Bin verunsichert! Ich merke allerdings jedes mal, wenn die Wirkung des Benzos nachlässt, sofort einen "Fenster" bei mir, wo alles i.o. ist, bzw. zu sein scheint so wie hier:

viewtopic.php?f=16&t=13757&start=40#p211546

Was jetzt? Zusätzlich AD´s nehmen wenn die Depris während des Entzugs immer schlimmer werden, was haltet ihr davon?

Gruß, Klaus

Lisamarie
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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Lisamarie » Freitag, 13.10.17, 20:48

Hallo Snowman

Was jetzt? Zusätzlich AD´s nehmen wenn die Depris während des Entzugs immer schlimmer werden, was haltet ihr davon?


Nix, auch AD,s machen abhängig und müssen anschließend mühselig wieder ausgeschlichen werden, deshalb ist es besser das Benzo so langsam auszuschleichen das man keine Deckelung durch ein AD braucht , was unserer Erfahrung eh nicht klappt. Außerdem ist bewiesen das AD,s nicht besser wirken als Plazebos

viewtopic.php?f=6&t=10055
Grüße Petra
2012 noch 5 Monate Mirtzapin,Pipamperon,Levomepromaxin
Bis auf die Praxiten von heute auf morgen kalt abgesetzt, erste Absetzbeschwerden nach sechs Wochen, aber dann
6 Monate heftigste Absetzproblematik.Magendarm 30 Kilo in vier Monaten abgenommen, berufsunfähig.Halbes Jahr bettlägerig.Schwer suzidal zum stabilisieren fast ein Jahr gebraucht.
Oxazepam reduzieren von umgerechnet 50 mg Diazepam:

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Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Freitag, 13.10.17, 21:03

Hallo Petra,

hätte ich auch nicht mit der Kneifzange angefasst, bin Froh das ich "nur" ein Benzo am Hals habe. Hat mich nur gewundert das das die Ashton anbietet. Wieso nennst du mich "Snowman" wer soll das sein?

Gruß, Klaus

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Samstag, 14.10.17, 11:52

Guten Morgen allerseits,

Was wirklich interessantes gefunden, was ich euch nicht vorenthalten möchte. Sollte das der Fingerzeig von Mutter Natur sein, mit welchen Essen wir die entsprechenden Organe stärken können? Erstaunlich oder?

Gruß,Klaus

Bild

http://www.funinventors.com/2016/04/you ... d-for.html

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Samstag, 14.10.17, 20:28

Guten Abend liebe Leute,

Ich bräuchte wieder etwas Unterstützung, wenn es geht auch ein wenig Zuspruch bitte :-) danke. Bin im Moment ziemlich Down.

so jetzt ist der sechste Tag ins Land gezogen wo ich fleißig immer 1-1-1-1-6 Rivo mir einverleibe. Davor hatte ich 3 Tage wo ich mit der Dosierung Experimentiert habe. 1-1-1-1-6 Ist ein wenig umständlich, aber mich macht das Zeug total Müde, wenn ich 2 Tropfen auf einmal nehme. Komischerweise ist die Müdigkeit kaum höher (so erst nach ner Stunde), wenn ich mir dann zur Nacht die 6 Tropfen rein schütte. Echt merkwürdig. Auch der Schlaf ist unruhiger geworden.

Verunsichern tut mich immer noch diese breite Spanne von 0,5 bis 2 mg Äquivalenz zu 1mg Lorazepam. Aber bei der Dosierung hat das Zeug bei mir überhaupt nicht gewirkt, so das die ca. 0,75:1 Dosierung gerechtfertigt erscheint.

Was mir seelischen Kummer bereitet ist natürlich, das man womöglich sich noch abhängiger macht als man so schon ist. Also jetzt erst mal noch tiefer in die Sucht muss, um dann wieder langsam zu Reduzieren.

Die Hauptfrage ist aber, weil es Jamie schon angesprochen hatte, wie die Zeiteinteilung gestalten, Wöchentlich 1/2 Tropfen absetzen, oder lieber alle 2 Wochen dann 1 Tropfen. :? Ich kann mich nicht entscheiden, wie sind eure Erfahrungen mit den Zeiten und Mengen?

Was mich auch im Moment erschreckt hat ist, das Rivo bei weiten nicht so Depressiv macht wie Dia oder (noch schlimmer) Lora, (ein Traum) aber das Zeug scheint noch Süchtiger zu machen, da war bei Lora etwas mehr Toleranz. Soll heißen, alle 3 spätestens 3,5 Stunden ist innerer Terror angesagt wenn ich den Tropfen nicht einnehme, ist echt schwer Cool zu bleiben. Was meint ihr dazu?

Ganz liebe Grüße euch allen von Klaus.

Pons
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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Pons » Samstag, 14.10.17, 20:41

Hallo Klaus,

was meine Erfahrung angeht - und auch soweit ich es hier als Empfehlung mitbekommen habe - ist es beim Absetzen günstig, sich so rasch wie es geht auf eine Dosierung einzupendeln, in der die Entzugserscheinungen möglichst gering sind, und dann dabei über einen längeren Zeitraum zu bleiben, damit sich das Nervensystem darauf einstellen kann, also eine Stabilisierung auf diesem Niveau erreicht wird - um dann nach 2 / 4 / 6 Wochen um 10 % herunterzugehen.

Ich denke nicht, dass es eine optimale Dosierung, sondern nur die persönlich verträglichste gibt; da kann jeder etwas anders reagieren, mit ein paar Nachteilen im Befinden ist zu rechnen. Fortlaufend mit der Dosierung zu jonglieren bzw. selbst in kleinen Mengen sehr rasch herunterzugehen, hat sich als ungünstig erwiesen, das irritiert das ZNS eher. Wenn es einem im Entzug nicht fortlaufend gutgeht, ist das leider normal. Du solltest also möglichst bald "Deine" Dosis herausfinden und dann unbedingt mindestens 14 Tage, besser 4 Wochen genau dabei bleiben.

Ich hatte meine Benzo-Dosis zuerst geteilt und mittags und abends eingenommen, war damit aber noch sehr nervös und der Schlaf sofort total weg. Dann nahm ich die gesamte Dosis abends bzw. später nachts, und das war besser, ich konnte so noch ein bisschen davon schlafen, das war anfangs wichtig. Tagsüber war die Nervosität mit pflanzlichen Mitteln gut zu beherrschen. Ich habe mir dann jegliche weiteren Versuche mit der Dosierung geschenkt und bin stur über 4 Wochen erst einmal dabei geblieben - das war sehr gut, obwohl es auch mich zunächst "tiefer in die Sucht" führte. Zum Abdosieren eine Regelmäßigkeit fürs Benzo einführen, die vorher nicht exisitierte, erschien mir kurios. Inzwischen bin ich sicherer geworden und traue mir auch 14-tägige Schritte zu.

Das Wichtigste ist, die Motivation hochzuhalten. Es wird uns am Ende des Entzugs mental besser gehen, weil wir das Zeug los sind, und wir werden wieder unbeeinträchtigt durch Chemie fühlen können - und das sehe ich inzwischen als Vorteil. "Inzwischen", weil am Anfang noch die Ängste dominierten und ich nicht so recht glauben konnte, dass meine Welt ohne diese Mittel (mal wieder) besser funktionieren wird.

Lieber Gruß und alles Gute,
Pons
Zuletzt geändert von Pons am Sonntag, 15.10.17, 8:42, insgesamt 3-mal geändert.
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29.08.17 3,7 mg
25.09.17 3,4 mg
08.10.17 - voll in der Toleranz, keine erkennbare Wirkung mehr. Befinden soweit gut.
09.10.17 3,0 mg
21.10.17 weitere Absenkung um 10 % geplant


Der Mann, der schließlich den Berg abtrug, war derselbe, der zuvor angefangen hatte, kleine Steine wegzuräumen
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Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Sonntag, 15.10.17, 3:47

Hallo Pons, danke.

So, vorhin es mit 5Tr zur Nacht probiert was ich schon seit einigen Tagen vorhatte. war ein Satz mit x um 23:30 ins Bett und um 2:11 wieder aufgestanden. Mist. habe dann den 1 Tr nach geworfen und warte jetzt ob sich noch eine gewisse Müdigkeit einstellt.

Hallo @Jamie du schriebst,

Wenn du dich permanent entzügig fühlst, sollte in der Tat darüber nachgedacht werden, vielleicht einen Tropfen mehr zu nehmen. Da muss die Dosis ggf. noch einmal nachjustiert werden.


Ich werde nochmal den morgigen Tag abwarten und darüber nachdenken. Tagsüber geht es eigentlich gerade so, dann besser Nachts. Ich versuche das alles natürlich so knapp wie möglich zu halten. Was meinst du?

Hoffentlich hat der Rest der Mannschaft eine gute Nacht. Grüße, Klaus.

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Sonntag, 15.10.17, 13:31

Rivotril (Clonazepam)-Entzug überstanden

Für Fragen stehe ich euch gern zur Verfügung!!


viewtopic.php?t=4232

Hallo @ Garafia ,

auch wenn dein Bericht 10 Jahre her ist, vielleicht liest du hier noch mit? Ich würde mich sehr freuen wenn du dich melden könntest, ich habe einige Fragen zu Rivotril. Vielen dank vorab und GlG

Klaus

Klaus55

Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Klaus55 » Sonntag, 15.10.17, 13:37

Hallo Allgemein,

gibt es hier Leute, die Langzeitanwender von Diazepinen sind, so > 2, 5 oder 10 Jahre und dann erfolgreich ausgeschlichen haben? Es würde mich wirklich sehr interessieren. Bitte Meldet euch, vielen Dank.

Liebe Grüße von Klaus

albertine
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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon albertine » Sonntag, 15.10.17, 15:03

Hallo Klaus,

gibt es hier Leute, die Langzeitanwender von Diazepinen sind, so > 2, 5 oder 10 Jahre und dann erfolgreich ausgeschlichen haben? Es würde mich wirklich sehr interessieren. Bitte Meldet euch, vielen Dank.


Ich habe 8 bis 9 Jahre lang Diazepam genommen, ca. 30 mg pro Tag. Habe den Entzug in der Klinik gemacht, durfte aber 6,5 Wochen lang ausschleichen und insgesamt 4 Monate in der Klinik sein, die letzten 6 Wochen nur noch Tagesklinik. Mir hat die Therapie in der Klinik gut getan. Bei der Entlassung ging es mir sehr viel besser als vor dem Entzug.

Ein Entzug ist schaffbar :!: Wenn man aber wegen psychischen Problemen Benzos schluckt, ist es nicht damit getan nur abzusetzen oder auszuschleichen. Man braucht dann therapeutische Unterstützung.

Grüße von Margot
1976 angefangen mit Adumbran
1977 ging es weiter mit Lexotanil und Praxiten
irgendwann gab es dann nur noch Lexotanil bis zu 7 Tabletten pro Tag
1997 - 400mg Sulpirid - es ging mir immer schlechter - bin körperlich immer schwächer geworden, konnte letztendlich nicht mehr laufen und nichts mehr essen, lag nur noch im Bett - die Aussage meines jetzigen Psychiaters: "Sulpirid wirkt so" :frust:
musste dann weil ja nichts mehr ging ins Krankenhaus, lag 8 Wochen auf der Inneren
Sulpirid wurde sofort auf 200 mg reduziert, Lexotanil in diesen 8 Wochen von 42 mg auf 3 mg - war hart, abes es ging
die letzten 3 mg Lexotanil in 1,5 er Schritten zuhause abgesetzt, ging prima
das restliche Sulpirid nach einigen Monaten auch ausgeschlichen, ging auch gut
2002 ging es los mit Diazepam, und ziemlich schnell hing ich wieder in der Suchtfalle
2009 kam eine heftige Depression hinzu
Dez. 2010 - Apr. 2011 war ich in der Psychiatrie zum Diazepam-Entzug
entlassen mit Amitriptylinoxid 210 mg
ein neues , viiiiiel besseres Leben begann :)
es folgten 2,5 Jahre Therapie bei einer Suchtberatung, Einzelgespräche und Gruppe
das AD wurde inzwischen reduziert auf 90 mg
ab 22.3. 2014 - 82,5 mg
ab 11.5 - 75 mg
bin jetzt bei 60 mg u. werde die Dosis jetzt erstmal beibehalten solange ich in der Therapie meine traumatische Kindheit verarbeite, vertrage es gut, keinerlei Nebenwirkungen
ab 10.7.2015 - 52,5 mg Amitriptylinoxid
ab 15.2.2016 - 45 mg
10.5.2016 - 37,5 mg
19.6.2016 - 30 mg
28.9.2017 - 22,5 mg

2014 Traumatherapie begonnen - nach einigen Monaten abgebochen, war mit der Therapeutin nicht zufrieden

März 2015 neue Therapie begonnen bei einer sehr engagierten Therapeutin + gehe weiterhin zu einer Selbsthilfegruppe

mein Leben ist lebenswert :)

mein Ziel: NIE WIEDER BENZOS!!!

WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN, WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN!

Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen!

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Re: Lorazepam nach kurzer Zeit ausschleichen (Clonazepam / Rivotril)

Beitragvon Moselaner » Sonntag, 15.10.17, 19:20

Lieber, lieber Klaus,

ich glaube , du überstrapazierst deine Gedanken mit der medikamentation. versuch doch einfach mal, dich etwas weniger damit auseinanderzusetzen. du sammelst viel zu viel Informationen aus dem Internet. und machst dich selbst verrückt damit. bei jedem Entzug, ist das abschalten, ablenken, andere Gedanken, mit das wichtigste. bitte steigere dich nicht zu sehr in was rein, was vllt gar nicht da ist.
du überschüttest dich mit Internet Recherchen. ich meine das wirklich lieb, wenn du magst, kannst du nächste Woche nochmal anrufen, aber schreib mir vorher.
ich wünsche dir von herzen viel kraft, andere Gedanken und Ablenkung.
lg m.
Hier die Krankengeschichte
I
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Seit 01.06.17: 3,75 mg zopiclon
Seit 01.07.17: 1,875 mg Zopiclon
Seit 21.07 17: 1,5 mg Zopiclon
Seit 01.08.17: 1,125 mg Zopiclon
Seit 07.08.17: 0.9375 mg Zopiclon
14.8.17: 0,7 mg Zopiclon
21.8.17: 0,5 mg Zopiclon
28.8.17: 0,25mg Zopiclon
01.09.17: 0,1 mg Zopiclon
04.09.17: 0mg Zopiclon

Hier der Verlauf meines Entzugs:
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